
- Wollkorb - Alexandra H.
In der Nähe von Plauen im Vogtland liegt der kleine Ort Straßberg. Kaum jemand wird hier eine erfolgreiche Unternehmerin vermuten. Mit der Wende 1990 kam auch für Frau Kathrin Limmer eine Wende in ihrem Leben. Sie hatte nun die Möglichkeit, ihr Hobby zur Einnahmequelle zu machen. Anfangs suchte sie sich dabei Unterstützung. Nach Ablauf dieser benötigten Anlaufzeit wagte sie dann den Sprung in die Selbstständigkeit. Doch sie wollte anders sein als alle herkömmlichen Wollgeschäfte, da in dem kleinen Ort die Kunden für ein erfolgreiches Geschäft nicht ausreichten. Außerdem erlebte sie auch mit, dass in der Region viele Wollgeschäfte pleite gingen. Das wollte sie verhindern und suchte nach einer Alternative, mit Erfolg, wie sich in den letzten 20 Jahren gezeigt hat.
Außergewöhnliche Ladengestaltung
Betritt man zum ersten Mal das Geschäft von Frau Limmer, ist man etwas befremdet. Denn sie bewahrt ihre Wolle nicht wie üblich in Regalen auf, sondern in Plastikstiegen. Zum Teil lagert auch ein Teil ihrer Produkte in großen Kisten. Das Angebot ist jedoch immens. Von der einfachsten bis hin zur recht anspruchsvollen Wolle findet hier der Strickfreund alles, was das Herz begehrt. Überall im Laden hängen Modelle, die die Hobbystrickerin selbst entworfen hat, um den Kunden ein Bild zu geben, wie die Wolle verarbeitet aussieht. Auch Zubehör wie Nadeln, Knöpfe und Schnallen sind in einer ziemlich großen Palette vorhanden.
Wenn sie montags ihren kleinen Laden öffnet, ist sofort reger Besuch zu verzeichnen. Da werden Bestellungen abgeholt, Frauen kommen mit ihren fertigen Pullovern oder eine Frau hat ein Problem mit ihrem Strickteil und kommt Hilfe suchend in das Geschäft. Aber auch Kundinnen, die neue Wolle für ihre geplanten Strickteile suchen, sind schon recht frühzeitig auf den Beinen. Denn die Kundschaft von Frau Limmer weiß, dass sie nur an diesem Tag die Chance hat, bei ihr zu kaufen.
Vom Ladengeschäft zur fliegenden Händlerin
Da die Geschäftsfrau nicht vom Umsatz ihrer ortsansässigen Kundschaft leben kann, hat sie nach einer Variante gesucht, um das Geschäft einträglicher zu gestalten. Und so ist Frau Limmer seit nunmehr 20 Jahren mobil in der Region unterwegs, die sich über größere Städte im Vogtland erstreckt bis hin ins bayrische Nürnberg. Entweder ist sie regelmäßig auf den lokalen Wochenmärkten anwesend oder ist zu besonderen Ereignissen in der entsprechenden Region unterwegs. Und um da ihre Wolle feil zu bieten, schnappt sie sich dann ihre Plastikstiegen und belädt damit ihr Auto. Somit findet die ortsansässige Kundin an jedem Montag ein anders gestaltetes Geschäft vor.
Ein besonderer Service von Frau Limmer ist es, dass sie zu ihren selbst entworfenen Modellen den Kundinnen die Anleitungen zukommen lässt, so dass jeder das Modell, wenn es ihm besonders gefällt, nacharbeiten kann.
Die Vogtländerin hat bewiesen, dass man mit einem einfachen, aber gut durchdachtem Konzept ein erfolgreiches, wenn auch kleines Unternehmen erfolgreich führen kann.
