"Standardsicherung" des G8-Systems: Zentrale Klausuren in NRW

In NRW müssen die Schüler der gymnasialen Oberstufe nun am Ende der Einführungsphase zentrale Klausuren schreiben. Diese dienen der „Standardsicherung".

Wie eine Art Guillotine schwebten die zentralen Abschlussprüfungen über den Köpfen der Schüler des alten G9-Systems (Abitur nach insgesamt 13 Jahren Schule). Doch die ZAPs sind nun Geschichte und deren Stelle nehmen nun die so genannten „zentralen Klausuren“ ein. Diese sollen die „G8-Schüler“ (Abitur nach insgesamt 12 Jahren) am Ende der Einführungsphase (ihrem ersten Jahr in der Oberstufe und gleichzeitig ihrem zehnten Jahr ihrer Schullaufbahn) schreiben. Doch was hat es mit diesen Klausuren auf sich? Wie unterscheiden sie sich von den altbekannten ZAPs und was erwartet die Schüler?

Prüfungsfächer: Deutsch und Mathe

Der erste große Unterschied findet sich schon bei Betrachtung der Prüfungsfächer: Während zu G9-Zeiten noch in Mathe, Deutsch und Englisch geschrieben wurde, beschränkt man sich in den zentralen Klausuren erst einmal auf Deutsch und Mathe. Das begründet sich darin, dass die Möglichkeit, in den modernen Fremdsprachen mündliche Prüfungen anstelle einer Klausur abzulegen, gefördert werden solle. Daher sei eine Erweiterung der zentralen Klausuren auf den fremdsprachlichen Bereich bisher nicht geplant.

Auch besteht inzwischen die Option Englisch schon für die Einführungsphase abzuwählen, sodass dort nicht alle Schüler einer Prüfung unterzogen würden. Weswegen eine solche Prüfung dann auch nicht mehr „allgemein“ wäre. Mathe und Deutsch sind neben Sport die einzigen beiden Fächer, die verpflichtend für jeden Schüler die gesamte Oberstufe hindurch gewählt werden müssen. Zudem haben viele Abiturienten diese beiden als Prüfungsfach oder als Leistungskurs, sodass diese Fächerwahl als Standardsicherung und Selbstkontrolle auch pragmatisch begründbar ist.

Standardsicherung und Selbstkontrolle

Sinn und Zweck der zentralen Klausuren soll eine Art Standardsicherung sein, sowie die Möglichkeit zur Selbstkontrolle. Die Prüfungen dienen also zum einen dazu, alle Schüler mit dem gleichen Maßstab zu messen. – Die Klausuren werden in allen Schulen in NRW zur gleichen Zeit gestellt. Inhalt und Aufgaben sind überall identisch. – Zum anderen sollen sie den Schülern Aufschluss darüber bieten, wie gut ihr eigener Wissens- und Leistungsstand ist, denn die Klausuren knüpfen an die Ansprüche in der Qualifikationphase (die beiden letzten Jahre der Oberstufe) an.

In diesem Sinne wird auch den jetzigen Schülern des letzten G9-Jahrgangs empfohlen, die Chance zu nutzen und die Klausuren als Selbstprüfung mitzuschreiben. Auch für die Seiteneinsteiger aus anderen Schulformen könnte sich dies lohnen. Besonders Defizite können so rechtzeitig aufgedeckt werden, sodass die Möglichkeit entstünde, diese auszumerzen.

Inhalt, Dauer und Gewichtung der zentralen Klausuren

Die Klausuren werden über zwei Unterrichtsstunden (je 45 Minuten) geschrieben. Die Korrektur findet ausschließlich durch den Fachlehrer statt. Eine zentral gestellte Nachschreibklausur wird es nicht geben. Für die Zeugnisnote soll die zentrale Klausur lediglich soviel zählen, wie eine gewöhnliche Klausur und sie im gleichen Zuge auch ersetzen.

Rahmenthema in Deutsch wird Kommunikation mit thematischem Schwerpunkt: Analyse fiktionaler Texte oder Sachtextanalyse sein. Den Schüler erwarten also Erzähltexte, Sachtexte oder dialogische Texte. Die Aufgaben in Mathematik sind ein wenig umfangreicher: Liste der Themen und Aufgaben im Prüfungsfach Mathematik der zentralen Klausuren.

Quelle:

Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Torben Hedlef Böhnke - Torben H. Böhnke, Schüler, NRW Jahrelang war Schreiben eins meiner wichtigsten Hobbys. Nun beginne ich es kommerziell zu ...

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