Steven Spielberg - der erfolgreichste Regisseur der Welt

Steven Spielberg - Gerald Geronimo
Steven Spielberg - Gerald Geronimo
Wie groß ist das Spektrum der Filme von Steven Spielberg? Was macht den erfolgreichsten Regisseur aller Zeiten aus? Eine Beschreibung.

Steven Spielberg gilt als einer besten Regisseure aller Zeiten, sowohl in künstlerischer als auch in kommerzieller Hinsicht. Seine Werke umfassen eine epische Bandbreite über Abenteuer, Science-Fiction, Dramen, Komödien, Historienfilme und - mit dem Erscheinen von "Tim und Struppi" in den Kinos Ende 2011 - seit kurzem auch Animationsfilme. Dieser Artikel stellt eine Beschreibung (oder besser den bescheidenen Versuch einer Beschreibung) von Spielbergs Charakter, Biographie und Werken dar.

Kindheit und Anfänge

Am 18. Dezember 1948 wurde Steven Spielberg in Cincinnati geboren. Er stammt aus einer jüdischen Familie, sein Vater war ein Elektroingenieur, seine Mutter Konzertpianistin. Der junge Steven machte bereits im einstelligen Alter Erfahrungen mit der Kamera und fing mit 11 an, seine ersten Amateurfilme zu drehen. Mit 13 erregte er erstmals Aufmerksamkeit, als er "Escape to Nowhere" drehte, einen 40-minütigen Film über Krieg und Soldaten.

"Amblin", eine Art Roadmovie aus dem Jahre 1968, war der erste Leinwandfilm Spielbergs, welcher ihm gleich einen 7-Jahresvertrag mit Hollywood bescherte. Was folgte, war eine Zeit, in der Steven Spielberg vor allem bei einzelnen Folgen von TV-Serien Regie führte. Dazu zählt auch eine Folge der legendären Detektivserie "Colombo". Auch inszenierte er einige Fernsehfilme, die man dem Thriller-Genre zuordnen kann. Einer dieser Filme, "Duell", stellt bereits einen frühen Meilenstein der Filmografie Spielbergs dar. Hier geht es um eine Verfolgungsjagd zwischen einem Autofahrer und einem Trucker auf der Autobahn. Vor allem durch seine Spezialeffekte und Kameraarbeit konnte der Streifen hier überzeugen.

Durchbruch mit "Jaws"

Der Durchbruch kam für Steven Spielberg, das ist unbestritten, 1975 mit "Jaws" (Deutscher Titel: "Der weiße Hai"). Die Verfilmung des gleichnamigen Romans über einen weißen Hai, der ein friedliches Ferienstädtchen terrorisiert, ist so spannend wie grauenvoll und sorgt inzwischen dafür, dass mehrere Generationen Angst vor dem Baden haben könnten. Von da an schwang sich Spielbergs Karriere zu einem Höhenflug auf, den ihm bis heute kein anderer Regisseur auf der Welt nachmachen konnte.

Spielbergs Filmwerke

Eine Beschreibung der markantesten Filme Spielbergs gelingt am besten durch die Zusammenfassung in Kategorien: Es gibt die Indiana-Jones Reihe, die ernsten Historienfilme und die Science-Fiction-Filme sowie sonstige Genres. Spielberg selbst sagte einmal, dass er Filme grundsätzlich in solche einteile, die möglichst vielen Leuten gefallen und die unterhaltsam sind, und solche, die ihm gefallen und etwas über die Welt aussagen. Es ist klar zu sehen, dass er sich beide Sorten ausgesucht hat - sowie alles, was dazwischen liegt.

  • Die Indiana-Jones-Reihe. Lange Zeit handelte es sich mit den Filmen über den fiktiven Archäologen Indiana Jones (gespielt von Harrison Ford) nur um eine Trilogie. Die Filme kamen 1981, 1984 und 1989 heraus und überzeugten durch eine spritzige Kombination von Action, Abenteuer und Humor. 2008 kam ein vierter Teil hinzu, welcher allerdings qualitativ nicht an die Trilogie anschließen konnte.
  • Die Historienfilme. Spielbergs wichtigste Filme. Dazu zählen "Das Reich der Sonne" (1987) über die japanische Besetzung Chinas im 2. Weltkrieg aus der Sicht eines Jungen, "Schindlers Liste" (1993) über den Holocaust, "Amistad - das Sklavenschiff" (1997), "Der Soldat James Ryan" (1998) über den 2. Weltkrieg in der Normandie und "München" (2005) über den Mossad und die Folgen des Geiseldramas in München 1972. Durch diese Filme machte Steven Spielberg klar, dass er bei weitem kein eindimensionaler Action- und Entertainmentregisseur war, sondern ernsthafte Themen wie den Krieg, den Holocaust oder Morde eindrucksvoll in Szene setzten und die Leute zum Nachdenken anregen konnte.
  • Science-Fiction. Hier hat Steven Spielberg die kommerziell erfolgreichsten Filme gedreht. Ganz vorne stehen dabei "E.T. - der Außerirdische" (1982) über einen Außerirdischen, der Zuflucht bei einer Familie sucht, sowie "Jurassic Park" (1993), in dem nicht weniger als die Dinosaurier in einem packenden Katastrophenfilm zum Leben erweckt werden. Daneben hat Spielberg aber noch weitere Kassenschlager zu bieten, wie "Unheimliche Begegnung der dritten Art" (1977), "A.I." (2001), "Minority Report" (2002)" oder "Krieg der Welten" (2005).

Wenn ein Regisseur mit solchen Mengen an bahnbrechender Action und packenden Abenteuerfilmen identifiziert wird, ist es kein Wunder, dass seine ruhigeren Filme mit weniger Aufwand etwas in den Schatten gestellt und vergessen werden. Dazu zählt vor allem "Die Farbe Lila" (1985), ein Drama mit Whoopi Goldberg über das Leben einer afroamerikanischen Frau, die versucht in der Ehehölle ihres Mannes zu überleben.

Ebenfalls versuchte sich Spielberg in Sachen Komödien, wozu "Catch me if you can" (2002) und "Terminal" (2004) - beide mit Tom Hanks in einer der Hauptrollen - zählen.

Markenzeichen

Es ist schwer, wesentliche Markenzeichen von Steven Spielberg als Regisseur zu benennen, weil seine Filme so unterschiedlich sind. Es soll dennoch versucht werden, eine Reihe sich wiederholender Merkmale zu benennen:

  • Kinder als Hauptdarsteller. In außergewöhnlich vielen Spielberg-Filmen stellen Kinder zentrale Charaktere dar und wurden entsprechend von Kindern gespielt. Einige dieser ehemaligen Kinderdarsteller sind jetzt etablierte Stars in Hollywood, wie Christian Bale oder Drew Barymoore. Dies macht die Filme, die manchmal sehr ernste Themen wie zum Beispiel Krieg abhandeln, zwangsläufig etwas familientauglicher, was wohl auch dem kommerziellen Erfolg der Filme nicht abträglich war.
  • Viele Bezüge zum 2. Weltkrieg und Nazideutschland. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung setzte sich auch Spielberg viel mit der Hitlerzeit in Deutschland und den damit verbundenen Konsequenzen auseinander. Dabei mag das sowohl ein zentrales Thema der Filme selber sein, aber auch in anderen Filmen gibt es oft indirekte Bezüge, wie zum Beispiel in "Jaws", als der Haijäger Quint in einer Szene über seine Erfahrungen im 2. Weltkrieg spricht.
  • Steven Spielberg verbindet eine jahrzehntelange Freundschaft mit George Lucas, was wohl auch teilweise seinen Hang zu Science-Fiction erklärt. Ferner lies er John Williams die Musik für die meisten seiner Filme komponieren, was sich in seiner gesamten Filmografie entsprechend niederschlägt. So werden die Filme oft mit der orpulenten Musik Williams' identifiziert.

Tätigkeit als Produzent

Wie viele anderer Erfolgsregisseure drängt auch Steven Spielberg mit dem Fortschreiten seiner Karriere mehr und mehr ins Produzentengeschäft. Zu seinen bekanntesten Produktionen der jüngeren Zeit gehören unter anderem Kinofilme wie das Drama "Die Geisha" (2005) oder Clint Eastwoods Iwo-Jima-Saga (2006). Darüber hinaus fungiert Spielberg schon seit Jahrzehnten als ausführender Produzent von TV-Serien wie "Band of Brothers" (2001) oder "The Pacific" (2010).

Quellen: