Stutenmilch ist gut für die Darmflora

Milch vom Pferd für eine gesunde Darmflora und gegen Neurodermitis

Stutenmilch wirkt antibakteriell und stärkt das Immunsystem. Als diätetisches Lebensmittel kann sie chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Neurodermitis lindern.

Stutenmilch ist in China ein seit mehr als 3000 Jahre bekanntes Nahrungs- und Heilmittel. Aber auch im kosmetischen Bereich findet man heute in Deutschland immer mehr Produkte aus Stutenmilch. Die Stutenmilch ist ein sehr altes Schönheitsmittel. Um ihre Wirkung wusste auch schon Cleopatra, die täglich ein Bad mit Stutenmilch nahm. Und tatsächlich, die Stutenmilch ist ein sehr wertvolles Lebensmittel, wie Studien der Uni Jena zeigen: Sie kann chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Neurodermitis positiv beeinflussen.

Inhaltsstoffe der Stutenmilch sind gut für die Darmflora

Neben wichtigen Aminosäuren, Vitaminen, Eisen, Mineralstoffen enthält die Stutenmilch wertvolle Enzyme wie das Lactoferrin und Lysoenzym. Beide wirken antibakteriell und unterstützen die physiologische Darmflora und damit das Immunsystem, indem sie das Wachstum der „guten Bakterien“ (z.B Bifidobakterien und Laktobazillen) fördern und das der „schlechten“ hemmen. Außerdem enthält die Stutenmilch viele wertvolle Antikörper (v.a. IgA). Diese Antikörper schützen die Darmschleimhäute vor einem möglichen Eindringen von Erregern. Als natürlicher Milchzuckerträger ist sie eine gute Nahrungsgrundlage für die „guten Bakterien“ und fördert somit deren Wachstum und Verbreitung.

Außerdem ist die sehr fettarme Stutenmilch (unter ein Prozent Fett) ein wertvoller Lieferant für die gesunden Ω-3-Fettsäuren, die auch im fettreichen Seefisch vorkommen. Zu den Ω-3 Fettsäuren zählt die Linolsäure, die im Körper Entzündungen entgegenwirkt.

Von der Zusammensetzung ähnelt die Stutenmilch der menschlichen Muttermilch. Sie ist im Gegensatz zu Kuhmilch viel leichter verdaulich, da sie Eiweiße (v.a. Albumine) enthält, die sehr feinflockig im Magen ausfallen.

Stutenmilch steht unter strenger Kühlkettenpflicht

Gewonnen wird die Stutenmilch von weiblichen Pferden, die gerade gefohlt haben. Erst dann, wenn das junge Fohlen in der Lage ist, auch feste Nahrung zu fressen, wird ein Teil der Milch, ähnlich wie Vorzugsmilch, unter äußerst hygienischen Bedingungen abgemolken und sofort in kleinen Portionen schockgefroren. In diesem Zustand kommt sie dann in den Handel und kann über u.a. Apotheken erworben werden. Sie steht unter strenger Kühlkettenpflicht. In diesem Zustand ist sie max. 6 Monate haltbar. Neben der reinen Milch findet man auch Tabletten, Kapseln sowie vergorene Stutenmilch (Kumys).

Stutenmilch sollte aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe nicht erhitzt werden

Erst wenn die Milch sehr langsam im Kühlschrank aufgetaut wurde, sollte sie innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden. Niemals sollte die Stutenmilch erhitzt (nicht über 40°C) werden, denn sonst gehen ihre wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Enzyme und Antikörper sind sehr temperaturempfindlich und verlieren als Eiweiße ihre Funktion. Außerdem gerinnt die Stutenmilch, wenn sie zu starken Temperaturen ausgesetzt ist.

Stutenmilch als diätetisches Lebensmittel bei entzündlichen Darmerkrankungen und Neurodermitis

Studien der Uni Jena zeigen: Stutenmilch kann begleitend zu einer schulmedizinischen Therapie die Befindlichkeit von Morbus Crohn- oder Colitis ulcerosa-Patienten positiv beeinflussen.

Aber auch Menschen, die unter Neurodermitis leiden, können von der Stutenmilch profitieren. Nachdem über 4 Monate täglich 250 ml Stutenmilch getrunken wurden, verbesserte sich der Schweregrad der Neurodermitis bei einem Drittel der teilnehmenden Probanden um 30%.

Keine Stutenmilch bei Milchzuckerunverträglichkeit

Menschen, die unter Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) leiden, sollten aufgrund des sehr hohen Gehalts an Milchzucker, Stutenmilch meiden. Auch Menschen, die unter einer Kuhmilcheiweißallergie leiden, sollten mit Stutenmilch vorsichtig sein.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena

Sonja Moormann - Sonja Moormann ist Heilpraktikerin und Apothekerin. Sie führt eine eigene Naturheilpraxis in Bad Soden mit den Schwerpunkten: ...

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