Stu Ungar: tragische Legende eines wahren Pokergenies

Stu Ungar-WSOP 1997 - hutchie28
Stu Ungar-WSOP 1997 - hutchie28
Stu Ungar war der wahrscheinlich beste Pokerspieler, den es jemals gab. Allerdings hatte er auch noch andere Leidenschaften, denen er schließlich erlag.

Stu Ungar war der wahrscheinlich beste Pokerspieler, den es jemals gab. Das gilt besonders für die beliebteste Variante das No Limit Texas Holdem. Er wurde am 8. September 1953 in New York City geboren und wuchs als jüdisches Kind ungarischer Einwanderer in Manhattan auf. Bereits mit zehn Jahren gewann er sein erstes Turnier; allerdings spielte er damals noch Gin-Rommé. Es muss außerdem erwähnt werden, dass dies das erste Turnier war, an dem er teilgenommen hatte. Für sein unglaubliches Talent wird sein fotografischen Gedächtnis als Ursache angesehen. Es dürfte aber noch weit darüber hinaus gehen, denn seine analytischen Fähigkeiten müssen enorm gewesen sein. Mit 14 Jahren besiegte er die besten Spieler seiner Heimatstadt. Diese weigerten sich mehr und mehr gegen ihn anzutreten, so nahm er Handicap-Spiele auf sich, um seinen Gegnern bessere Chancen zu gewähren. Außerdem besiegte er gar Gegner, die ihn betrogen hatten, in dem sie sich auf unfaire Art und Weise einen Vorteil zu verschaffen erhofften.

Folgende Aussage ist die vielleicht realistischste Einschätzung, die jemals von einem Gambler vernommen wurde: „Ich kann mir vorstellen, dass jemand eines Tages besser als ich No Limit Holdem spielen können wird. Es ist jedoch zu bezweifeln. Ich schwöre aber, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand jemals besser Gin spielen wird, als ich", aüßerte einmal Stu Ungar. Seine Fähigkeiten waren so bemerkenswert, dass viele Casinos ihm verboten, bei ihnen Gin-Rommé zu spielen.

Plötzlicher Tod seines Vaters

Da sein Vater schon früh an einem Herzinfarkt gestorben war, und er aufgrund dessen schon bereits in der zehnten Klasse die Schule abgebrochen hatte, war seine Familie finanziell auf ihn angewiesen. Es gab nun nichts mehr, was gegen eine Profispieler-Karriere sprach. Stu Ungar meinte einmal, dass sein Vater nichts mehr hasste, als wenn er zockte. Es ist auch bemerkenswert, wie es einem so schmächtigen Jungen gelang sich in einem mafiotischen Milieu zu behaupten. Ungar soll stets der Kleinste in seinem Umfeld gewesen sein, das zählt wohl nicht nur für seine Schulzeit, doch er wurde immer wieder von Stärkeren beschützt. Liegt es vielleicht an den Kontakten und Bekannten, die die Familie Ungar pflegte? Zu seinem Mitzvah-Fest kamen sehr viele ominöse Gäste, sodass sich auch die Polizei für dieses interessierte. Durch den Tod seines Vaters wurden seine Kontakte mit den jüdischen und italienischen Gangstern noch intensiver.

Er arbeitete schon zu Zeiten, in denen sein Vater noch lebte, für die Interessen der Mafia. Der Vater unterhielt ein Wirtshaus, das zum äußerst beliebten Treffpunkt von Gangstern geworden war. Ungar kümmerte sich um das Führen der Bücher, da sein Vater mit dieser Aufgabe größtenteils überfordert war. Er beschäftigte sich also schon früh mit Geldflüssen, indem er Geschäftsvorgänge erfasste. Das Geld, was er sich erspielte, vergeudete er beim Glücksspiel. Besonders hatte es ihm der Pferdesport angetan. Dieser versetzte ihn im Gegensatz zu Gin oder auch Poker eher in einen Rausch, in dem er sich wohl und elektrisiert fühlen konnte. Was mancher Adrenalin-Fan beim Poker bekommt, erfuhr er bei Pferdewetten.

Beginn seiner Pokerkarriere: Eine Legende wird geboren

Im Jahre 1980 war es dann soweit, die Legend wurde endgültig geboren, denn er entschied sich zum Poker zu wechseln und gewann die WSOP, was ihm im Jahr darauf noch einmal gelang. Im Jahr 1990 erreichte er zwar den Finaltisch, war aber nicht in der Lage zu spielen, da er aufgrund einer Überdosis Kokain ohnmächtig auf einem Hotelzimmer vorgefunden worden war. Erst 1997 gelang es ihm noch einmal, die inoffizielle Weltmeisterschaft zu gewinnen. Er spielte dabei mit einer Sonnenbrille, um die Spuren des Drogenmissbrauchs nicht so offensichtlich zu zeigen. Am Ende zeigte er ein Bild seiner Tochter in die Kamera, von der er sich wahrscheinlich eine zweite Chance erhoffte. Er widmete ihr diesen Titel, doch sein Begehren nach Drogen versetzte ihm am 22. November 1998 den finalen Stoß. Er starb in einem Motelzimmer.

Unschön ist der Spitzname „The Kid", den man ihn gab, denn er war ein Genie ungeahnten Ausmaßes und ein Mann, der Spiele verstand wie keiner vor oder nach ihm. Seine Körperhaltung war dabei immer lässig, und er wirkte entspannt sowie spielbestimmend. Immer schien er zu wissen, was der richtige Spielzug in der dazugehörigen Situation gegen jeden Gegner war; und man konnte seine Blattstärke auch nicht an seiner Mimik ablesen. Er war der König des Pokersports.

Quellen:

Name des Bildes von alvimann:  Art_Man_, Alvimann von http://www.morguefile.com/creative

Heiko Löwa - Ich arbeite in einem kaufmännischem Beruf und bin über das Internet auf dieses Autorennetzwerk gestoßen. Auf dieser ...

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