Mario Gomez werde zum Topstar der Europameisterschaft, das prophezeiten vor einem Jahr nicht wenige Fußballexperten. Just zu diesem Zeitpunkt verkündeten die Münchner Bayern, dass sie den Torjäger des VfB Stuttgart und der Nationalmannschaft für 20 Millionen Euro zu kaufen gedächten. Gomez spielte dann eine grottenschlechte EM und hat seither in der Nationalmannschaft nicht mehr getroffen. Trotzdem haben die Bayern noch einmal zehn Millionen drauf gelegt
Immer wieder Angebote von Bayern München
Die Offerte aus München kam für die Schwaben alles andere als überraschend. Mit schöner Regelmäßigkeit geben die Bayern am Ende der Saison ein Angebot für Mario Gomez ab. Bislang taten sie dies vergebens. Das lag auch daran, dass der Oberschwabe mit spanischen Wurzeln nicht unbedingt aus Stuttgart weg wollte. Er gilt als ganz besonders bodenständig und hat schon mehr als einmal durchblicken lassen, dass er – wenn er wechselt – dann am liebsten nach Spanien ins Land seiner Väter will.
Horst Heldt wollte Mario Gomez halten
In Stuttgart sahen sie den Abwerbungsversuchen entspannt entgegen. Horst Heldt winkte bislang noch mit schöner Regelmäßigkeit ab. Doch selbst, nachdem Uli Hoeneß nun ein Angebot abgab, das weder der VfB noch Mario Gomez ausschlagen konnten, werden sie am Neckar gelassen bleiben. Markus Babbel und Horst Heldt haben auch allen Grund. Zum einen gibt es ja dann wirklich einen Batzen Geld, mit dem für guten Ersatz gesorgt werden könnte, zum anderen gibt es ja da noch so eine gewisse Tradition:
Stuttgart produziert seit 20 Jahren Topstürmer für die Nationalmannschaft
Seit gut zwanzig Jahren haben die Stuttgarter immer wieder Stürmer von nationaler Bedeutung hervorgebracht. Die Reihe begann mit Jürgen Klinsmann, ging über Fredi Bobic, Kevin Kuranyi und soll mit Mario Gomez noch nicht beendet sein. Mit Julian Schieber und dem noch nach Koblenz ausgeliehenen Manuel Fischer verfügt Stuttgart wieder über zwei herausragende Stürmertalente. Wenigstens einem von beiden könnte es gelingen, an die große Stuttgarter Stürmertradition anzuknüpfen.
Demba Ba könnte Gomez ersetzen
Doch das könnte in der neuen Saison vielleicht noch etwas verfrüht sein, wenngleich auch Mario Gomez der Durchbruch ja schon früh gelang. Wahrscheinlicher ist, dass an dieser Stelle einfach noch einmal kräftig Geld in die Hand genommen wird. Dabei steht ein möglicher Stürmernachfolger bereits im Fokus: Demba Ba von der TSG 1899 Hoffenheim. Doch es wird schwierig sein, den Stürmer, der etwa sechs Millionen Euro kosten soll, von dort loszueisen. Auch der Name Marco Pantelic ist schon gefallen, der bei Hertha BSC reichlich unrühmlich vom Hof gejagt wurde. Allerdings gilt er als nicht gerade leicht integrierbar. Doch gerade in Stuttgart haben sie ja Erfahrung mit sogenannten schwierigen Spielern. Auch Patrick Helmes ist in Stuttgart im Gespräch.
Vielleicht gelingt Cyprian Marica endlich der Durchbruch
Allerdings schmort schon seit längerem Stuttgarts teuerster Einkauf auf der Bank. Cyprian Marica, der bis heute noch nicht so recht in Stuttgart angekommen ist, hatte – trotz mehr Spielpraxis in der vergangenen Saison – eigentlich nie eine echte Chance, an Cacau vorbeizukommen, weil der einfach zu gut mit Mario Gomez harmonierte. Doch wenn Stuttgarts bester Torjäger aller Zeiten jetzt geht, dann könnte Marica vielleicht auch befreiter aufspielen. Im Spiel gegen Schalke 04 probierte es Markus Babbel einfach einmal aus. Er ließ den leicht angeschlagenen Gomez auf der Bank, und der VfB gewann mit 2:1.
