In Berlin wird ab dem Schuljahr 2010/2011 in Folge der Schulstrukturreform der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung eine Zusammenlegung der Haupt-, Real- und Gesamtschulen zu der integrierten Sekundarschule erfolgen. Die Fusion dieser drei Bildungsgänge beginnt ab dem kommenden Schuljahr und wird spätestens ab dem Schuljahr 2011/2012 von allen allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I umgesetzt worden sein. Schülerinnen, Schüler und Eltern haben in Zukunft nach der Grundschule nur noch die Wahl zwischen der Integrierten Sekundarschule und dem Gymnasium.

Integrierte Sekundarschule

Zielsetzung der Integrierten Sekundarschule ist, alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I an einer Schulform zu unterrichten und durch leistungsdifferenzierte Kurse eine bestmögliche Förderung erhalten. Des Weiteren sollen individuelle Kompetenzen gestärkt wie auch das Bildungsniveau der Schülerinnen und Schüler angehoben werden.

Die einzelne Schule trägt die Verantwortung dafür, dass die Schülerinnen und Schüler, unabhängig von sozialer Herkunft, Herkunftssprache und der individuellen Lernausgangslage nach der Grundschule, zu dem bestmöglichen Abschluss geführt werden. Angestrebt wird, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler, die aufgrund der Selektionsverfahren keinen Zugang zu dem Gymnasium erhalten, trotzdem die Möglichkeit bekommen, in die Sekundarstufe II einzutreten und das Abitur nach zwölf oder dreizehn Schuljahren zu absolvieren.

Zugangskriterien zu der Integrierten Sekundarschule und dem GymnasiumIm Rahmen der Berliner Schulstrukturreform wird ab dem Schuljahr 2011/2012 auch der Übergang von der Grundschule an die weiterführende Oberschule neu organisiert. Bereits früh erfolgt in der Grundschule mit den Schülern und Eltern eine individuelle und verbindliche Beratung über die weitere Schullaufbahn ab Jahrgangsstufe 7. Auf der Grundlage des Leistungsvermögens, der Lernkompetenz, der Neigungen etc. erstellt die Grundschule in einer schriftlichen Förderprognose eine Empfehlung für den Besuch einer Sekundarschule oder eines Gymnasiums. Nachdem diese Empfehlung erfolgt ist, entscheiden die Eltern über die weiterführende Schulform. Anhand des Schülerprofils, der prognostizierten leistungskapazität und der Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze in der ausgewählten Schule, wird über die Aufnahme des Schülers entschieden.

An den Gymnasien wird die Probezeit erhöht und beträgt in Zukunft ein Schuljahr. In dem Fall, dass das Probejahr nicht bestanden wird, erfolgt der Wechsel in die Jahrgangsstufe 8 einer entsprechenden Sekundarschule. Nur auf Antrag beziehungsweise in besonderen Fällen, ist ein Wiederholen der Jahrgangsstufe vorgesehen.

Abschlüsse der Integrierten SekundarschuleDie Benennung der Schulabschlüsse wird sich in Folge der Schulstrukturreform ebenfalls ändern. Der bisherige Realschulabschluss nach dem zehnten Schuljahr, wird umbenannt in "Mittlerer Schulabschluss". Der Hauptschulabschluss erhält die Bezeichnung der "Berufsbildungsreife" und der erweiterte Hauptschulabschluss wird "erweiterte Berufsbildungsreife" genannt.

Um in die Sekundarstufe II übergehen zu können, bedarf es bestimmter Voraussetzungen, wie zum Beispiel den bestandenen MSA-Abschluss, eine zweite Fremdsprache, Besuch der Unterrichtskurse auf gymnasialen Niveau etc.

Sekundarstufe II

In Bezug auf die Sekundarstufe II sei zu erwähnen, dass nach dem Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin, von der Senatsverwaltung für Justiz, vom 04. Februar 2010, festgelegt wurde, dass diese von der gymnasialen Oberstufe und den Kooperationen mit beruflichen Schulen gebildet wird. Als berufliche Schulen gelten:

  • Berufsschulen
  • Berufsfachschulen
  • Berufsoberschulen
  • Fachschulen
  • Fachoberschulen
  • berufliches Gymnasium
Die Sekundarschulen, die keine gymnasiale Oberstufe in ihrer Schule haben, sind dazu verpflichtet mit Gymnasien und / oder beruflichen Schulen verbindliche Kooperationsverträge zu schließen, um zu garantieren, dass die qualifizierten Schülerinnen und Schüler nach der Sekundarstufe I ohne Unterbrechung das Abitur absolvieren können. Das Abitur an einem Gymnasium, der gymnasialen Oberstufe einer Sekundarschule oder einer beruflichen Schule soll qualitativ gleichwertig sein.

Beginn der Sekundarschulen in Reinickendorf

Für die Oberschulen des Bezirks Reinickendorf, wurde erwirkt, dass die Schulleitungen frei entscheiden können, zu welchem Zeitpunkt sie als Integrierte Sekundarschule beginnen wollen. Der unterschiedliche Start der einzelnen Schulen ist primär darin begründet, dass die zukünftigen Sekundarschulen konkrete Konzepte und Schulprofile ausarbeiten und auch räumliche und bauliche Veränderungen vornehmen müssen, um den ganztägigen Schulbetrieb realisieren zu können. Da die einzelnen Schulen in Reinickendorf sich auf unterschiedlichem Ausarbeitungsstand befinden, haben die Schulen die Möglichkeit, bereits als Integrierte Sekundarschule zu beginnen, deren konkreten Ausarbeitungen nahezu finalisiert sind.

Reinickendorfer Sekundarschulen, die ab dem Schuljahr 2010/2011

  • Bettina-von-Arnim-Oberschule (ehemals Gesamtschule)
  • Julius-Leber-Oberschule (ehemals Hauptschule)
  • Paul-Löbe-Oberschule (ehemals Hauptschule)
  • Integrierte Sekundarschule Alt-Wittenau ( Fusion einer Haupt- und einer Realschule)
  • Greenwich-Oberschule (ehemals Hauptschule)
  • Carl-Bosch-Oberschule (ehemals Hauptschule
  • Albrecht-Haushofer-Oberschule (ehemals Realschule)
Reinickendorfer Sekundarschulen, die ab dem Schuljahr 2011/2012 beginnen:

  • Max-Beckmann-Oberschule (Gesamtschule)
  • Gustav-Freytag-Oberschule (Realschule)
  • Benjamin-Franklin-Oberschule (Realschule)
  • Carl-Benz-Oberschule (Realschule)
Schülerinnen und Schüler, die sich an einer der Schulen anmelden, die erst im Schuljahr 2011/2012 als Integrierte Sekundarschule beginnen, bedeutet es, dass sie unter den bisherigen Bedingungen der Schulform den MSA (mittleren Schulabschluss) absolvieren können. Die erlangten Abschlüsse der Gesamtschule und der Realschule bleiben an diesen Schulen noch bestehen.

Übergangsregelungen für den Übertritt in die 7. Klasse im Schuljahr 2010/2011

Für die Schülerinnen und Schüler, die jetzt die 6. Klasse der Berliner Grundschule besuchen, gelten in diesem Schuljahr bei der Anmeldung an die weiterführende Oberschule noch die bisherigen Aufnahmekriterien. Dieses bedeutet, dass Eltern ihr Kind an der ausgewählten, bevorzugten Oberschule anmelden können. Bei der Anmeldung können bis zu drei bevorzugte Schulen angegeben werden. Über die Aufnahme an der gewählten Schule sind Kriterien, wie die Schulempfehlung, die Sprachenfolge, das passende Schulprofil und die Schulwegzeit entscheidend. An den Gymnasien beträgt die Probezeit im kommenden Schuljahr noch ein Schulhalbjahr.

Anmeldezeitraum

In der Zeit vom 1. bis 12. März 2010 müssen die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen erfolgen. Vorgezogen Anmeldezeiträume liegen für die Gemeinschaftsschulen, den Staatlichen Europaschulen, Sportschulen, mathematisch-naturwissenschaftlichen Zügen vor. An diesen Schulen haben die Schülerinnen und Schüler sich in der Zeit vom 8. bis 17. Februar 2010 anzumelden.