
- Sergej Lukianenko: Sternenspiel - Heyne
Die Aufgabe des Kosmonauten Pjotr Chrumow besteht darin, mit seinem Raumschiff, einer uralten Spiral, Waren von einem Planeten zum anderen zu transportieren. Gerade hat er Bilder nach Hyxi gebracht und befindet sich nun mit Kortrisonplatten auf dem Rückflug zur Erde. Unterwegs kollidiert die Spiral beinahe mit einem alarischen Raumkreuzer. Nur durch einen Jump kann Pjotr Chrumow den Zusammenstoß verhindern.
Der Zähler, ein Alien
Pjotr findet auf seinem Raumschiff eine geschuppte graue Kugel. Den Reptiloid nennt man Zähler. Die Besonderheit der außerirdischen Lebensform ist, dass sie, genau wie Computer, schnell komplizierte Rechnungen durchführen kann. Und das Wesen spricht. Es will unbedingt zur Erde, um Andrej Chrumow, Pjotrs Großvater, zu treffen. Denn der irdischen Gemeinschaft droht Gefahr.
Verrat an der Menschheit?
Der Kosmonaut überlegt. Kann er dem Alien trauen? Warum wendet der Zähler sich mit seinem Anliegen nicht an die zuständigen Stellen in der Regierung? Wie will der Außerirdische die strengen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Flughafen umgehen? Ist es nicht Verrat an der Menschheit, eine fremde Kreatur auf die Erde zu bringen?
Nachdem Pjotr Chrumow ausgiebig solche schwerwiegenden Gedanken gewälzt hat, entschließt er sich, den Wunsch des Zählers zu erfüllen. Damit beginnen aufregende Zeiten, in denen sich alles verändert.
Science-Fiction aus Russland
Menschen sind Teil der interstellaren Gemeinschaft. Das Konklave besteht aus starken und schwachen Rassen, denen eine Rolle zugewiesen ist. Während die Alari Kampfschiffe stellen, übernehmen Menschen den Transport von Handelswaren. Zähler kümmern sich um rechnerische Aufgaben. Die Cualcua lösen Probleme, bei denen Gestaltwandler benötigt werden.
Doch was passiert, wenn eine der schwachen Arten, wie die Menschen, nicht mehr ihre Spezialisierung im Bereich Transport besitzen? Droht dann die Vernichtung der Erde?
Sergej Lukianenko erschafft in "Sternenspiel" phantastisch anmutende Gesellschaftsgebilde
Das Buch lässt sich zügig durchschmökern. Ein Abenteuer grenzt an das nächste. Zwar sind ein paar unlogische Handlungen im Buch zu finden, doch angesichts des lockeren Schreibstils und des Ideenreichtums sieht man als Leser großzügig darüber hinweg.
Sergej Lukianenko erschafft in seinem Roman "Sternenspiel“, wie bereits in "Spektrum“, Gesellschaftsgebilde, die phantastisch anmuten. Ebenso entsteht eine Vermischung kosmischer Rassen. Das lässt den Leser zweifeln, ob Pjotr zum Schluss tatsächlich noch der Mensch ist, der er einmal war. Übersetzt wurde der Roman von Christiane Pöhlmann.
Der Bestsellerautor Sergej Lukianenko wurde 1968 in Kasachstan geboren. Er hat den deutschen Markt der Phantasie- und SF-Literatur rasend schnell erobert. Vom Autor stammen die "Wächter-Romane", welche zum Teil auch verfilmt wurden. Weitere Werke sind unter anderem "Weltenträumer", "Sternenschatten", "Der Herr der Finsternis", "Weltengänger", "Spektrum", "Die Ritter der vierzig Inseln" und "Das Schlangenschwert". Für seine Bücher erhielt der Autor viele Preise.
Sergej Lukianenko: Sternenspiel. Heyne 2009. Broschur, 640 Seiten. Euro 15,00; Euro 15,50 (A), CHF 27,50.
