Stängelpflanzen fürs Aquarium

Wasserfreund, Hygrophila, Anfängerpflanze - Gerhard Ott
Wasserfreund, Hygrophila, Anfängerpflanze - Gerhard Ott
Bundpflanzen im Aquarium erfolgreich kultivieren und pflegen. Tipps für Unterwassergärtner.

In Aquariengeschäften und Zooläden werden Bunde von Aquarienpflanzen angeboten. Gärtnerisch gesehen handelt es sich um Stecklinge. Es sind Triebe, also Teile von Pflanzen ohne Wurzeln.

Stecklinge von Wasserpflanzen fachgerecht einsetzen und pflegen

Oft sind die Stängel unten mit Bleiband beschwert, damit die Triebe im Verkaufsbecken senkrecht im Wasser stehen. Bevor sie in das heimische Aquarium gepflanzt werden, wird das Band entfernt. Auch ein eventueller Schutz aus Schaumstoff wird entsorgt. Sind die unteren Teile der Triebe gequetscht, kürzt man sie bis zu einem gesunden Stängelstück ein. Dazu ist es ein scharfes Messer besser, denn eine Schere kann die zerbrechlichen Stängel erneut quetschen.

Den Teil, der in den Bodengrund soll entblättert man vorsichtig. An den freien Knoten bilden sich im Boden schnell neue Wurzeln. Werden die Stecklinge mit den Blättern gesteckt, so können die absterbenden Blattspreiten faulen und das Anwurzeln behindern. Bei empfindlichen Arten kann der ganze Steckling sterben. Oft sind die Triebe schon 30 Zentimeter oder mehr lang. Man kann sie gleich auf 10 bis 15 Zentimeter kürzen und die Zahl vermehren.

Der Bodengrund für solche Triebe sollte locker und nicht zu fest sein. Mit Daumen und Zeigefinger fasst man zwei bis fünf der Triebe lose und ohne Druck an und steckt sie etwa zwei bis drei Zentimeter tief in den Grund. Den beim Eindringen des Stecklings in den Bodengrund entstehenden Druck hält man mit den Fingern ab, damit der empfindliche Stängel nicht beschädigt wird. Die Stecklingsgruppen nicht zu eng setzen. Sonst entsteht im unteren Bereich der Mängel Lichtmangel durch Abschattung. Faustformel: Der Abstand zum nächsten Steckling sollte mindestens eine Blattlänge, eher etwas mehr, betragen.

Alle Stängelpflanzen streben beim Wachstum der Wasseroberfläche zu. Stängel, die länger sind als das Aquarium hoch, legen sich flach. Spätestens dann wird es Zeit, die Gruppe neu zu setzen. Stängelpflanzen müssen immer wieder eingekürzt und neu gesetzt werden. So sehen sie ansprechend aus. Andernfalls wuchern sie.

Rotblättrige Wasserpflanzen brauchen viel Licht

Die meisten Stängelpflanzen sind lichthungrig. Dabei spielt nicht nur die Stärke der Beleuchtung, sondern auch die Dauer eine Rolle und die Zusammensetzung des Lichts. Ausreichend Lichtenergie beschleunigt das Wachstum der Pflanzen. Bei Nährstoffmangel fördert eine Düngung das Wachstum.

Die beliebten rotblättrigen Stängelpflanzen sind besonders lichthungrig. Rotala rotundifolia oder Arten der Gattung Mayaca zeigen bei intensiver Beleuchtung rötlich bis rot gefärbte Blätter. Genau genommen ist das in der Natur eine Schutzmaßnahme gegen zu viel Sonneneinstrahlung. Vergleichbar der Hautbräune beim Menschen. Die oft im Handel angebotenen Haarnixen (Gattung Cabomba) anspruchsvoll. Sie bevorzugen weiches Wasser.

Einfach zu kultivierende Stängelpflanzen sind die Wasserfreunde. Allen voran der indische Wasserfreund (Hygrophila polysperma). Auch die Ludwigie (Ludwigia) ist empfehlenswert. Beide Pflanzenarten kommen mit einem breiten Spektrum von Wasserwerten zurecht. Nahezu unverwüstlich sind Wasserpest (Elodea) und Hornkraut (Ceratophyllum). Diese beiden wurzeln allerdings kaum. Deshalb werden sie meist freischwimmend kultiviert.

Gerhard Ott, Annegret Ott

Gerhard Ott - Ott, Gerhard Manchmal genutztes Pseudonym: Perdurus Eus *11. Febr. 1954 in Walsum am Niederrhein, Studium Erziehungswissenschaften ...

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