
- Immer wieder sterben Bergsteiger bei Expeditionen - skeiwoker - Pixelio.de
Gerlinde Kaltenbrunner hat in den vergangenen Jahren schon mehrfach Versuche erfolglos abbrechen müssen, den 8.611 Meter hohen K2 zu erklettern. Es ist der letzte der 14 Achttausender weltweit, den die Österreicherin noch nicht bezwungen hat. Diesmal jedoch brachte der Absturz ihres Kompagnons die Mission zum Scheitern und Kaltenbrunner tennt mehr denn je vom legendären Gipfel des K2.
Frederik Ericsson verunglückt beim Aufstieg am K2
Der K2 ist der zweithöchste Berg der Erde, nach dem Mount Everest. Und er hat den Extremskifahrer Frederik Ericsson das Leben gekostet. Beim gemeinsamen Aufstieg mit Gerlinde Kaltenbrunner und ihrer Expedition stürzte der Schwede am morgen des 6. August 2010 in die Tiefe. Wie der Leiter der Wetterdienststelle Tirol, Karl Gabl, der Nachrichtenagentur APA berichtete, sei Ericsson etwa 1.000 Meter weit, bis auf Höhe des Basislagers III abgestürzt.
Auf der Route am K2 war der Ski- und Bergprofi unterwegs, um seine Idee "Ski the big 3" in die Tat umzusetzen. Er wollte die drei höchsten Berge der Welt mit Skiern befahren. Was ihm am 8.586 Kangchenjunga noch erfolgreich gelungen war, wurde dem erfahrenen Extemsportler am Freitag morgen zum Verhängnis.
Der K2 - Naturgewalt zwischen China und Pakistan
Er gilt als der tückischste Achttausender überhaupt und gilt unter Alpinisten als deutlich schwieriger zu überwinden, als der weltbekannte Mount Everest. 1954 gelang seine Erstbesteigung durch eine Expedition aus Italien und seitdem konnten 298 Bergsteiger, darunter 11 Frauen überhaupt ihre Füße auf den Gipfel des K2 setzen.
Der Schwede Ericsson ist nun ein weiteres Opfer des Bergmassivs geworden und reiht sich in eine traurige Bilanz von insgesamt 80 Verunglückten Bergsteigern ein. 32 der Alpinisten hatten zuvor den Gipfel erreicht und waren beim Abstieg ums Leben gekommen. Darunter auch 3 Frauen. Allein bei einem schweren Unglück im Jahr 2008 starben 11 Bergsteiger.
Rekordversuch für Kaltenbrunner beendet
Gerlinde Kaltenbrunner, wollte die dritte Frau weltweit werden, der mit dieser beeindruckenden Unternehmung die Besteigung aller Achttausender gelingt. Vorreiterinnen auf allen Weltgipfeln waren bisher nur die Südkoreanerin Oh Eu Sun und die spanische Alpinistin Edurne Pasaban gewesen, denen dieser Rekord gelungen war.
Gemeinsam mit der Expedition, der auch ihr Mann Ralf Dujmovits angehörte, waren sie bereits auf 7.500 Metern in schwierige Bedingungen geraten. Durch starke Erwärmung hatten sich Felsbrocken aus dem Gestein gelockert und Eisplatten drohten abzugleiten. Nachdem Dujmovits aufgrund der schlechten Bedingungen den weiteren Abstieg abgebrochen hatte, wollten Kaltenbrunner, Ericsson und mehrere Begleiter bei minus 17 Grad weiter am Aufstieg arbeiten - bis es zu dem dramatischen Unfall kam.
Rückkehr zum Basislager im Laufe des Tages
Aktuell befinden sich Kaltenbrunner und weitere Bergsteiger auf dem Rückweg zum Basislager. Je nach Wetterbedingungen und der individuellen Befindlichkeit der angeschlagenen Alpinisten, werden sie noch im Laufe des Tages im Basislager erwartet.
Wie die weiteren Pläne zum Erreichen des Rekords aller Achttausender aussehen, ist nicht bekannt. Die Verbindung mit dem Verlust eines Kameraden beim Aufstieg am K2 wird eine erneute Expedition überschatten und möglicherweise das Ziel in unerreichbare Ferne rücken.
Bilder: skeiwoker / pixelio.de
