Stark, sensibel und seriös – Vorsicht vor englischen Adjektiven

Ein starkes Kind ist weder
Ein starkes Kind ist weder "stark" noch "kind" - epSos.de
Seriös, sensibel und sympathisch können Sie Leute auch auf Englisch finden, allerdings nicht mit den ähnlichen Adjektiven, denn sie sind falsche Freunde.

Falsche Freunde zu erkennen ist nicht ganz leicht, selbst wenn sie wie in diesen zwölf Beispielen klein beziehungsweise sogar etwas anders geschrieben werden. Die Ähnlichkeit ist immer noch groß genug, um die Wörter im Englischen kennen zu glauben – worin ja gerade die Schwierigkeit der falschen Freunde besteht. Hier sind zwölf verzwickte Adjektive, vor denen Sie sich auf jeden Fall in Acht nehmen sollten.

Wenn der Brief im Bad bald ganz brav daliegt – falsche Freunde mit “b”

Das deutsche Bad wird im Englischen zum Adjektiv, nämlich zum schlechten: “bad” heißt böse, krank oder mangelhaft. Wer das englische “bald” liest, sollte nicht damit rechnen, dass etwas schnell passiert, sondern dass jemand als glatzköpfig oder etwas als kahl beschrieben wird.

Obwohl verständlich durch die fast gleiche Schreibweise ist es doch ungünstig, das englische “brave” als deutsches brav misszuverstehen, da die beiden Adjektive fast Gegensätzliches beschreiben: “a brave person” ist tapfer, kühn und mutig, während ein braver Geselle als “good”, “honest” oder “well-behaved” beschrieben werden müsste. “Brief” hat nichts mit dem Postboten zu tun, sondern bezeichnet jemanden, der sich kurzfasst. Als Verb wird “to brief” im Sinne von einweisen oder informieren verwendet.

Stark, sensibel und seriös – Vorsicht vor Adjektiven mit “s”

Die folgenden Adjektive mit “s” haben es in sich, wie wir sehen werden. Obwohl sie im Deutschen etwas anders geschrieben werden als im Englischen, besteht doch noch genügend Ähnlichkeit, um sie zu verwechseln. Das englische “sensible” bezeichnet nicht etwa ein Sensibelchen (das wäre “sensitive”), sondern jemanden, der verständig oder vernünftig ist.

Will man jemanden auf Englisch als seriös bezeichnet, greift man zu den Adjektiven “respectable” oder “sincere”, nicht aber “serious”, denn das wäre ernst oder gravierend. “Stark” bezeichnet nicht etwa die körperliche Kraft, sondern eine Person, die starr, steif oder sachlich ist. Verwirrend wird es auch bei dem Adjektiv sympathisch (“friendly”, “personable”, “likeable”), da das englische “sympathetic” jemanden bezeichnet, der verständnisvoll oder mitfühlend ist. Der deutsche Stern wird im Englischen gar zum strengen oder ernsten Menschen als “stern”.

Das grosse Kind und der Dank – weitere falsche Freunde unter den Adjektiven

Zum Schluss ein paar häufig vorkommende Adjektive, die man sich gut einprägen sollte. “Dank” zum Beispiel zeugt im Englischen nicht von Dankbarkeit, sondern bezeichnet etwas, das (unangenehm) feucht ist. “Fast” hat nicht mit fasten zu tun, sondern heißt fest, schnell oder beständig.

Wer das englische “gross” als deutsches groß (“big”, “tall”, “huge”) liest, wird sich wundern, denn “gross” ist etwas Ekelhaftes, Grobes oder Grausames. Das Kind schließlich, im Englischen klein geschrieben, bezeichnet jemanden, der freundlich, gütig oder höflich ist.

Wer sich diese zwölf häufig vorkommenden Adjektiven gut einprägt, wird ein paar Missverständnisse vermeiden. Es gibt falsche Freunde jedoch auch unter den Verben und Substantiven – einige sogar ohne Unterscheidung in der Schreibweise, also aufgepasst.

Simone Preuss, Steffen Löffler

Simone Preuss - Simone Preuss ist freiberufliche Autorin und Übersetzerin (Englisch–Deutsch, Deutsch–Englisch). Nach dem Studium der ...

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