Stecklingsvermehrung aus Hecken-Schnittgut

Stecklingshölzer mit wenig Laub  - Ingrid Oertel
Stecklingshölzer mit wenig Laub - Ingrid Oertel
Wenn im Sommer die Garten-Hecken gestutzt werden, fällt viel Schnittgut an. Hainbuche, Buchsbaum, Liguster & Co. liefern Material für Stecklingshölzer.

Zugegeben, ein wenig Geduld braucht es schon, neue Hecken aus Stecklingen zu ziehen. Aber es lohnt sich in jedem Fall.

Das übers Jahr anfallende Schnittgut von Sträuchern und Hecken muss nicht zwangsläufig entsorgt werden. Denn es liefert das Material zur Anzucht einer neuen Hecken-Generation.

Wohin mit dem Abfall vom Auslichten der Hecken

Natürlich können Zweige und Äste gehäckselt werden. Auch das manuelle Zerkleinern mit der Hecken- oder Rosenschere genügt, um ein schönes Mulchmaterial zu bekommen. Es bildet als Decke unter den Beerensträuchern sowie unter allen Hecken einen Schutz, der den Boden vor Errosion und Austrocknung bewahrt. Die Nährstoffe dieser Mulchdecke zersetzen sich langsam und gehen zurück in den Kreislauf der Natur.

Kleinere Mengen Heckenschnitt können zerkleinert und leicht angetrocknet dem Kompost beigemischt werden. Durch die etwas gröbere Struktur der Zweige und kleinen Äste wird der Kompost gut durchlüftet und bleibt locker.

Was sollte bereit stehen zur Anzucht von Stecklingen

Zunächst ein Gefäß in ausreichender Größe. Etwa im Abstand von 10 bis 15 Zentimetern voneinander werden die Stecklinge in die Erde gebracht. Zur Anzucht eignen sich mit Folie ausgekleidete flache Obstkistchen oder Pflanzschalen. Sand oder mit Sand vermischte Blumenerde ist ideal für das Ziehen von Stecklingen. Wer möchte, kann sich im Gartencenter ein spezielles Bewurzelungspulver besorgen.

Stecklinge ziehen geht ganz einfach

Mit der eigenen Vermehrung von Gehölzen lässt sich eine Menge Geld sparen. Allerdings erfordert es etwas Zeit, bis sich die Stecklinge bewurzeln. Dann wiederum dauert es eine Weile, bis daraus eine Hecke gewachsen ist.

Wer dennoch eine Kinderstube für die Anzucht von Gehölzen einrichten möchte geht so vor:

Am besten eignen sich Stecklinge vom zweijährigen Holz. Sie fallen beim Heckenschnitt an oder man nimmt sie direkt vom Strauch oder von der Hecke ab. Die Länge sollte etwa 15 bis 20 Zentimeter betragen.

Die Blätter werden bis auf eines oder zwei kleine entfernt. Der Steckling sollte nun mindestens eine Stunde liegen bleiben, damit sich die Schnittwunde schließt. Dann kommt er in mit reichlich Sand vermischte Blumenerde. Oder nur in Sand. Gartenerde eignet sich zur Anzucht von Stecklingen nicht optimal, weil sie in Gefäßen leicht verhärtet.

Wie geht es weiter mit den Steckhölzern

Das Gefäß mit den jungen Heckennachkömmlingen sollte schattig gestellt werden und darf nicht austrocknen.

Bereits nach einigen Wochen beginnt der eingesteckte Heckenabschnitt Wurzeln zu treiben. Ein sicheres Zeichen hierfür ist der Neuaustrieb von kleinen hellgrünen Blättern.

Jetzt benötigen die Stecklinge etwas mehr Nährstoffe. Sie können nun mit einer nahrhafteren Erde versorgt und in ein tieferes Gefäß umgepflanzt werden.

Sobald sie ein stabiles Wurzelgeflecht entwickelt haben, können die Jungpflanzen im Garten an ihren endgültigen Platz umziehen.

Im ersten Jahr nach der Pflanzung sollte die junge Hecke mit einer dicken Mulchschicht aus Laub oder angetrocknetem Grasschnitt vor den Frösten im Winter geschützt werden.

Ingrid Oertel, Matthias Oertel

Ingrid Oertel - Texterin und Journalistin Ich schreibe am liebsten über Natur- und Gartenthemen Mit der Kamera halte ich gerne spannende ...

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