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Stalking - das Phänomen unerwünscht belästigt zu werden

Stalking - Dörthe Huth
Stalking - Dörthe Huth
Wiederholte Belästigung und Verfolgung einer Person über einen längeren Zeitraum und gegen deren Willen gilt als Stalking.

Der Begriff „Stalking“ stammt ursprünglich aus der Jägersprache und meint das Sich-Anpirschen und Heranschleichen an ein Wild. Im zwischenmenschlichen Bereich bezeichnet Stalking, dass eine Person einer anderen unerwünscht nachstellt und sie verfolgt. Ein „Stalker“ spioniert sein „Opfer“ aus, belästigt und terrorisiert es auf unterschiedlichste Weisen. Stalker sind häufig unberechenbar und versetzen die Betroffenen in Angst und Schrecken. Die Opfer leiden auch noch lange Zeit danach unter körperlichen und seelischen Folgeerscheinungen.

Stalking – was es ist und wie es funktioniert

Beim Stalking werden die Gewohnheiten und Lebensumstände der Opfer über einen längeren Zeitraum ausgespäht. Stalking zeigt sich auf sehr unterschiedliche Weise und ist manchmal so subtil, dass andere es gar nicht als bedrohlich wahrnehmen. Das geht von Telefonterror über das Ausspionieren von Gewohnheiten bis zum Hinterherfahren beim Einkauf oder dem Auflauern am Arbeitsplatz. Auch Verleumdungen und Beleidigungen über Dritte, das unerwünschte Zusenden von Liebesbriefen oder Geschenken sowie Bestellungen auf den Namen und an die Adresse des Opfers sind typische Stalkinghandlungen. Ebenso das Hinterlassen von Nachrichten auf dem AB oder per SMS zu allen Tages- und Nachtzeiten, Sachbeschädigungen oder Bedrohungen.

Die Erforschung des Phänomens Stalking

Es gibt nur wenige Untersuchungen zum Stalking, zum Täterkreis, Motivation oder Verhaltensweisen. Stalking kommt besonders häufig zwischen Ex-Partnern vor und ist damit vorrangig eine Beziehungstat. Es gibt allerdings auch Stalker, die es auf Schauspieler, Politiker oder andere Personen aus dem öffentlichen Leben abgesehen haben. Etwa jeder Zehnte soll laut Statistik im Laufe seines Lebens einmal Opfer eines Stalkings sein. 80 Prozent der Opfer sind weiblich und etwa die Hälfte der Opfer werden von ihrem Ex-Partner gestalkt. Inzwischen weiß man, dass viele Stalker sich anfänglich selbst als Opfer sahen. Für andere ist das Hauptmotiv, Macht über einen anderen Menschen auszuüben. Viele Stalker leiden unter psychischen Störungen, wie z.B. einer Persönlichkeitsstörung oder einer Psychose, in der sie die Realität verkennen.

Wie Stalking-Opfer sich fühlen

Zu Beginn eines Stalkings fühlen sich die Betroffenen häufig nur belästigt. Hält das Stalking an und nimmt an Intensität und Ausmaß zu, rückt bei vielen die Hilflosigkeit in den Vordergrund. Stalking-Opfer leben in ständiger Angst, dass der Stalker ihnen, ihren Kindern oder anderen Angehörigen etwas antut. Schließlich wissen sie nicht, wie der Stalker auf weitere Ablehnung reagiert und wie weit er geht. Viele Betroffene leiden daher in der Folge des Stalkings unter Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit und zunehmenden Ängsten bis hin zu Depressionen. Für viele ist das eine traumatisierende Situation, in der sich manch einer völlig von seiner Umwelt zurückzieht, um sich nicht der Kontrolle des Stalkers auszuliefern. Über die Verstärkung von Sicherheitsmaßnahmen, dem Wechsel des Telefonanschlusses oder durch Wohnungswechsel versuchen viele Betroffene, dem Täter zu entkommen.

Das Anti-Stalking Gesetz

Im Jahr 2006 wurde der Anti-Stalking Paragraph verabschiedet. Mit Paragraph 238 kam etwas mehr Klarheit in die rechtliche Situation. Je nach Schweregrad des Stalkings müssen Stalker mit einer Haftstrafe rechnen. Besonders gefährliche Stalker können zudem vorbeugend in eine sogenannte Deeskalationshaft genommen werde, insbesondere, wenn schwere Straftaten gegen Leib und Leben des Stalking-Opfers zu befürchten sind. Nach Angaben der TU-Darmstadt kommt es in jedem fünften Stalking-Fall neben der psychischen Gewalt auch zu körperlicher Gewalt. Je nach Ausmaß des Stalkings kann es ratsam sein, sich über die Rechtslage bei einem Anwalt zu informieren und eventuell Anzeige bei der Polizei zu erstatten oder eine Unterlassung zu erwirken. Einsicht oder Verständnis ist von einem Stalker nicht zu erwarten.

Hilfsmöglichkeiten bei Stalking

Wer gestalkt wird, sollte möglichst rasch reagieren und einige Anti-Stalking-Tipps beherzigen. Heute weiß man, dass ein Stalking möglichst rasch unterbrochen werden sollte, damit sich beim Täter keine Gewohnheit ausbildet. Wer sein Umfeld über das Stalking informiert, kann dafür sorgen, dass keine Informationen an den Stalker weitergegeben werden. Zudem kann der Austausch mit anderen gut tun. Wer den Stalker einmal ausdrücklich darauf hingewiesen hat, dass ein weiterer Kontakt nicht erwünscht ist, sollte weder auf nachfolgende Telefonate, Emails oder SMS eingehen. In einem unvermeidlichen Kontakt sollte man die Ruhe bewahren und höflich bleiben, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Dafür sollte jede einzelne Belästigung des Stalkers protokolliert und Nachweise aufbewahrt werden. Die Kontrolle über das eigene Leben sollte einem niemand aus der Hand nehmen.

Quellen und weiterführende Literatur:

Susanne Schumacher: Stalking. Geliebt, verfolgt, gehetzt. Ein Ratgeber für Betroffene. Hainholz Verlag 2004.

deutsche-stalkingopferhilfe.de

gegenstalking.de

polizei-beratung.de

Dörthe Huth, privat

Dörthe Huth - Als Autorin ranken sich meine Themen rund um Körper, Geist und Seele. In den folgenden Bereichen kenne ich mich besonders gut ...

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