Stone Sour – "Audio Secrecy" startet in Deutschland auf Platz 3

Stone Sour Audio Secrecy - Roadrunner Records
Stone Sour Audio Secrecy - Roadrunner Records
Die Band um Slipknot-Sänger Corey Taylor stürmt die Charts mit einem starken Album und wird endgültig eigenständig. "Audio Secrecy" ist ein starkes Album.

Dass Slipknot-Sänger Corey Taylor schreien kann, hat er bei Slipknot ausreichend bewiesen. Dass er auch richtig gut singen kann, steht seit dem Stone Sour Album „Come whatever may“ auch fest. Während die Scheibe „Come whatever may“ (2006) jedoch noch wie Slipknot „light“ klang, konnte Stone Sour mit dem aktuellen Werk „Audio Secrecy“ endgültig aus dem Schatten der zuletzt global erfolgreichen Slipknot heraustreten und selber ein Ausrufezeichen in der Musikwelt hinterlassen.

Charterfolg für „Audio Secrecy“

Dass Stone Sour mittlerweile keine Randerscheinung mehr sind, belegen auch die Chartpositionen, mit denen „Audio Secrecy“ in dieser Woche startete. In den USA konnte die Scheibe auf Platz 6 direkt hinter „Asylum“ von Disturbed einsteigen. In Deutschland liegen sie auf Platz 3 und lassen damit die Ex-Nightwish-Sängerin Tarja mit ihrem Album „What lies beneath“ hinter sich, die auf dem vierten Platz auch neu in dieser Woche ist. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Metal allgemein nicht als Massengeschmack bekannt ist. Generell ist zurzeit zu beobachten, dass Metalbands in Zeiten von Musiküberschwemmung und illegaler Downloads auf die Loyalität ihrer Anhängerschaft bauen können. Nicht umsonst sind derzeit rund 20 Bands unter den Top-100 der Media Control Longplay-Charts, die eindeutig dem Bereich Metal zuzuordnen sind. Stone Sour bewegen sich also in guter Gesellschaft und führen in dieser Woche die „Metal-Charts“ vor ihren Kollegen Tarja, Iron Maiden, Blind Guardian, Accept, Scorpions, Rammstein, Apocalyptica und Nickelback an.

Wie klingt „Audio Secrecy“?

„Audio Secrecy“ birgt ein breites Spektrum und wird eingefleischten Slipknot Fans wegen mangelnder Härte sicher nicht zusagen. Für den Metalhead, der auch über den Tellerrand schaut, birgt „Audio Secrecy“ jede Menge schöner Titel.

In „Audio Secrecy“ steckt natürlich auch ein wenig Slipknot, aber ebenso finden sich Passagen, die an Nickelback, U2, Korn oder Pantera erinnern. Ein Titel wie „Dying“ könnte ebenso gut von Avril Lavigne stammen und fügt sich trotzdem gut in das Gesamtbild des Albums ein. Insgesamt besticht „Audio Secrecy“ durch zahlreiche eingängige Refrains, solide Gitarrenarbeit und abwechslungsreiches Songwriting. Über allem liegt die charismatische Stimme Corey Taylors, der sowohl harte Parts als auch emotionale Passagen jederzeit authentisch rüberbringt und dem Album, sogar der Band ihren Wiedererkennungswert gibt. Wo Taylor jedoch bei Slipknot durch das Bandgefüge limitiert ist, kann er hier frei herumtollen und sich so in allen Facetten präsentieren.

Wo liegen die Schwachpunkte von „Audio Secrecy“?

Neben der mangelnden Härte für dieses Genre mangelt es „Audio Secrecy“ an nichts. Es ist ein gutes Album, das man getrost kaufen kann und auch mal seinen Schwiegereltern präsentieren kann. Es ist nicht originell und nicht neu, aber das Gesamtniveau, auf dem sich Stone Sour bewegen ist, nicht zuletzt wegen des Gesangs sehr hoch. Inwieweit der Erfolg von Stone Sour sich auf die Pläne von Slipknot auswirken bleibt abzuwarten, denn nachdem auch Slipknot Drummer Joey Jordison mit den Murderdolls ein erfolgreiches Side-Project hat und Slipknot Basser Paul Gray im Mai dieses Jahres starb, ist die Zukunft der Maskenmänner aus Iowa ungewiss.

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