Stauden pflanzen – bunte Wildstauden für den Schatten

Leberblümchen - © Erich Keppler / pixelio.de
Leberblümchen - © Erich Keppler / pixelio.de
Beet- und Prachtstauden benötigen meist Sonne, ergiebigen Boden und ständige Pflege. Wildstauden eignen sich auch für schattige Lagen und sind pflegeleicht.

Eine harmonische Staudenpflanzung ist nicht ganz einfach zu gestalten. Man sollte sich vorher über den Zweck im Klaren sein. Sollen Prachtstauden im Beet bunt zusammen gepflanzt werden oder sollen Wildstauden mit Gehölzen, Zwiebelblumen und Bodendeckern kombiniert werden. Zu einem artenreichen Garten gehören naturnahe Pflanzungen, die mit der Zeit zu stabilen Pflanzengemeinschaften zusammenwachsen und kaum noch die pflegende Hand des Gärtners benötigen. Viele dieser Stauden wurden in den letzten Jahrzehnten aus den Gärten zugunsten der Zuchtformen verdrängt. Auch wenn heimische Wildstauden auf den ersten Blick etwas unscheinbarer aussehen als ihre exotischen Verwandten, ist ihr Wert für die heimische Tierwelt bedeutend, denn sie bieten den hier lebenden Insekten Nektar und Pollen.

Die Pflanzung der Gartenstauden

Die beste Zeit um die Stauden zu setzen liegt zwischen September und November oder März bis Mai. Der Boden sollte unkrautfrei und mit reifem Kompost angereichert sein. Die Stauden benötigen eine langsam fließende Nahrungsquelle. Bei zu viel Düngung werden vermehrt Blattmasse und weniger Blütenansätze gebildet. Im Gegensatz zu den meisten Prachtstauden sind viele Wildstauden nicht auf volle Sonne angewiesen.

Wildstauden für schattige, humose, feuchtere Stellen im Garten

Diese Gartenbereiche sollten nach der Pflanzung der Stauden gemulcht werden, damit die Bodenfeuchte erhalten bleibt. Hier passen Blumenzwiebeln zur Ergänzung gut dazu.

  • Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) – Aconitum gibt es in den Farben gelb, blau, weiß und Hellrosa. Alle blühen zwischen Juni und August. Die Pflanze ist stark giftig.
  • Busch-Windröschen (Anemone nemorosa) – auch beim Buschwindröschen gibt es verschiedene Farben, nämlich weiß, cremegelb und lilablau. Die cremegelbe Variante blüht im April/Mai, die anderen im März und April.
  • Große Sterndolde (Astrantia major) – sie blüht in Weiß von Juni bis August. Eine dunkelrote Sorte kann auch noch im September bewundert werden.
  • Gelber Fingerhut (Digitalis lutea) – dieser Fingerhut zeigt seine gelben Blüten von Juni bis August.
  • Brauner Storchschnabel (Geranium phaeum) – ihn gibt es nicht nur in Braun. Die Farbpalette reicht von rotviolett (blüht von Juni bis September) über braunviolett, weiß, rosa (alle blühen im Mai und Juni) bis zu violettbraun gefleckt. Die letzte Sorte blüht im Juni und Juli.
  • Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) – sie zeigt im März und Mai entweder rosa-purpurne oder purpur-blaue Blüten.
  • Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum) – dieser blüht von Mai bis August in Gelb.
  • Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) – von Mai bis Juni können hellblaue Blüten bewundert werden.
  • Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) – schon im März sind bis in den Mai hellgelbe Blüten zu sehen. Sie ist eine gute Futterpflanze für Schmetterlinge, Wildbienen und Hummeln.
  • Wald-Ehrenpreis (Veronica officinalis) – die Blüten des Wald-Ehrenpreises sind blau geadert und zeigen sich von Juni bis August. Die jungen Blätter der Pflanze können gekocht als Gemüse verwendet werden.

Pflanzen für diese Standorte, die mehr durch Form als durch Blütenfarbe bestechen, sind Wald-Frauenfarn (Athyrium filix-femina), Hänge- oder Riesen-Segge (Carex pendula), Schneeweiße Hainsimse (Luzula nivea) und Europäischer Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris).

Stauden für schattige und trockene Stellen im Garten

Folgende Wildstauden fühlen sich auch noch an kahlen Stellen unter Gehölzen oder unschönen Flecken im trockenen Schatten von Gebäuden wohl:

  • Ästige Graslilie (Anthericum ramosum) - sie blüht von Juni bis August in weiß
  • Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia) – diese Glockenblume ist in blau und weiß erhältlich. Sie blüht von Juni bis August. Ihre Blätter können als Salat oder Gemüse verwendet werden.
  • Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum) – diese Staude blüht von Februar bis April in den Farben rosa und weiß
  • Ruprechtskraut, Stink-Storchschnabel (Geranium robertianum) – im Juni und Juli blüht der Storchschnabel weiß-lila
  • Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) – grüne Blüten zeigen sich von Februar bis in den April.
  • Gewöhnliches Leberblümchen (Hepatica nobilis) –diese kleine Staude blüht im März und April in leuchtendem Blau.
  • Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus) – sie blüht im Juni und Juli in Gelb
  • März-Veilchen (Viola odorata) – ihre weinroten oder dunkelvioletten Blüten riechen angenehm und erfreuen Auge plus Nase im März und April.

Weiße Segge (Carex alba), Gewöhnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas), Nickendes Perlgras (Melica nutans), Gewöhnlicher Tüpfelfarn und Engelsüß (Polypodium vulgare) besiedeln trockene Schattenplätze ebenfalls problemlos.

Quellen:

  • Marie-Luise Kreuter, Der Biogarten, BLV München , € 29,90
  • Natur pur erleben, F. und M. Strickler
  • Bildnachweis: Buschwindröschen © Himi / pixelio.de
  • Leberblümchen © Erich Keppler / pixelio.de
Heike Sebastian, Heike Sebastian

Heike Sebastian - Sozialarbeiterin, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt "Klassische Homöopathie", Schulleitung von "Feloidea", Institut für ...

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