Starkoch Heinz Beck: Ein Bayer in Rom

Heinz Beck - Cucina - Heinz Beck
Heinz Beck - Cucina - Heinz Beck
Ein Interview mit Heinz Beck - der Deutsche arbeitet bereits seit 16 Jahren im Restaurant Pergola im Fünfsterne-Hotel Cavalieri Hilton in Rom.

Ein ganz normaler Tag im Restaurant Pergola im Fünfsterne Hotel Cavalieri Hilton in Rom. Starkoch Heinz Beck erledigt letzte Telefonate, sein Assistent kümmert sich um die aktuellen Pressemitteilungen mit den neuen Rezepten des Meisters und Scharen von Kellnern legen Hand an die Tischdekoration des Luxusrestaurants. In 90 Minuten werden die ersten Gäste erwartet, das Restaurant ist – wie jeden Abend – voll ausgebucht. So wie der gebürtige Bayer Heinz Beck, der seit 16 Jahren in Rom arbeitet.

Ein 14-Stunden-Arbeitstag ist normal

„Mein Tag beginnt um 11 Uhr morgens und endet so gegen 1 Uhr“, erzählt der 48-jährige mit einem breiten Lächeln. Sicherlich sei das manchmal stressig, aber es mache ihm enormen Spaß, hat er doch sein Hobby zum Beruf gemacht. Heinz und sein Zwillingsbruder Hermann werden am 2. November 1963 geboren. „Mein Bruder wollte schon als kleines Kind Koch werden“, erzählt Heinz Beck. „Ich wollte eigentlich Kunstmaler werden, aber mein Vater war dagegen. Dann wollte ich auch Koch werden.“ Aber zwei Köche in der Familie - das wollte wiederum der Vater nicht. Eine Münze hat dann über den beruflichen Werdegang der Brüder entschieden: Hermann machte eine Lehre in der Hotelgastronomie und Heinz begann mit 17 Jahren eine Kochlehre. Heute leitet Hermann ein Hotel in Sheffield/England und Heinz ist Starkoch in einem der besten Restaurants Italiens. Bis zur Pergola war es sinnbildlich ein langer Weg, der vom Feinkostladen Käfer in München über Freiburg und Mallorca nach Aschau führte. Seit dem 10. Oktober 1994 arbeitet Heinz Beck im Cavalieri Hilton Hotel in Rom.

„An Weihnachten fehlt mir Deutschland“

Mittlerweile hat er sich sehr gut in Rom eingelebt. Auch wenn ihn gerade an Weihnachten das Heimweh befällt. „Hier in Italien wird Weihnachten nicht so gefeiert wie in Deutschland“, erzählt Heinz Beck. „Im Norden ist es viel gemütlicher.“ Sicherlich habe sich in den vergangenen Jahren etwas getan bezüglich Weihnachts-Shopping, aber so ein deutscher Weihnachtsmarkt sei einfach einmalig. Doch ansonsten gefällt es ihm sehr gut in Rom, erklärt der Koch während er verzückt vom Panoramafenster des Restaurants auf die Stadt blickt. Seine Bande zu Italien hat Heinz Beck zusätzlich im Januar 2001 gefestigt, als er die Sizilianerin Teresa Maltese geheiratet hat. Teresa ist außer Freundin und Frau auch der Starkoch in der Familie Beck. „Ich esse am liebsten zu Hause“, gesteht Heinz Beck. „Und am liebsten lasse ich mich von meiner Frau bekochen.“ Konkurrenzdruck gäbe es dabei überhaupt nicht. Teresa kocht ausschließlich mediterrane Küche, eine Kost, die Heinz Beck liebt und die er sich auch auf seine berufliche Fahnen geschrieben hat.

Kreative Ideen auch im Schlaf

„Ich bevorzuge die mediterrane Küche“, erklärt der Koch. „Sie ist gesund und leicht.“ In seinen Kreationen spielt sie auch immer eine große Rolle. Heinz Beck ist international bekannt für seine kreativen Gerichte. Zahlreiche Bücher sind bereits erschienen. Für das im November 2002 erschienene Buch „Beck Heinz“ erhielt er sogar die Auszeichnung „Best Chef Book of the World 2002“. Seine Ideen überraschen ihn manchmal auch im Schlaf. „Ich habe neben meinem Bett immer Papier und Bleistift liegen“, erzählt der Koch. „Denn manchmal träume ich von neuen Gerichten und muss sie mir gleich aufschreiben.“

Alexandra Barone, Alexandra Barone

Alexandra Barone - Alexandra Barone arbeitet seit 1996 als Journalistin. Nach einem Volontariat im Pressebüro der Aktion Mensch, war sie vier Jahre lang ...

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