Verbrauchssteuern in Deutschland

Stromsteuer, Energiesteuer, Biersteuer, Hundesteuer

Kaum ein Konsument weiß, wann er doppelt zur Kasse gebeten wird. Auf die Verbrauchssteuern kommt die Mehrwertsteuer hinzu und diese Doppelbesteuerung wird nicht angegeben

Die Bundesrepublik Deutschland rangiert in einem 2004 angestellten Vergleich zur Effizienz von Steuersystemen für das Weltwirtschaftsforum auf dem 104. Platz, dem letzten. Kaum ein Land hat so undurchschaubare Steuern. "Die Steuerreformen sind oft schon veraltet, wenn sie in Kraft treten. Ärgerlich, weil kaum überschaubar, sind die vielen Ausnahmen von den Regeln", sagte die Anwältin Kirsten Bäumel. Cafés oder Gaststätten müssen besonders aufpassen: Kauft ein Kunde ein Stück Kuchen und isst es zu Hause, muss der Besitzer 7 % Mehrwertsteuer berechnen. Isst der Kunde das Stück Kuchen im Cafe, dann kommen 19 % Mehrwertsteuer drauf, da es sich nun um eine Dienstleistung handelt.

Versteckte Steuern

Politiker streiten um Entlastung sozial Schwacher, fordern Industrie und Arbeitgeber auf die Löhne anzuheben. Dabei könnte der deutsche Staat selbst dafür sorgen, dass die Bürger entlastet werden.

Dass in Deutschland versteckte Steuern erhoben werden, wissen viele Bürger, doch in welcher Höhe und bei welchen Produkten ist kaum bekannt. Weder auf der Verpackung noch auf dem Kassenzettel ist ein Hinweis zu finden ist, in welcher Höhe Verbrauchssteuern erhoben werden.

Verbrauchssteuer

Hundesteuer, Tabaksteuer, Ökosteuer sind bekannt doch in welcher Höhe weiß kaum ein Konsument. Das Mineralölsteuergesetz wurde 2006 vom Energiesteuergesetz abgelöst. Es werden auf Mineralöl und Gas Steuern erhoben, um die Bürger zu einem sparsamen Verbrauch anzuregen, da es sich um begrenzte Ressourcen handelt.

Die Biersteuer schlägt mit 23 % zu Buche, Wett,- und Lotteriesteuer mit 20 % und die Stromsteuer mit mit 30 %. Süßstoffsteuer, Versicherungs,- und Feuerschutzsteuer, Schaumweinsteuer, Brandweinsteuer, Biersteuer, Zwischenerzeugnissteuer und einige mehr kommen noch hinzu.

Mehrwertsteuer auf Ökösteuer, Stromsteuer, Energiesteuer

Zu allen Verbrauchssteuern kommt die Mehrwertsteuer hinzu. Für den Konsumenten bedeutet das: Produktpreis plus Verbrauchssteuer, plus Mehrwertsteuer. Somit erhebt der Staat Steuern auf die Steuer . Die Belastung ist vor allem beim Tanken zu sehen, denn die Energiesteuer auf den Benzinpreis beträgt rund 62 Cent pro Liter (Ökosteuer ist bereits enthalten). Auf diesen Betrag kommt die Mehrwertsteuer von 19 % hinzu, was zusammen fast 80 % nur an Steuern ausmacht.

Beim Kaffee schlägt die Steuer mit 31 % zu, plus 19 % Mehrwertsteuer, da es sich um einen Luxusartikel handelt, macht zusammen 50 % auf den Produktpreis. Trotz Zugehörigkeit zur Europäischen Union, erhebt Deutschland immer noch Kaffeesteuer, obwohl alle anderen Ländern diese Steuer abgeschafft haben.

Ähnlich ist es mit der Hundesteuer. Länder wie Frankreich, England und Schweden haben diese Steuer schon lange abgeschafft, obwohl dort zwei bis viermal so viele Hunde gehalten werden wie in Deutschland.

In den Jahren von 1962 bis 1999 wurden einige Steuern abgeschafft

Hierunter fallen:

  • Baulandsteuer
  • Beförderungssteuer
  • Essigsteuer
  • Gesellschaftssteuer
  • Leuchtmittelsteuer( stammt noch aus dem Mittelalter; früher Kerzensteuer)
  • Salzsteuer
  • Speiseeissteuer
  • Teesteuer
  • Zuckersteuer

Sexsteuer in Köln

Die Politiker mussten somit neue Steuern erheben. Den Anfang machte die Alkopopsteuer, die im Juli 2004 in Kraft trat. Dann wurde über eine Fast-Food-Steuer diskutiert, die aber scheiterte, da keiner genau belegen konnte, welche Produkte unter dem Begriff Fast-Food zusammengefasst werden können. Aber der Phantasie sind ja keine Grenzen gesetzt, wie in Köln zu sehen ist.

Dort gibt es seit 2004 die Sexsteuer. Vollzeit-Prostituierte zahlen pauschal 150 Euro monatlich Sexsteuer, bei Teilzeit-Prostituierten ist der Betrag weit weniger. Die Steuern bei Swingerclubs und anderen Etablissements werden pro Quadratmeter Fläche erhoben.

Kritiker sind sich einig - Steuersystem in Deutschland sollte geändert werden

Eine Senkung oder Abschaffung der Verbrauchssteuern würde die Bürger ganz erheblich entlasten und könnte auf andere Weise dem Staat wieder zufließen, da die Mehrwertsteuer von 7 % und 19 % nach wie vor in die Staatskasse fließt. Am 01. April 1999 wurde die Stromsteuer mit der Begründung erlassen, dass durch diese Steuer die Verbraucher zu Energiesparmaßnahmen gedrängt würden.

Allein die Änderung der Mehrwertsteuer von 19 % auf 7 % bei der Energiesteuer, würde jeden Bürger entlasten. In vielen Gegenden Deutschlands sind die Menschen auf das Auto angewiesen, um zur Arbeit zu kommen. Das gleiche Prinzip könnte bei Strom angewendet werden, da Licht und Wärme ebenso zum Grundbedarf gehören wie Lebensmittel.

Claudia Stein, Claudia Stein

Claudia Stein - 1996 - 1999 Ausbildung zur Tierheilpraktikerin mit Diplom 1996 - 2000 Ausbildung zur Kynologin und ...

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