Stimmen und Reaktionen: Eurovision Song Contest 2011

Siegerehrung ESC 2011 - NDR / Rolf Klatt
Siegerehrung ESC 2011 - NDR / Rolf Klatt
Am 15.05.2011 bestimmten positive Stimmen die Schlagzeilen rund um den ESC. Lesen Sie hier: Zusammenfassung, Ergebnisse und Informationen zu Aserbaidschan.

"Danke, Lena, Danke für Deinen Mut, es noch einmal zu versuchen!“ – Mit diesen wohlwollenden Worten titelte die Onlineausgabe der Bildzeitung am Morgen des 15. Mai 2011. Die Sängerin Lena Meyer-Landrut erreichte beim Eurovision Song Contest 2011 den zehnten Platz; ihren Sieg in Oslo 2010 konnte sie nicht verteidigen, doch die Presse blieb angesichts der überwältigenden Show aus der Düsseldorfer Esprit-Arena frei von Kritik an der Entdeckung von Entertainer und Moderator Stefan Raab. Letztlich war es erst durch den Erfolg dieser beiden Schlüsselfiguren im Vorjahr möglich, dass der ESC 2011 in der Stadt am Rhein durchgeführt werden konnte. Entsprechend die Reaktionen in den Medien.

Der Sonntag nach dem Eurovision Song Contest

Gegen 0:40 Uhr stand das Ergebnis des 56. Eurovision Song Contests fest: Aserbaidschans Duo Ell/Nikki gewann die Düsseldorfer Ausgabe des von 13,83 Millionen Fernsehzuschauern in Deutschland eingeschalteten Gesangswettbewerbs, der live in 55 Länder der Erde übertragen wurde. Am Mittag danach führten der zur Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands ARD gehörende, für den ESC zuständige Sender NDR und die European Broadcasting Union eine gemeinsame Pressekonferenz durch, innerhalb der sich NDR-Intendant Lutz Marmor sehr zufrieden darüber zeigte, wie der ESC in Düsseldorf gelaufen ist. Dazu Marmor: "Das war eine ganz tolle Show. Technisch brillant, aber nicht kalt."

Der Fernsehverantwortliche betonte, stolz auf die Leistung seines ganzen Teams zu sein. Nahezu begeistert zeigte Marmor sich angesichts der Qualität der Visitenkarte, die Deutschland mit dieser Show in Europa abgegeben hat. Der Intendant stellte noch einmal heraus, dass ein Großteil des Erfolges auch auf die Esprit-Arena zurückzuführen sei, deren technische und logistische Möglichkeiten keine andere Halle in Europa zu bieten habe. Die Esprit-Arena war es, die Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers mit dazu veranlasst hat, sich für Düsseldorf um die Austragung des Eurovision Song Contests zu bewerben. Er stach damit drei weitere Städte in Deutschland aus und holte den 56. ESC somit an den Rhein.

Bundesverdienstkreuz für Oberbürgermeister Dirk Elbers?

Am Abend nach dem Eurovision Song Contest wurden Stimmen in Düsseldorf laut, die Elbers dafür – seine Stadt zum richtigen Zeitpunkt an richtiger Stelle ins Spiel gebracht zu haben – für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen werden solle. Düsseldorf hat zwar, wie der Nachwuchs-Gesangswettbewerb Tontalente bewiesen hat, eine eigene Musikszene, doch diese spielte im Vergleich zu Hamburg und Berlin im Bewusstsein der Bürger eine eher untergeordnete Rolle. Umso stärker sei die Idee Elbers‘ zu würdigen, die nach Senderangaben weltweit größte Musikshow nach Düsseldorf geholt zu haben. Mit Düsseldorf, so der NDR-Chef, habe Deutschland in Sachen Eurovision Song Contest jedenfalls neue Maßstäbe gesetzt.

Marmor sagte Aserbaidschan zu, das kleine Land bei der Durchführung des 57. Eurovision Song Contests im Jahr 2012 zu unterstützen. Thomas Schreiber, der Teamchef der ARD in Sachen ESC, lobte darüber hinaus die Moderatoren: "Stefan Raab hat musikalische Maßstäbe gesetzt für das Opening einer Show. Raab hat nicht nur den Saal mit 'Satellite' gerockt, sondern ganz Europa." Anke Engelke solle jedes Jahr moderieren und so Miss Europe beim ESC werden. Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers habe bewiesen, dass sie nicht nur im Studio einer Nachrichtensendung wirke. Während in der Esprit-Arena noch die Abstimmung lief, fuhren draußen die ersten Sattelschlepper in puncto Abbau vor. Bis zum 21. Mai 2011 hat der NDR die Halle zu übergeben.

57. Eurovision Song Contest: Aserbaidschan

Baku, die Hauptstadt der Republik Aserbaidschan, ist Austragungsort des 57. Eurovision Song Contests. Den Regeln des Wettbewerbs entsprechend hat das Land des jeweiligen Siegerliedes den Wettbewerb im auf den Sieg folgenden Jahr durchzuführen. Aserbaidschan liegt zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus. Die Wirtschaft des Landes baut auf dessen Öl- und Gasvorkommen auf. Im Norden grenzt die Republik an Russlands Dagestan, im Nordwesten an Georgien, im Westen an Armenien und im Süden an den Iran. Inwiefern Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad den Eurovision Song Contest und seine teils schrille Szene in seinem Nachbarland als Provokation sieht oder als Mittel nutzt, den Westen in welcher Art auch immer unter Druck zu setzen, darüber entbrannten in Düsseldorf bereits Diskussionen.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland lebten in Aserbaidschan im März 2011 insgesamt 9,1 Millionen Menschen; 2,06 Millionen davon in der knapp fünf Flugstunden von Düsseldorf entfernten Hauptstadt Baku. Inoffiziell wird aber geschätzt, dass es rund eine halbe Million mehr sind. Die Republik Aserbaidschan ist mit 86.600 Quadratkilometern etwas größer als Österreich. Aus religiöser Sicht gehört das Land zum Wirkungsbereich des Islam, der sich zu 75 Prozent in Schiiten und 25 Prozent in Sunniten aufteilt. Kleine jüdische, russisch-orthodoxe, katholische und evangelische Gemeinden kommen hinzu. Die Bedeutung der russischen Sprache in der Republik mit ihrer Präsidialdemokratie und dem Einkammerparlament nehme ab, so das Auswärtige Amt. Oppositionelle und Homosexuelle werden verfolgt.

Lutz Marmor: Düsseldorf hat die Erwartungen als Austragungsstadt absolut bestätigt

Während die Teilnehmer, die Mitglieder der Delegationen und VIP-Gäste in den Düsseldorfer Rheinterrassen feierten, hat sich die Fangemeinde in der Düsseldorfer Altstadt und der Rheinuferpromenade versammelt. Die Bilder einer fröhlich feiernden, warmherzig miteinander harmonierenden Fangemeinde vermittelten den Zuschauern in Europa schon in der Vorberichterstattung am Nachmittag, wie es im Rheinland zugeht. Immer wieder wurden auch die bereits im Halbfinale ausgeschiedenen Teilnehmer dort gesichtet, die sich gut gelaunt unter das Volk mischten. Noch einmal Lutz Marmor, diesmal zitiert aus der Zeitung Rheinische Post: "Die Stadt hat sich den Gästen aus 43 Ländern als moderne, weltoffene, zugleich warmherzige Metropole präsentiert. Ich habe viele begeisterte Reaktionen von den Delegationen aus ganz Europa gehört.“

Ergebnisse/Punkte ESC 2011

Die Abstimmungsergebnisse zum Eurovision Song Contest 2011 in der Übersicht: Platz 1. belegte Aserbaidschan mit 221 Punkten. Es folgten: 2. Italien 189 Punkte, 3. Schweden 185 Punkte, 4. Ukraine 159 Punkte, 5. Dänemark 134 Punkte, 6. Bosnien-Herzegowina 125 Punkte, 7. Griechenland 120 Punkte, 8. Irland 119 Punkte, 9. Georgien 110 Punkte, 10. Deutschland 107 Punkte, 11. Großbritannien 100 Punkte, 12. Moldau 97 Punkte, 13. Slowenien 96 Punkte, 14. Serbien 85 Punkte, 15. Frankreich 82 Punkte, 16. Russland 77 Punkte, 17. Rumänien 77 Punkte, 18. Österreich 64 Punkte, 19. Litauen 63 Punkte, 20. Island 61 Punkte, 21. Finnland 57 Punkte, 22. Ungarn 53 Punkte, 23. Spanien 50 Punkte, 24. Estland 44 Punkte, 25. Schweiz 19 Punkte

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