
- Schloss Brake in Lmego - Harald Rossa
Die Straße der Weserrenaissance führt durch die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Am Weg gibt es großartige Architekturdenkmäler des 16. und frühen 17. Jahrhunderts. Das sind Schlösser und Adelssitze, Rathäuser und Bürgerbauten aus Stein oder Fachwerk. Sie berichten von der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte der Zeit vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges.
Die Gründung der Straße der Weserrenaissance
1989 wurde im Schloss Brake in Lemgo das Weserrenaissance-Museum eröffnet. Gleichzeitig wurde die „Straße der Weserrenaissance“ aus der Taufe gehoben. Diese touristische Route führt über 350 Kilometer in einem Zickzackkurs mit der Weser als Orientierung durch Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Am Weg liegen die schönsten Bauten aus der Zeit der Weserrenaissance.
Die Route durch das Bergland an der Oberweser
Die Straße der Weserrenaissance beginnt in Hann. Münden. Dort vereinen sich Fulda und Werra zur Weser. Weiter führt sie durch den Reinhardswald zum „Dornröschenschloss Sababurg“. In den Freigehegen des nahen Tierparks sind Rückzüchtungen von Ur, Wisent und Wildpferd unter alten Eichen beim grasen zu beobachten.
Über den Solling führt der Weg zum nach Schloss Bevern. Diese Vierflügelanlage ist ein besonders prägnantes Beispiel für die Adelsschlösser der Weserrenaissance. Allerdings ist es im Inneren weitgehend umgestaltet worden.
Über Holzminden geht es die Weser aufwärts nach Höxter mit seinen vielen interessanten Bürgerhäusern und dem Kloster Corvey. Zu dessen 885 geweihte Klosterkirche gehört ein einmaliges Westwerk. Auf dem Friedhof wurde Hoffmann von Fallersleben beigesetzt.
Südlich von Höxter steht oberhalb der Weser das Schloss Fürstenberg mit der nach Meißen ältesten Porzellanmanufaktur Deutschlands.
Nach Westen geht es über das Eggegebirge nach Paderborn. Bauten der Weserrenaissance in der alten Bischofsstadt sind das Rathaus, das Heisingsche Haus und das Adam-und-Eva-Haus mit dem Museum zur Stadtgeschichte. Unbedingt sehenswert ist der Dom St. Liborius und das Museum in der Kaiserpfalz. Weitere Ziele sind das Schloss Neuhaus und die Wewelsburg.
Die Attraktion in Detmold ist neben dem Schloss das „Westfälische Freilichtmuseum bäuerlicher Kulturdenkmale”. Das ist das größte Freilichtmuseum in Deutschland. Im nahen Teutoburger Wald ist das Herrmannsdenkmal nicht zu übersehen.
Das Schloss Wendlinghausen bei Dörentrup ließ Hilmar der Jüngere von Münchhausen l von 1613 bis 1616 im Stil der Spätrenaissance erbauen.
Weiter geht es via Bad Salzuflen nach Lemgo. Die Stadt ist voll mit alten Fachwerkhäusern und Bauten aus der Weserrenaissance. Das Hexenbürgermeisterhaus und der Marktplatz samt Rathaus gehören zum Pflichtprogramm an der Straße der Weserrenaissance. Das gilt auch für das Schloss Brake und dem im Schloss befindlichen Weserrenaissancemuseum.
Über Bad Pyrmont, dem niedersächsisches Staatsbad mit Schloss und Festung sowie einen schönen Kurpark mit Palmengarten geht es nach Hämelschenburg mit dem außergewöhnlich schönen Schloss. Im Ortsteil Königsförde von Aerzen steht die Dreiflügelanlage des Wasserschlosses Schwöbber.
Dann folgt Hameln. Weltbekannt durch das Märchen von dem Rattenfänger von Hameln. In der an historischen Bauten reichen Stadt stehen die Weserrenaissancebauten Hochzeitshaus, Rattenfängerhaus, Stiftsherrenhaus und Leisthaus.
Weiter geht es nach Bückeburg mit dem Schloss der Grafen von Schaumburg-Lippe und der Stadtkirche. In Rinteln sind die Rathausfassaden und der Adelshof derer zu Münchhausen zu erwähnen. Bei Rinteln lohnt eine Fahrt hinauf zur Schaumburg. Die war der Stammsitz der Schaumburger Grafen und bietet einen einmaligen Ausblick in das Wesertal.
Die Straße der Weserrenaissance in der Norddeutschen Tiefebene
Minden wurde nach den Sachsenkriegen 798 von Karl dem Großen gegründet. Der Dom ist über 1.000 Jahre alt und das Rathaus blickt auf über 750 Jahre zurück. Sehenswert ist auch das Wasserstraßenkreuz Minden. Dort überquert der Mittellandkanal die Weser.
In Petershagen errichtete um 1306 Bischof Gottfried von Waldeck eine Wasserburg. Sie war Residenz der Mindener Fürstbischöfe. Unter Bischoff Franz II. von Waldeck wurde sie im 16. Jahrhundert zum Schloss im Stil der Weserrenaissance umgebaut.
Am Weg liegt die Festung aus dem 18. Jahrhundert auf einer aufgeschütteten Insel im „Steinhuder Meer”. Graf Wilhelm von Schaumburg ließ diese Anlage ab 1764 bauen. Heute ist sie eine Touristenattraktion. Im traditionellen Segelboot wird zur Insel übergesetzt. Dort warten Kanonen und Kasematten sowie der Panoramablick vom Observatorium.
In Neustadt am Rübenberge steht in einer Festungsanlage das Schloss Landestrost mit seinen Anbauten. Im Schloss gibt es ein interessantes Torfmuseum. Eine Ausstellung berichtet über Herzog Erich II., der das Schloss und die Festungsanlage erbauen ließ, und die Geschichte des Schlosses. In den Kellergewölben wird seit 1888 von der Sektkellerei Duprès Sekt hergestellt.
In Nienburg stammen die Giebel am Rathaus aus der Zeit der Weserrenaissance. Sehenswert ist auch das Lapidarium des Nienburger Museums mit Sandsteinskulpturen aus dem Weserraum und einem Renaissanceerker
Das Rittergut Brokeloh ließ Clamor von Münchhausen ab 1545 als Wasserburg im Stil der Weserrenaissance bauen. Um 1600 war die Vier-Flügelanlage vollendet. Heute sind hier Ferienwohnungen zu mieten.
Der Erbhof Thedinghausen ist ein alter Herrensitz. Ihn ließ der Bremer Erzbischof Johann Friedrich für seine Geliebte Gertrud von Hermeling-Heimbruch 1619/20 errichten. Das Bauwerk im Stil der ausklingenden Weserrenaissance präsentiert sich mit einer Fassade aus roten Ziegelsteinen mit weißen Mörtelfugen.
Der Schlusspunkt ist Bremen. Das Rathaus der Hansestadt ist ein einmaliges Beispiel der Weserrenaissance. Es gehört seit 2004 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Vor dem Rathaus endet auch die Deutsche Märchenstraße, die häufig die Straße der Weserrenaissance kreuzte oder mit ihr teilte.
Mehr über die Weserrenaissance
- Toma Babovic und Georg Ulrich Großmann: Die Weser und die Weserrenaissance. Eine Bildreise 3. aktualisierte Auflage, 96 Seiten, gebunden, Verlag Ellert & Richter Hmaburg 2008, ISBN 978-3892345206
- Herbert Kreft und Jürgen Soenke: Die Weserrenaissance“. 340 Seiten, Verlag CW Niemeyer Hameln 1980, ISBN 978-3875850307
Quellen
- Schloss Brake – Museum der Weserrenaissance
- Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. - Straße der Weserrenaissance
- Mittelwesertouristik
- Landkreis Schaumburg
- Stadt Hameln
- Stadt Rinteln
- Stadt Minden
- Manfred Maronde: Die Weser mit der Weserrenaissance.
- weitere Städte und touristische Einrichtungen an der Straße der Weserrenaissance
