
- Mit buntem Kostüm wird Karneval gefeiert - K.Aldenhoff
In der „fünften Jahreszeit“, wie der Karneval gern genannt wird, sind die Jecken los. Drei tolle Tage lang wird auf der Straße gefeiert, was das Zeug hält. Feucht-fröhlich und bunt geht es zu am Faschingssamstag, Fastnachtsonntag und Rosenmontag. In den drei traditionellen Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz wird in der „närrischen Zeit“ fast ausschließlich gefeiert, am Rosenmontag bleiben die meisten Geschäfte geschlossen. Draußen ist dann fast so viel los wie beim legendären Straßenkarneval in Rio de Janeiro.
Mainzer Straßenfastnacht am Rosenmontag
Wer nicht gerade eine preisgünstige Reise nach Brasilien zum Karneval plant, um an der kilometerlangen Copacabana zu schunkeln, kann auch in deutschen Landen viel Faschingsspaß haben. Auch im sächsischen Bautzen und in Regensburg im Allgäu wird gefeiert, aber ein eigenes Fastnachtsmotto gibt es jedes Jahr in Mainz, Köln und Düsseldorf - auch 2012. Die Mainzer Straßenfastnacht hat ihren Höhepunkt im Rosenmontagszug, den es schließlich schon seit 1838 und es ist einer der grüßten weltweit. Dann wälzt sich ein etwa 7 Kilometer langer Narrenzug durch die Stadt, den eine halbe Million Zuschauer - viele in ihren Faschingskostümen - an den Straßenseiten live miterleben. Dabei wechseln sich die närrischen und politischen Wagen ab mit Reitern, uniformierten Musikformationen und Fahnenträgern. Ein fröhliches Treiben nicht ohne karnevalistischen Witz und Hintersinn - das ist die Würze des Mainzer Straßenkarnevals.
Rosenmontagszug in Düsseldorf auf der „Kö“
In Düsseldorf soll es auch 2012 wieder mehr als 300 Karnevalssitzungen geben, außerdem Highlights wie das „Tuntenrennen“, bei dem sich Männer als Frauen verkleiden und in der Altstadt einen Wettlauf mit Hindernissen liefern. Am Karnevals- Samstag soll das leichtbekleidete Spektakel ab 18 Uhr starten. Am Karnevalssonntag gibt es ab 13 Uhr das legendäre Tonnenrennen in Niederkassel/Oberkassel, bei dem die „Jecken“ mit der Schubkarre um die Wette laufen. Außerdem trifft man sich auf der „Kö“, wie man in Düsseldorf die Prachtstraße Königsallee nennt, ab 11 Uhr zum „Warmschunkeln“ beim bunten Straßenkarneval. Am Rosenmontag zieht ab 12:30 Uhr der „Zoch“ mit geschmückten Karnevalswagen, Musikern und Tänzern durch die Innenstadt.
Kölner Karnevalsschlager 2011 am Rosenmontag
Die Kölner sammeln die Mottos ihrer Rosenmontagszüge seit 1823. Die „Kölsche Karnevalsmusik“ ist ganz speziell und inzwischen schon legendär - viele schöne Hits zum fröhlichen Mitsingen und Schunkeln. Vier Stunden lang dauert der Kölner Karnevalsumzug am Rosenmontag, der um 10:30 traditionell mit den „Blauen Funken“ beginnt und so lang ist, dass die ersten Gruppen schon am Ziel sind, wenn die letzten noch nicht gestartet sind. Daneben gibt es weitere Umzüge, etwa von Kölner Schülern am Karnevalssonntag ab 11 Uhr oder den „Geisterzug“ am Karnevalssamstag, den „Sternmarsch“ und Karnevalsumzüge in einzelnen Stadtvierteln.
Tipp: Straßenkarneval und Kamelleschnappen mit Campingstuhl
Wer will, kann sich in Köln tagelang in den Karneval werfen, die Schlager mitschunkeln und mehrere Karnevalszüge mitmachen. Tipp für gestandene Karnevalisten: am besten rechtzeitig Plätze am Straßenrand beziehen, mit Campingstuhl besetzen und ausreichend Kölsch einpacken. In froher Runde schunkelt man sich ein. Dann heißt es nur noch: Tüten bereithalten, um die besten Kamellen abzufangen, die zur Freude der wartenden großen und kleinen Jecken von den Karnevalswagen abgeworfen werden. Wer die brasilianischen Sambatänzer vermisst und den Karneval mit einem zünftigen Caipirinha am Strand von Rio begießen will, sollte doch lieber nach einer preisgünstigen Brasilienreise Ausschau halten. Kleiner Tipp: Im Februar ist die beste Reisezeit für die Stadt am Zuckerhut und wer genug vom Feiern hat, macht vielleicht einen kleinen Ausflug in den brasilianischen Regenwald.
