
- Das Sternbild Löwe - Public Domain
Das Sternbild Löwe verdankt seinen Platz am Himmel einer Niederlage – nämlich der gegen Herkules. So berichtet zumindest die griechische Sage. Vor allem im späten Winter, etwa ab Februar, und im Frühling gehört der Löwe zu den dominierenden Sternbildern unseres Nachthimmels. Sein Aufstieg beginnt im Osten, spätestens ab April wird er am Südhimmel in voller Pracht zu bewundern sein.
Regulus ist der dominierende Stern
Der von der Erde aus gesehen hellste Stern im Löwen ist Regulus – oder auch Kabeleced. Diese ältere, arabische Bezeichnung wird heute nur noch selten verwendet; sie bedeutet „Herz des Löwen“. Regulus ist 78 Lichtjahre von der Sonne entfernt und etwa vier Mal so groß wie unser Zentralstern. Seine tatsächliche Leuchtkraft entspricht der von fast 140 unserer Sonnen. Regulus gehört zu den leuchtstärksten Fixsternen des Frühlingshimmels, bildet mit Arctur im Bärenhüter sowie Spica in der Jungfrau das helle Frühlingsdreieck, und befindet sich in der rechten unteren Ecke des Sternbildes und bildet mit zwei nahe gelegenen, jedoch weitaus leuchtschwächeren Sternen ein Tripelsystem. Diese Begleiter von Regulus sind mit bloßem Auge nicht erkennbar.
Deutlich schwächer als Regulus leuchtet Denebola, der „Schwanz des Löwen“, am linken Ende des Sternbildes. Dieser Stern liegt zwar deutlich näher als Regulus an unserem Sonnensystem – er ist lediglich 36 Lichtjahre entfernt – doch leuchtet er „nur“ mit 14facher Sonnenleuchtkraft. Auch Denebola hat mindestens zwei schwach leuchtende Begleiter.
Der Löwe enthält einen der schönsten Doppelsterne
Algieba – die „Stirn des Löwen“ – liegt ein Stück oberhalb von Regulus. Es handelt sich nicht um einen einzelnen Stern, sondern um eines der schönsten Doppelsternsysteme. Dieses lässt sich bereits mit schwächeren Hilfsmitteln wie handelsüblichen Teleskopen sehr gut beobachten. Die beiden Algieba-Sterne umkreisen einander einmal in gut 600 Jahren, sie liegen etwa 126 Lichtjahre von uns entfernt.
Auch die leuchtschwächeren Sterne des Löwen – zum Beispiel Duhr („Rücken des Löwen“) oder Aldhefara („Haarsträhne“) – lassen sich in klaren Frühlingsnächten wunderbar beobachten. Gleiches gilt für den namenlosen Stern R Leonis, ein Stück links von Regulus. Hierbei handelt es sich um einen scheinbar schwach leuchtenden, allerdings tiefroten Stern in etwa 600 Lichtjahren Entfernung. Das Besondere an R Leonis: Es handelt sich um einen so genannten langperiodischen Veränderlichen – alle 313 Tage ändert sich seine Leuchtkraft.
Bemerkenswert: Der Löwe zeigt viele Galaxien
Das Sternbild Leo ist nicht zuletzt deswegen bei Sternbeobachtern beliebt, weil hier bereits mit schwachen Instrumenten zahlreiche ferne Galaxien außerhalb unserer Milchstraße zu erkennen sind. Etwa auf halbem Wege zwischen Regulus und Denebola lassen sich die Galaxien M65 und M66 ausmachen – zwei recht helle Sternansammlungen, die in Wirklichkeit nicht weniger als 33 Millionen Lichtjahre von uns entfernt liegen.
Die Galaxie NGC 2903 dagegen – am äußersten rechten Rand des Sternbildes – befindet sich „gleich um die Ecke“: Das Licht, das diese imposante Spiralnebel-Galaxie durchs all zu uns sendet, ist gerade Mal 20 Millionen Jahre alt. Als diese Licht ausgesendet wurde, dass wir nun von dort sehen, hatte die letzte irdische Eiszeit noch nicht einmal begonnen, und Nord- und Südamerika waren noch nicht miteinander verbunden ... Das Sternbild Löwe ist also nicht nur eine der schönsten Frühlingskonstellationen, sondern erlaubt auch einen Blick in der Vergangenheit.
