
- Sternschnuppen - Scully van Funkel
In den Nächten des 12. und 13. August könnten wir Zeugen eines alljährlichen Sternschnuppenspektakels werden, sofern das Wetter mitspielt. Wilfried Tost vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof ist sich sicher, dass das Schauspiel mit dem bloßen Auge beobachtetet werden kann. Dieses Jahr erlaubt sogar unser Trabant eine gute Sicht, da er zwei Tage vor der Perseiden-Show in Neumondstellung gehen wird. Allen Interessenten, die sich auf das Wünschen freuen, sei angeraten, rechtzeitig eine Liste zusammenzustellen, denn es werden etwa 100 Meteoroiden pro Stunde erwartet. Laut den Astronomen, soll die Sicht zwischen 22 Uhr und 4 Uhr am Besten sein.
Was ist ein Perseiden-Sternschnuppenregen?
Das Phänomen tritt einmal jährlich auf und wird durch sandkorngroße Staubteilchen verursacht, die "Swift-Tuttle" auf seiner Kometenbahn hinterlassen hat. Da die Erde kein fixer Stern ist, sondern ständig in Bewegung, durchkreuzt sie dessen Umlaufbahn mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 Kilometern pro Sekunde und kommt natürlich zwangsläufig mit den Kometenpartikelchen von "Swift-Tuttle" in Berührung. Die winzigen Bröckchen dringen mit einem Tempo von 60 Kilometern pro Sekunde in die oberen Luftschichten unseres Heimatplanten ein, pressen die vor ihnen liegende Luft zusammen, die wiederum durch den Druck auf circa 3.000 Grad erhitzt wird. Somit sehen die Schaulustigen keineswegs glühende Objekte, sondern lediglich kleine Gaskugeln aus heißer Luft und verdampfter Materie, die am Nachthimmel leuchten.
Woher haben Sternschnuppen ihren Namen?
Der Ausdruck Sternschnuppe leitet sich aus der veralteten Bezeichnung für einen Kerzendocht ab, dessen Ende zwar verkohlt, aber doch noch glühend war, wenn er aus der Flamme herausragte. Da bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts Kerzen aus tierischem Fett hergestellt wurden, rußten und tropften diese talgigen Beleuchtungskörper stärker als unsere Neuzeit-Kerzen aus Stearin oder Paraffin. Bei den Talg-Kerzen bestand jedoch immer die Gefahr, dass das glühende Lichtgarn unkontrolliert abfiel und einen Brand verursachte, deshalb wurde die Schnuppe, also das brennende Dochtende, mit einer Lichtputzschere geschneuzt (gekürzt).
Vermeintlich verglühende kosmische Staubkörner, Metall oder Gesteinsteilchen, die als verlöschende Feuerkugeln am Himmel wahrgenommen wurden, wiesen eine auffallende Ähnlichkeit mit einer Schnuppe (glühendes Dochtende) auf und erhielten so ihren umgangssprachlichen Namen Sternschnuppe.
Erfüllen Sternschnuppen geheime Wünsche?
Um eine erfolgsverheißende Erfüllung zu garantieren, dürfe das begehrte Ansinnen ausschließlich gedanklich übermittelt werden. Zudem unterliege es der strengsten Geheimhaltung und der absoluten Schweigepflicht, heißt es in alten volkstümlichen Überlieferungen. Ob sich tatsächlich Wünsche erfüllen, sofern mit geschlossenen Augen und unter strengster Einhaltung der vorgegebenen Regeln ein Bittgesuch gen Himmel gesendet wird, sobald eine Sternschnuppe vorbeizischt, ist wissenschaftlich bisher nicht belegt. Doch der Glaube soll ja bekanntlich Berge versetzen.
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