Star im Schnapsglas: Sakra Sanktus

Der Schnaps aus Weinbirnen wird nur limitiert hergestellt

Aus handverlesenen Weinbirnen wird im Lavanttal der Edelbrand Sakra Sanktus hergestellt. Die Früchte dazu gehören leider zur Mangelware.

Der Weinbirnenschnaps Sakra Sanktus aus dem Lavanttal (Kärnten/Österreich) wird in einer limitierten Auflage von nur 300 Flaschen hergestellt - die Echtheit wird mit Versiegelung und Zertifikat gewährleistet.

Fruchtig

„Die Harmonie liegt beim Sakra Sanktus in der Kombination der Fruchtigkeit und dem leichten Holzton", schwärmt der Primus der Weinbruderschaft, Karl Kopp. Mit ihm haben sich noch weitere 14 Bauern der sonnigen Region dazu entschlossen, die alte Sorte der Weinbirne zu kultivieren, um daraus einen Star der heimischen Schnäpse zu machen.

Langlebig

Der Weinbirnbaum wird bis zu 300 Jahre alt, entsprechend spät, fängt er an Früchte zu tragen, zumindest in einem Ausmaß, dass sich deren Verwertung lohnt. Würde man den Baum nicht kultivieren, würde er von Natur aus erst nach 25 Jahren die ersten Früchte tragen. Einige Landwirte erkannten den Wert des alten Baumes und begannen seine Früchte zu einem neuen Produkt zu verarbeiten, dem Weinbirnenschnaps.

Arbeitsintensiv

Die vollreifen Früchte werden traditionell eingemaischt und mit einem Bauernbrandkessel nach neuesten Erkenntnissen des Doppelbrandverfahrens destilliert. Die Schnäpse der 15 Mitgliedsbauern werden jährlich von einer unabhängigen Jury in einer Blindverkostung beurteilt. Die Besten davon werden in ein Holzfass aus heimischer Eiche gefüllt. Unter notarieller Aufsicht wird nochmals die Qualität geprüft, schließlich soll daraus dann der Schnaps der Sonderklasse, der Sakra Sanktus abgefüllt werden. Ein Tipp vom Kellermeister: „Am Besten schmecken Schnäpse wenn sie eine Temperatur von 15 bis 18 Grad haben".

Fast ausgerottet

Um die Jahrhundertwende prägten die mächtigen Kronen der Weinbirnbäume die Landschaft. Sie sind eine Kreuzung zwischen der ungarischen Schneebirne und der Holzbirne. Man vermutet, dass sie zur Zeit der Kelten ins Land gekommen sind. Ein Weinbirnbaum ernährt einen Knecht, lautete damals eine Bauernweisheit, die darauf zurückzuführen war, dass gerade Birnen einen hohen Nährwert haben, mehr als Äpfel. Birnenmost und Dörrobst zählten zu den Grundnahrungsmitteln. Als sich die Vorratsgewohnheiten änderten und auch der Birnenmost immer mehr an Bedeutung verlor, fielen viele Weinbirnbäume der Säge zum Opfer, um die Ackerflächen besser und mit Maschinen bebauen zu können. Ein großer Schaden, wie man heute weiß.

Aufgewertet

In den vergangenen 20 Jahren haben die hochwertigen Obstprodukte aus bäuerlicher Herstellung wieder an Wert und Ansehen gewonnen. Damit stieg auch wieder das Interesse, die Früchte durch neue Technik und Technologie qualitätsorientiert zu verarbeiten. Dazu gehören auch Untersuchungen zu den Inhaltsstoffen der Most- bzw. Weinbirne. Wann die Birne zur optimalen Reife kommt hängt vom Standort ab, meist sind sie in der zweiten Hälfte im Oktober erntebereit. Für die bestmögliche Verarbeitung sollten die Birnen vollreif, nicht aber überreif sein, denn die Früchte sind kaum länger als fünf bis zehn Tage lagerfähig.

Inhaltsstoffe der Mostobstsorten:

  • Säuren (Apfelsäure, Zitronensäure, etc.)
  • Zucker (Glucose, Fructose, Saccharose, etc.)
  • Gerbstoffe (Polyphenole)
  • D-Sorbit

Der gepresste Saft sollte vom Gehalt her aufweisen:

  • Titrierbare Säure: ca. 6 – 9 g/l
  • Gesamtzucker: ca. 100 – 180 g/l
  • Polyphenole: max. 0,5 – 2,5 g/l
  • D-Sorbit: ca. 10 – 40 g/l
CJ, Jon

Christina Jonke - Geboren in Villach, Kindheit in Napplach im Mölltal und Triest, lebt jetzt in Klagenfurt. Nach VS und AHS, Lehre zur ...

rss