Auch wenn der empfängnisverhütende Eingriff bei Katzen gerne Sterilisation genannt wird, handelt es sich in den meisten Fällen - medizinisch korrekt - um eine Kastration.
Kastration oder Sterilisation
Bei der Kastration werden der Katze die Eierstöcke entfernt, dem Kater die Hoden, so dass keine Hormone mehr gebildet werden. Bei der Sterilisation werden lediglich die Samenleiter der Katze durchtrennt, so dass die Katze zwar nicht mehr trächtig, aufgrund der andauernden Hormonproduktion trotzdem „rollig“ werden kann und verschiedene Symptome zeigt, die sowohl für Mensch als auch Tier belastend sein können. Im schlimmsten Fall leidet die Katze nach einer Sterilisation sogar unter einer „Dauerrolligkeit“.
Kastration so früh wie möglich
Eine Katze kann relativ früh geschlechtsreif werden. Immer häufiger wird beobachtet, dass Katzen bereits im Alter von vier bis sechs Monaten trächtig werden. Das Risiko ist besonders groß, wenn es sich um freilaufende Katzen handelt. Da eine Katze alle vier Monate erneut trächtig werden kann – auch während sie mit der Aufzucht von Jungen beschäftigt ist – ist es ratsam, die Katze so früh wie möglich kastrieren zu lassen.
Immer häufiger werden junge Katzen im Alter von drei oder vier Monaten kastriert. Im Vergleich zu späteren Kastrationen ergeben sich keine medizinischen Nachteile durch eine solche Frühkastration. In den USA werden sie seit mehr als zehn Jahren durchgeführt, um dort der Überpopulation von Katzen Herr zu werden.
Aus Verantwortung gegenüber unkastrierten streunenden Katzen und um unerwünschte Verhaltensauffälligkeiten zu vermeiden, sollten auch Kater so früh wie möglich kastriert werden.
Wer eine ältere Katze vom Tierschutz übernimmt, erhält in der Regel eine bereits kastrierte Katze. Bekommt man über private Verbindungen eine unkastrierte Katze oder einen Kater, kann man auch in höherem Alter problemlos eine Kastration durchführen, wenn keine Vorerkrankungen gegen eine Vollnarkose sprechen.
Während einer Trächtigkeit kastrieren?
Während der Rolligkeit sollten Katzen auf keinen Fall nach draußen dürfen, da sie ihren Trieben folgend alles dafür tun werden, von einem Kater gedeckt zu werden. Entwischt die Katze dennoch in diesem Zeitraum und es kommt zu einer ungewollten Trächtigkeit, kann im Anfangsstadium der Trächtigkeit eine Kastration durchgeführt werden, bei der gleichzeitig die Föten entfernt werden.
Wenn die Katzenwelpen ausgetragen werden, kann die Katze zirka acht bis zehn Wochen nach der Geburt kastriert werden, da sich nun das gut durchblutete Gesäuge zurückbildet, welches bei einer verfrühten Kastration zu Komplikationen in Form von Blutungen führen könnte.
Mindestens eine Trächtigkeit notwendig?
Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass eine Katze vor der Kastration zumindest einmal Junge bekommen haben soll. Dies ist allerdings eher auf die Vermenschlichung der Katze zurückzuführen als auf medizinische Gründe. Der Katze geht es um die Erhaltung der Art, nicht um Muttergefühle. Bedenken muss man außerdem, dass bisher unerkannte Krankheiten vererbt werden können, man nicht alle Jungen vermitteln kann oder dass es während der Geburt zu Komplikationen kommen kann, die sowohl das Leben der Jungen als auch der Mutterkatze gefährden können.
Quelle: www.meine-katze.de
