Für ein gutes Foto braucht man neben einer Kamera Licht. Viel Licht macht aber nicht automatisch auch bessere Bilder. Dass auch in der Dunkelheit atemberaubende Aufnahmen gelingen, beweisen die Bilder des Space-Teleskop Hubble. Aber auch der Fotoamateur auf der Erde ist in der Lage, bei Nacht eindrucksvolle Fotos zu machen. Und wie er zu solchen Bilder gelangt, zeigt ihm der Astrofotograf Stefan Seip in seinem neuen Buch.

Nach einer allgemein gehaltenen Einleitung steigt der Autor direkt in das Thema ein. Doch er fällt nicht mit der Tür ins Haus. Nachdem im Vorwort das Prinzip der Astrofotografie und die benötigten Geräte vorgestellt wurden, kann der Leser sich beruhigt auf das Buch einlassen. Langsam, Schritt für Schritt, führt Stefan Seip ihn in die Weiten des Alls. Und mit jedem Schritt steigert er die Ansprüche.

Allroundwerkzeug digitale Spiegelreflexkamera

Um als Fotoamateur in das Hobby Astrofotografie einzusteigen, bedarf es zunächst keiner zusätzlichen Investitionen. Eine gute digitale Spiegelreflexkamera, Objektive unterschiedlicher Brennweiten und ein stabile Stativ sind die Grundvoraussetzungen für gelungene erste Versuche. Jetzt fehlen nur noch die geeigneten Motive. Dabei lässt Stefan Seip den Leser nicht allein. In den vier Kapiteln kommen nach der grundsätzlichen Einleitung viele Motivbeispiele, an denen man sich orientieren kann. Für den Fotografen mit der Kamera auf dem Stativ gehören dazu neben Bildern des Mondes oder von Sternbildern alle Arten von Himmelserscheinungen. Das können bizarre Wolkenformationen, Sonnenfinsternisse oder Polarlichter sein.

Die Kamera auf dem astronomischen Stativ

Je weiter man sich in das Weltall und das Hobby Himmelsfotografie hinein wagt, um so aufwändiger wird die Umsetzung. Mit zunehmender Belichtungszeit wandern die Sterne durch das Bild. Aus den bekannten Punkten werden Striche. Das mag zuweilen interessant aussehen. Möchte man aber etwas mehr über die Sternbilder oder das Aussehen von entfernten Objekten erfahren, so machen die Strichspuren die Informationen unbrauchbar. Abhilfe schafft eine astronomische Montierung. Stefan Seip erläutert auch jetzt wieder die Vorteile dieser besonderen Befestigung. Er gibt Hinweise wie man qualitativ gute Modelle erkennt und was man vor der ersten Aufnahme an Einstellungen durchführen muss. Und an die allgemeinen Hinweise schließen sich wieder Motivtipps mit eindrucksvollen Beispielbildern an.

Weitere Aufnahmetechniken und Bildbearbeitung

Doch damit sind die Möglichkeiten der Himmelsfotografie noch nicht ausgeschöpft. Ersetzt man das Fotoobjektiv durch ein Fernrohr, kann man wesentlich kleinere Objekte sichtbar machen. Und setzt man diese Kombination auf eine astronomische Montierung stehen einem alle Möglichkeiten der Astrofotografie mit einer digitalen Spiegelreflexkamera offen. Und wie in den voran gegangenen Kapiteln stehen vor den Motivtipps einige Seiten grundsätzlicher Hinweise zur Aufnahmetechnik. Wie montiere ich die Kamera an das Fernrohr? Wie führe ich die Aufnahmeeinheit bei nächtlichen Aufnahmen präzise nach? Wie stelle ich das Stativ ein? Alles Fragen, mit denen ein gewöhnlicher Fotograf in seiner Fotopraxis nicht in Kontakt kommt und jetzt für das Gelingen der Aufnahmen äußerst wichtig sind. Genau wie die Aufbereitung der Aufnahmen zu Hause am Computer. Auch hier steht der Autor mit grundsätzlichen Hinweisen dem Himmelsfotografen mit Rat und Tat zur Seite.

Links, Adressen und Lesetipps

Zum guten Abschluss eines gelungenen Menüs gehört ein Dessert. In diesem Buch ist es eine zweiseitige Liste mit weiterführenden Adressen zum Thema. Ob man noch Software zur Ansicht des Sternenhimmels sucht oder mit dem Importeur seiner Kamera Kontakt aufnehmen muss. Der passende Link oder die Adresse finden sich hier. Auch die Bestellanschriften für Astronomiezubehör oder Fachzeitschriften sind im Anhang verzeichnet. Alles in allem ist „Himmelfotografie“ von Stefan Seip ein wunderschönes Buch. Es vereint praxisbezogene Anleitungen mit wunderbaren Aufnahmen von Phänomenen wie Polarlichtern oder Sonnenfinsternissen sowie von Sonne, Mond und Sternen. Wer nur sich nur ein wenig mit der Fotografie beschäftigt, der wird sich nach der Lektüre dieses Buches öfter mit der Kamera dem Himmel zuwenden.

Stefan Seip: Himmelsfotografie - Die schönsten Motive bei Tag und Nacht. Kosmos 2009. Klappenbroschur,144 Seiten, Euro 14,95