
- Potsdamer Platz - Norman Oelker
Die Sehenswürdigkeiten in Berlin kann man auf vielerlei Arten erkunden. Eine Möglichkeit wie in jeder Metropole ist eine Stadtrundfahrt mit einem Bus. Eine solche Sightseeingtour hat nur einen Nachteil - man ist nicht besonders flexibel dabei. Einfach einmal oder öfters aussteigen und sich diverse Sehenswürdigkeiten ganz nach Wunsch eine gewisse Zeit etwas näher zu betrachten, stößt auf Schwierigkeiten. In Berlin gibt es für einen Teil der Blickpunkte der Stadt aber eine Alternative zu den geführten Stadtrundfahrten: Den öffentlichen Nahverkehr in Form von zwei Buslinien der BVG.
Sightseeing ganz ungezwungen mit dem großen Gelben
Das mag sich zunächst etwas albern anhören, ist es aber nicht. Berlin hat im Verkehrsnetz der BVG zwei Buslinien, deren Linienführung im Zentrum der Stadt schon fast eine Konkurrenz für gewerbliche Stadtrundfahrten darstellt. Zum einen die Linie 100 vom Bahnhof Zoo bis zum Alexanderplatz und zum anderen die Linie 200 vom Bahnhof Zoo bis Prenzlauer Berg, Michelangelostraße. Wer also Sightseeing einmal ganz ungezwungen betreiben möchte, kommt hier auf seine Kosten. Was letztere angeht, ist eine BVG-Tageskarte zu empfehlen. Damit lassen sich dann nicht nur die genannten beiden Buslinien nutzen, sondern bei Bedarf das ganze Netz der BVG.
Stadtbesichtigung im Liniendoppeldecker
Bereits am Start der Linien 100 und 200 wird mit dem Zentrum West etwas geboten in Sachen Stadtbesichtigung. Kurfürstendamm, Zoologischer Garten, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Kaufhaus des Westens um nur die auffälligsten Attraktionen zu nennen, die von der Endhaltestelle der beiden Buslinien fußläufig zu erreichen sind. Weiter geht es auf dem Linienbus 100 an den Nordischen Botschaften vorbei zur Siegessäule, der Sitz des Bundespräsidenten wird passiert, bevor es zur schwangeren Auster geht. Platz der Republik, Reichstag, Tiergarten in Reichweite, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Staatsoper, Lustgarten, Marienkirche bis zum Alexanderplatz – eine derartige Massierung von Sehenswürdigkeiten dürfte sonst kaum eine Buslinie zu bieten haben. Dabei sind in dieser Aufzählung nur die herausragensten Punkte genannt.
Der Bus 200 hat eine ähnliche Linienführung wie der Hunderter. Bis zu den Nordischen Botschaften läuft die Streckenführung noch parallel. Die Linie 200 macht dann aber einen Schlenker in Richtung Potsdamer Platz, zum neuen Zentrum hin. Über die Wilhelmstraße geht es dann über Unter den Linden wieder gleichlaufend mit der Linie 100 bis zum Alexanderplatz. Vor der Endstation tangiert die Linie noch den Volkspark Friedrichshain.
Vom Zentrum Ost zum Zentrum West und umgekehrt
Wer eine Tour mit diesen Bussen machen möchte, steigt am besten am S- u. U-Bahnhof Zoo oder S- u. U-Bahnhof Alexanderplatz zu. Die besten Plätze finden sich auf dem Oberdeck. Für Photofreunde vorzugsweise ganz vorn oder ganz hinten. Gute Plätze sind nicht immer ganz einfach zu ergattern. Neben Touristen frequentieren natürlich auch noch die routinemäßigen Fahrgäste der BVG die Busse. Den Berufsverkehr sollte man auf jeden Fall meiden. Mit etwas Glück hat man vielleicht sogar einen gutgelaunten Fahrer, der seinen Kollegen von den gewerbsmäßigen Stadtrundfahrten in Bezug auf Erklärungen und Kommentaren zu den Sehenswürdigkeiten im Zentrum Ost und Zentrum West manchmal den Rang abläuft.
