Editor's Choice

Sterbefall - Was übernimmt ein Beerdigungsinstitut?

Statue von Michelangelo - Rudolf Schneider
Statue von Michelangelo - Rudolf Schneider
Ist ein Sterbefall eingetreten, müssen bestimmte Tätigkeiten geregelt werden. Beerdigungsinstitute übernehmen zunehmend diese Aufgaben.

Ein Todesfall innerhalb der Familie kann meist unverhofft eintreten. Die Angehörigen des verstorbenen Menschen sind geschockt und voller Trauer. Doch trotz aller Trauer gilt es, die Bestattung zu organisieren. Spezialisten hierfür sind Beerdigungsinstitute.

Was ist ein Beerdigungsinstitut?

In der heutigen Zeit ist es üblich, dass nicht mehr die Angehörigen des Verstorbenen alles organisieren, sondern es hat sich eingebürgert, dass ein Beerdigungsinstitut eingeschaltet wird. Ein Beerdigungsinstitut, ist ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, alle Formalitäten und Aufgaben für die Angehörigen zu übernehmen und die Beerdigung vorzubereiten. Diese Dienstleistungen lassen sich die Institute durch ein entsprechendes Honorar vergüten.

Bei dem Umfang der Dienstleistungen gibt es Wahlmöglichkeiten, von den notwendigen Aufgaben bis hin zum Vollservice. Die Angehörigen entscheiden letztendlich, welche Aufgaben das Institut übernehmen soll. Wollen die Angehörigen jedoch Geld sparen, erledigen sie gewisse Tätigkeiten selber. Es ist also eine Sache der Vereinbarung, was ein Beerdigungsinstitut für die Angehörigen erledigt.

Überführung der Toten vom Sterbeort zur Leichenhalle

In der Regel sterben die meisten Menschen in Krankenhäusern oder zu Hause. Der Tod kann aber auch an allen anderen Orten eintreten. Hauptaufgabe des Beerdigungsinstitutes ist die Überführung der Leiche vom Sterbeort zur Leichenhalle der Begräbnisstätte. Oftmals wünschen es die Angehörigen, dass der Sarg, mit der die Leiche des Verstorbenen bis kurz vor dem Begräbnis offen bleibt. Verwandte, Freunde und Bekannte haben dann noch die Möglichkeit, von dem Verstorbenen Abschied zu nehmen. In diesen Fällen werden die Verstorbenen entsprechend angezogen und hergerichtet. All diese Arbeiten übernimmt das Beerdigungsinstitut. Wird der Sarg sofort verschlossen, können diese kosmetischen Tätigkeiten unterbleiben.

Verbrennen des Leichnams

In jüngster Zeit ist die Urnenbeisetzung in Mode gekommen. Hierbei wird der Leichnam in einem Krematorium verbrannt. Die Überreste dieses Verbrennungsvorganges werden in ein Urnengefäß umgefüllt. Diese Urne wird dann auf dem Friedhof beigesetzt. Entscheiden sich die Angehörigen für diese Form der Bestattung, übernimmt das Beerdigungsinstitut die Organisation des Verbrennungsvorganges und der Urnenüberführung in die Leichenhalle.

Übernahme der Kranz- und Blumenbestellungen

Damit die Beisetzung eine gewisse Form erhält, wird die Leichenhalle mit Blumen geschmückt. Da die Beisetzung in der Regel mit einer Messfeier verbunden ist, wird auch das Kirchenhaus entsprechend geschmückt. Auch diese Tätigkeiten übernehmen die Beerdigungsinstitute, diese haben meistens direkte Kontakte zu Gärtnereien oder Blumenhäusern.

Auch Kranzbestellungen der Familienmitglieder oder Angehörigen können hier direkt bestellt werden. Somit bleibt den Angehörigen die Organisation der Blumen und Kranzbestellung erspart. Sie können jedoch darüber entscheiden welche Blumen sie wollen, und welche Gedenksprüche auf den Kranzschleifen angebracht werden.

Abmeldung bei den Behörden

Sehr wichtig ist die Abmeldung bei den Behörden. Mit dem Totenschein des Arztes ist das Standesamt der Stadt aufzusuchen, in der der Tod eingetreten ist. Dieses Standesamt stellt auch die Sterbeurkunden aus. Daneben muss eine Abmeldung in der Gemeinde oder Stadt erfolgen, in der der Verstorbene zuletzt seinen Wohnsitz hatte. Es müssen als immer zwei Abmeldungen erfolgen, dies ist zwingend erforderlich. Beerdigungsinstitute übernehmen diese Behördengänge und erledigen die Abmeldungen und organisieren die Aushändigung der Sterbeurkunden. Neben den drei Sterbeurkunden die kostenlos sind, benötigen die Angehörigen oftmals zusätzliche Sterbeurkunden. Beerdigungsinstitute bestellen dann weitere Sterbeurkunden, und händigen diese den Angehörigen aus.

Organisation mit der Kirche

Noch sind die meisten Verstorbenen Mitglied einer Kirche und dementsprechend wollen die Angehörigen auch, dass das Begräbnis mit einem Trauergottesdienst verbunden wird. Wichtig ist, dass der Pastor über den Tod des Kirchenmitgliedes informiert wird, damit dieser das Sterbeamt und das Totengebet organisieren kann. Vielfach übernehmen die Angehörigen diese Tätigkeit, jedoch wird immer öfter das Beerdigungsinstitut damit beauftragt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Angehörigen nicht mehr in der Pfarrgemeinde wohnen, oder wenn keine Angehörigen mehr da sind.

Todesannoncen und Danksagungen

Vielfach wünschen die Angehörigen, dass durch Todesannoncen in regionalen oder überregionalen Zeitungen oder Wochenblättern erscheinen. Diese dienen dazu Menschen über den Tod der Person zu informiert, die nicht persönlich über den Tod informiert wurden. Ebenfalls werden Danksagungen aufgegeben, in denen sich die Angehörigen nach dem Begräbnis über die Anteilnahme öffentlich bedanken, da persönliche Danksagungen zu zeitraubend wären.

Eigeninitiative als Alternative zum Beerdigungsinstitut

Trotz dieses umfassenden Services von Beerdigungsinstituten wollen Angehörige aus Kostengründen einige Arbeiten selber erledigen. Dies muss man respektieren, jedoch ist dies mit viel Organisationsaufwand verbunden. Die Krux besteht darin, dass den Angehörigen die Routine in solchen Sachen fehlt und dass sie zwischen Tod und Bestattung durch Trauer in ihren Aktivitäten eingeschränkt sind. Der zeitliche Faktor kommt hinzu, so sind viele Tätigkeiten innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne zu erledigen. Es hat sich daher die Gewohnheit herausgebildet, ein Beerdigungsinstitut mit diesen Tätigkeiten zu beauftragen. Insgesamt gesehen dürfte die Einschaltung eines Beerdigungsinstitutes von Vorteil sein.

Quelle: Bestattungen.de

Rudolf Schneider - Ich bin 1962 geboren und wohne im Saarland. Schreiben ist Spannung und Entspannung gleichzeitig. Mit Spannung meine ich das ...

rss