
- Stresstest für Banken - Linda Karlsson, pixelio.de
Auf dem EU- Gipfel in Brüssel am 17.06.2010 beschlossen die Staats- und Regierungschefs, die Ergebnisse der Stresstests für Banken zu veröffentlichen. Ein solcher Belastungstest hatte im vergangenen Jahr, trotz Manipulationsvorwürfen, in den USA zu einer Beruhigung der Märkte geführt. Auch für die EU soll das Vertrauen in die Banken wieder hergestellt werden.
Stresstest für Banken kommt aus den USA
Der erste Stresstest für Banken wurde Anfang Mai 2009 in den USA veröffentlicht. Es handelte sich dabei um einen Belastungstest, der prüft, ob die Banken bei einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage zahlungsfähig bleiben. Ziel war es, den tatsächlichen Finanzbedarf der Banken in einer weiteren Krisensituation zu ermitteln. Letztlich ist der Banken-Stresstest und dessen Veröffentlichung auch einer der Mechanismen, um Banken und ihre Geschäfte besser kontrollieren zu können. Eine weitere Finanzkrise soll damit schon im Vorfeld erkannt und gehemmt werden.
19 Großbanken wurden vom Finanzministerium und der US- Notenbank "Fed" geprüft, und die Ergebnisse wurden Anfang Mai 2009 veröffentlicht. Sie waren deutlich positiver, als zuvor vermutet und alle atmeten auf. Die Banken, die US-Regierung und die Börse. Die Kurse stiegen wieder und der Markt beruhigte sich.
Manipulation des Stresstests für Banken?
Ein paar Tage später, erschien im "Wall Street Journal" ein Bericht, in dem die Ergebnisse des Stresstests angezweifelt wurden. Die Ergebnisse seien manipuliert worden. Diese Beurteilung gründet sich auf der Tatsache, dass die Banken die Ergebnisse des Stresstests vor der Veröffentlichung mitgeteilt bekamen, gegen ihre Bewertung Sturm liefen und zumindest halb offene Türen einrannten.
Gleich mehrere Banken konnten, nach Verhandlungen mit der Notenbank, das Ausmaß ihrer Finanzlücken deutlich nach unten korrigieren. Allen voran die „Bank of Amerika“, die es schaffte, die für sie prognostizierten 50 Milliarden Dollar Defizit um mehr als 15 Milliarden auf 33,9 Milliarden Dollar zu drücken. Auch weitere Banken, wie MillWells, Citigroup, SunTrust und Fifth Third Bancorp beteiligten sich erfolgreich an dem Gefeilsche.
Dennoch ergaben sich daraus keine Nachteile. Das Vertrauen in die Banken festigte sich wieder und führte zu einer Stabilisierung des Kapitalmarkts. Diese Wirkung erhofft man sich auch durch die Veröffentlichung des europäischen Banken-Stresstests.
Stresstest für EU- Banken
Nach amerikanischem Vorbild wurden 2009 und im März 2010 auch die 20 größten EU-Banken durch die europäische Regulierungsbehörde CEBS (Committee of European Banking Supervisors) dem Belastungstest unterworfen. Als erstes Land schlug Spanien vor, die Ergebnisse des Tests zu veröffentlichen. Die spanische Regierung erhoffte sich dadurch eine Wiederherstellung des Vertrauens in spanische Banken, denen auf dem Kapitalmarkt besonders viel Misstrauen entgegengebracht wird.
Die Bundesregierung stellte sich diesem Vorschlag zunächst vehement entgegen. Wahrscheinlich, weil die stabilen deutschen Banken (natürlich) gegen eine Veröffentlichung derartiger Daten sind. Sie bemängeln und befürchten, dass falsche oder ungenügend ausgearbeitete Kriterien des Stresstests zu Fehlinterpretationen führen.
Zum Schluss lenkte die Bundesregierung ein und befürwortete ebenfalls die Forderung Spaniens. Auf dem EU-Gipfel vom 17.06.2010 beschlossen die Staats- und Regierungschefs die Veröffentlichung des Stresstests der wichtigsten EU- Banken schon im Juli 2010. Ob es dann zu einer ähnlich positiven Einschätzung der Banken kommt, auch und gerade für die spanischen Banken, bleibt abzuwarten.
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