Fensterputzen ist eine der meist gehassten Tätigkeiten im Haushalt. Wie bei allen Tätigkeiten spielen auch hier das richtige Werkzeug eine große Rolle. Gleiches gilt in Sachen Fensterputztechnik. Erfahren Sie von einem Insider, wie professionelle Fensterreinigung geht.

So bereitet sich der Profi vor

Vor dem Beginn zurecht zu legen sind folgende Utensilien:

  • 1 Kehrschaufel
  • 1 großer Fensterwischer (Einwäscher) mit Einwaschbezug (Maße: zwischen 25 und 45 cm)
  • 1 großer Abzieher (Maße: zwischen 25 und 45 cm)
  • 1 Ceranschaber
  • 1 ausgedientes stumpfes Messer
  • 1 Fensterputz- oder Fugenbürste
  • 1 großer rechteckiger Eimer auf Rollen und mit Abtropfgitter
  • 1 mehrteilige Halbschürze
  • 1 Putzmittel
  • 1 Leiter
  • 1 Frotteetuch für empfindliche Böden
  • Microfasertücher
  • Spezialpflege für die Fensterrahmen
  • Altes Schmutztuch fürs Fensterbrett

Ein spezieller Eimer mit Rollen und Abtropfgitter erleichtert das Arbeiten

Als Erstes wird ein rechteckiger Eimer (22 l Fassungsvermögen) mit Abtropfgitter maximal halb voll mit lauwarmem Wasser befüllt. Beigefügt wird ein Schuss Putzmittel. Die herkömmlichen Fensterputzmittel haben den Nachteil, dass sie meist einen schmierigen Film hinterlassen. Außerdem sind sie nicht sehr nachhaltig. Alt bewährt ist Spülmittel mit Spiritus oder Essig. Am Eimer angebrachte Rollen erleichtern das Transportieren von einem Raum zum anderen. Um Wasserflecken auf empfindlichen Flächen wie Parkett oder Kork zu vermeiden, empfiehlt es sich, ein altes Frotteetuch unterzulegen. Eine Leiter (Sicherheitssiegel) wird benötigt, wenn die Arme den oberen Fensterrand nicht erreichen.

Barrierefrei mit dem Bucket

Eine Halbschürze mit mehreren Taschen (erhältlich im Fachgroßhandel für Hygiene und Reinigung) erleichtert die Unterbringung der Putzutensilien: zwei Microfasertücher (eines fürs Fensterglas, eines für den Rahmen), ein stumpfes Messer, ein Ceranschaber und eine Fensterputz-/Fugenbürste. Grundsätzlich wird das Fenster erst innen geputzt und dann außen. Anstelle der Halbschürze kann man sich auch einen Hüftgürtel mit Schlaufen für Werkzeuge oder den so genanntem Bucket umbinden. Beides gibt's im Fachgroßhandel. Der Vorteil ist, dass man das Fensterputzwerkzeug schnell parat bzw. beide Hände frei hat.

Perfekte Ergebnisse durch die richtige Technik

Sind die Fenster übermäßig verschmutzt, kehrt man diese vorher mit einem kleinen Besen ab. Nachdem der Fensterwischer mit dem Einwäscher bezogen ist, wird er ins Wasser getaucht. Das Zuviel an Wasser streift man am dem Abtropfgitter ab. Die Größe beziehungsweise Länge von Einwäscher und Abzieher entscheiden, wie lange die Glasreinigung dauert. Heißes Wasser ist zu vermeiden, weil das Putzmittel verdunsten würde.

Vor dem Putzen wird der Fensterwischer (auch Einwäscher genannt) mit dem Einwaschbezug bezogen. Jetzt wird der Einwäscher links oben an der Glasscheibe angesetzt und schlangenlinienförmig über die Scheibe gezoge ("schlangenlinienförmig" meint: in Form einer liegenden Acht). Das Gleiche wird nach links wiederholt und so weiter - so lange, bis man rechts unten angelangt ist. Mit etwas Übung lassen sich perfekte Ergebnisse erzielen (mitunter auch bei direkter Sonneneinstrahlung). Das überschüssige Wasser an den Seiten und unten wird mit einem sauberen Microfasertuch abgenommen.

Den Abzieher immer abwischen

Mit dem Abzieher wird in der gleichen Weise wie mit dem Einwäscher verfahren. Das heißt, man arbeitet sich schlangenlinienförmig von links nach rechts bzw. von oben nach unten. Eine stabile, nicht poröse und gut sitzende Gummilippe erleichtert das Arbeiten. Eine andere Möglichkeit ist es, den Abzieher links oben anzusetzen und gerade nach unten zu ziehen. Streifenfreie Fenster erzielt man aber nur, wenn der Abzieher nach jeder Reihe mit einem Tuch abgewischt wird. Andernfalls würde man die Ansatznähte sehen, was zu den berühmt-berüchtigten Streifen bzw. Schlieren führt. Immer noch verbleibende Feuchtigkeit beseitig man wieder mit einem sauberen Microfasertuch.

Schlieren mit dem Ceranschaber beseitigen

Ist die Fensterinnenrseite fertig, geht's an die Außenseite. Das hat den Vorteil, dass sofort nachvollziehbar ist, wo's noch nicht passt. Werden Streifen oder andere Defizite gesichtet, geht man nicht mit dem Microfasertuch drüber (Schlierengefahr). Die bessere Alternative ist der Ceranschaber. Der Ceranschaber ist auch das ultimative Werkzeug bei hartnäckigen Spuren nach Pollenflug.

Spezialpflege spart Zeit und Geld

Holzrahmen bedürfen in der Regel keiner besonderen Pflege. Man wischt sie einfach mit dem Microfasertuch ab. Das gilt insbesondere für Teakholz. In nicht mehr ganz neue Kunststoffrahmen "brennen" sich oftmals schwarze "Schmierer" ein, die mit herkömmlichen Mitteln kaum zu bewältigen sind. Hier empfiehlt sich ein Putzstein, der zugleich pflegt, poliert und versiegelt. Schmutz in den Fensterzwischenräumen entfernt man mit einem stumpfen Messer, das mit einem kleinen Tuch umwickelt wurde. Werden die Fensterscharniere nicht hinreichend mit dem Fugenbürstchen bearbeitet, ist mit Veschleißerscheinungen derselben zu rechnen. Fugenbürstchen bekommt man für ein paar wenige Euro. Mit dem Fugenbürstchen präpariert man auch die unzugänglichen Stellen des Fensterbretts und putzt sie anschließend nass und dann trocken.

Wer jetzt immer noch nicht gerne putzt, macht die Fensterscheiben wasser-immun: Veredelungsmittel bewirken, dass Regenwasser künftig einfach abperlt und weniger geputzt werden muss.