
- Mensa Lahnberge, Eingang vom Klinikum - Dietrich Thomas
Wenn die Zeitschrift "Unicum" ihre Leserinnen und Leser alljährlich dazu aufruft, die deutschen Mensen zu benoten, dann landet die Mensa in Marburg regelmäßig auf einem der vorderen Plätze. Und das zu Recht, denn das Essen ist lecker und abwechslungsreich.
Sechs verschiedene Gerichte an den Wochentagen
Während des Semesters werden an fünf Wochentagen jeweils sechs verschiedene Mittags- und vier Abendgerichte angeboten. Mindestens eines davon ist immer vegetarisch, häufig gibt es Fisch, Gerichte ohne Schweinefleisch sind ebenso gekennzeichnet wie die ohne Rindfleisch. Auf Gentechnik wird nach bestem Wissen vollständig verzichtet. Das Stammessen bietet einfache Hausmannskost auf einem Teller - oder in einer Terrine -, die Auswahlessen können durch drei verschiedene Beilagen individuell ergänzt werden. Diese Gerichte werden nach einem Sechs-Wochen-Plan gekocht, der für jeden genügend Abwechslung bieten sollte.
Hinzu kommen ein wöchentlich wechselndes Gericht und Sonderaktionen wie die alljährliche Spargelwoche, das feierliche Weihnachtsessen oder zur Fußballweltmeisterschaft Gerichte aus allen teilnehmenden Ländern. Da zeigen die Köche dann gerne, was sie sonst noch alles können.
Samstags ist nach einer etwas kleineren Auswahl an Mittagsgerichten schon um 14 Uhr Schluss, an Wochentagen um 20 Uhr. Und in den Semesterferien gibt es nur ein reduziertes Angebot.
Mensa Stadt und Mensa Lahnberge im Vergleich
Unten im Tal liegt das ältere Mensa-Gebäude in der Nähe der Philologischen Fakultät, kurz PhilFak, die in den sechziger Jahren gebaut wurde und auch so aussieht: quadratisch, praktisch, Beton. Auch die Mensa versprüht ein wenig den Charme dieser Zeit. Der große Esssaal trotzt allen Bemühungen, ihn durch künstlerische Aktionen etwas wohnlicher zu gestalten. Auf der Empore sitzt man deutlich gemütlicher. Und die Suche nach dem Schlangenende für das ausgewählte Essen kann für Anfänger durchaus verwirrend sein; da hilft nur fragen.
Dieses Mensagebäude beherbergt außerdem den AStA, die BAFöG-Stelle, einen Lesesaal mit Zeitungen und ähnlich sinnvolle und nützliche Institutionen. Zu erreichen ist sie über eine eigene Fußgängerbrücke über die Lahn, den Radweg entlang des Flusses oder die Straße Erlenring. Parkplätze sind wie überall in der Stadt knapp, aber für Fahrräder ist genügend Platz.
Ganz anders die Mensa auf den Lahnbergen, die man mit dem Stadtbus Nr. 7 erreicht (Richtung Klinikum, Haltestelle Botanischer Garten). Hier sind die Naturwissenschaftlichen Fächer untergebracht worden. Die Bauweise der neunziger Jahre zeichnet sich hier aus durch flachere Bauten, endlose Flure und ebensolche Suche nach dem richtigen Seminarraum.
Hier speist man nicht im großen Saal, sondern auf verschiedenen Ebenen und inmitten wuchernder Grünpflanzen. Die Essensausgabe hingegen ist in einen Raum zusammengefasst und entbindet damit von der Notwendigkeit, sich das Essen vorher bereits ausgesucht zu haben.
Während die Mensa in der Stadt gelegentlich sehr voll und hektisch sein kann, ist die Atmosphäre auf den Lahnbergen auch zu Stoßzeiten eher entspannt. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier immer freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend.
Wer studieren will, der muss auch essen
Bezahlt wird in beiden Mensen mit einer Chipkarte, die gegen Vorlage des Studentenausweises erhältlich ist. Nur in den Cafeterien kann noch mit barem Geld gezahlt werden; die günstigen Preise haben dafür gesorgt, dass sie nicht nur von Uniangehörigen als zweites Wohnzimmer betrachtet werden. Die Mensa auf den Lahnbergen wird außerdem häufig besucht von Mitarbeitern des benachbarten Klinikums, denen das Mensa-Essen besser schmeckt als die Krankenhausverpflegung.
Beide Mensen bieten in den Sommermonaten Außenbereiche. Wer es sich in der Stadt auf einer der Wiesen gemütlich machen will, möge allerdings bedenken, dass nicht jeder seinen Hund anleint.
Im übrigen bietet das Studentenwerk nicht nur das Essen in den Mensen an, sondern auch einen Außer-Haus-Service. Das Catering für Veranstaltungen ist unter Studenten besonders deshalb so beliebt, weil es zum einen günstig ist und zum anderen das Studentenwerk das Geschirr mitliefert und vor allem ungespült auch wieder abholt.
