Der 44-jährige Stefan Raab ist beim Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf am 14. Mai neben Judith Rakers und Anke Engelke Moderator der weltweit größten Musiksendung und des größten Fernsehereignisses des Jahres. Bei seinem „Heimatsender“ ProSieben soll er einen Vertrag über 185 Millionen unterzeichnet haben, und für das ZDF schrieb er den Titelsong für „1, 2 oder 3“.

Stefan Raabs Karrierebeginn

Seine diversen Berufsbezeichnungen und die Aufzählung aller seiner Aktivitäten umschreiben nicht im Detail alles, was Stefan Raab erfolgreich angeht: Entertainer, Moderator, Sänger, Komponist, Fernseh- und Musik-Produzent und Songwriter. Der in Köln geborene und heute noch in Köln lebende Stefan Raab absolvierte nach seinem Abitur fünf Semester eines Jurastudiums und neben seinem Studium im elterlichen Betrieb eine Metzgerlehre, die er mit Auszeichnung bestand. Den Weg in die Musik- und Fernsehbranche fand Raab schnell, als er sich 1990 mit einer Produktionsfirma für Jingles, einem Musikverlag und als Songwriter selbständig machte.

Stefan Raab und die Musik

Als ihm der neue Musiksender VIVA 1993 die Moderation angeboten hatte und Raab annahm, entstand im Folgejahr sein Rap-Song über den damaligen Bundestrainer Berti Vogts. Das war sein erfolgreicher Einstieg ins Musikgeschäft. Sein „Böörti Böörti Vogts“ kletterte bis auf Rang vier der deutschen Hitparade.

Nun wagte er sich an den Eurovision Song Contest. Ralph Siegel war der deutsche Komponist, dessen Titel überwiegend zum Eurovision Song Contest (ESC) entsandt wurden. Diese Stelle wollte Stefan Raab einnehmen und besser abschneiden. Unter dem Pseudonym Alf Igel in enger Anlehnung an den Namen Ralph Siegel komponierte er 1998 den Titel „Guildo hat euch lieb“ für Guildo Horn, der den siebenten Platz errang. Mit „Wadde hadde dudde da?“ trat Raab 2000 beim ESC selbst an und wurde Fünfter. Für den ESC-Wettbewerb 2004 entdeckte Stefan Raab Max Mutzke, promotete ihn und komponierte für ihn „Can’t wait until tonight“. Mutzke wurde Achter.

Stefan Raab und seine Shows

Bei einer Casting-Show „Unser Star für Oslo“, von Stefan Raab, ProSieben und der ARD initiiert, wurde unter Jurypräsident Stefan Raab in acht Shows der deutsche Teilnehmer für den ESC 2010 in Oslo ermittelt: Es gewann mit ihrem Song „Satellite“ die Hannoveranerin Lena Meyer-Landrut. Sie siegte dann auch mit großem Punktevorsprung vor der Konkurrenz. Lenas erstes Album nach dem Sieg in Oslo wurde von Stefan Raab produziert. In drei Shows unter Jurypräsident Stefan Raab wurde mit ProSieben und der ARD unter 12 Songs per Televoting „Taken by a stranger“ ausgewählt. Diesen Song wird Lena bei ihrer Titelverteidigung am 14. Mai 2011 in Düsseldorf vortragen. Auch Lenas zweites Album hat Stefan Raab erfolgreich produziert.

Seinen Durchbruch bei Shows schaffte Stefan Raab 1999 mit „TV Total“ bei ProSieben. Zuerst nur einmal pro Woche gesendet, gelangte sie ab 2001 viermal pro Woche in das Programm von ProSieben. Raab gelang es, markige Sprüche von Politikern oder gar nur Wortfetzen bekannter Persönlichkeiten aus dem Zusammenhang zu reißen und zu vermarkten. Erinnert sei nur an „Ho mi ma ne Flasche Bier“ von Kanzler Schröder oder seinen „Maschendrahtzaun“ aus einer TV-Gerichtssendung.

In losen Abständen macht Raab im deutschen Fernsehen mit Show-Veranstaltungen auf sich aufmerksam und findet dafür ein breites Publikum: Stock-Car-Rennen, WOK-Weltmeisterschaft, „Schlag den Raab“, seine Poker-Veranstaltungen, Boxkämpfe gegen Weltmeister und Weltmeisterinnen und vieles andere mehr.

Sicher werden noch andere erfolgreiche Unternehmungen von Stefan Raab folgen. Finanziell erfolgreich ist Stefan Raab bereits: Neben seinem 185-Millionen-Vertrag für fünf Jahre bei ProSieben soll Raab jedes Jahr sehr gut verdienen: Bereits 2006 mehr als 500.000 Euro.

Über sein Privatleben ist so gut wie nichts bekannt. Er soll mit Nike, einer Redakteurin der „TV Total“-Produktionsfirma „Brainpool“, zusammenleben und mit ihr zwei Kinder haben.

Quellen: Rheinische Post, Köln-allgemein, BZ, Stern, Kölner Express, verschiedene Foren

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