Suchtgefahr durch Fast Food

Junk Food-Junkies haben keine Kontrolle über ihr Essverhalten

Nahrungsmittel - Scully van Funkel
Nahrungsmittel - Scully van Funkel
Burger, Pommes Frites, Pizzen, Gyros, Döner, aber auch Süßwaren und Limonaden können ebenso in die Abhängigkeit führen wie Rauschgifte.

Wer bisher dachte, dass nur Heroin, Alkohol oder Kokain den Weg in eine Suchtkrankheit ebnen, scheint falsch zu liegen. Harmlos wirkende Lebensmittel, die unter dem Begriff Junk Food bekannt sind, können ebenso in die Abhängigkeit führen wie Rauschgifte. Darunter fallen Produkte wie etwa Hamburger, Chicken Wings, Currywürste, Pommes Frites, Pizzen, Gyros, Döner, Sandwiches, aber auch Süßwaren und Limonaden. Kurz gesagt, alle Nahrungsmittel, die überwiegend zucker-, fett- und salzhaltig sind.

Junk Food-Junkies zeigen Symptome wie Drogensüchtige

Verantwortlich für die Suchtgefährdung sei eine mit dem Essverhalten einhergehende erhöhte Endorphinausschüttung, erklärten Dr. Paul Kenny und sein Kollege Paul Johnson vom Scripps Research Institute in Florida gegenüber dem Daily Telegraph. Durch den biochemischen Vorgang werde Dopamin ausgeschüttet, das wiederum ein Glücksgefühl vermittele. Im limbischen System herrsche sogleich völlige Harmonie und körpereigene Opiade sorgten für Wohlbefinden. Um dieses Hochgefühl aufrecht erhalten zu können, müsse notwendigerweise immer wieder für entsprechenden Nachschub gesorgt werden. Mehr noch, je öfter dem Körper Junkfood zugeführt werde, umso schneller baue sich das Wohlbehagen ab.

Junk Food-Süchtige hätten folglich kaum noch Kontrolle über ihr Essverhalten und wären oft nicht in der Lage, die Ernährung auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Statt einem Hamburger würden gleich zwei oder drei gegessen. Somit schließe sich ein Kreislauf, der zu beträchtlichen gesundheitlichen Schäden und Fettleibigkeit führen könne.

Doch auch Betroffene, die sich ihrer Sucht bewusst werden, ihre Ernährung auf gesunde Lebensmittel umstellen und erheblich an Gewicht verlieren, können nicht vollends von der Junk Food-Droge geheilt werden, stellten die beiden Forscher fest.

Versuchsreihen mit Ratten bestätigten Suchtgefahr

Dr. Paul Kenny und sein Kollege Paul Johnson versuchten nachzuweisen, dass Fettleibigkeit und Drogensucht ähnlich gelagert sind. Sie teilten eine größere Anzahl Ratten in drei Gruppen ein. Die erste wurde mit normalen Rationen gesundheitsförderlicher Nahrungsmittel gefüttert. Die zweite konsumierte eine Mischung aus gesunder und ungesunder Kost. Die dritte hatte permanent Zugang zu ungesundem Futter, wie etwa fettem Fleisch, Käsekuchen, billigem Gebäck und Schokolade. Die ersten beiden Gruppen zeigten, während des Experimentes, keinerlei Auffälligkeiten. Die dritte Rattengruppe wurde jedoch zunehmend unersättlicher, nahm sehr schnell an Gewicht zu und überfraß sich regelrecht.

Entzug von Zucker macht depressiv

In einer weiteren Testreihe erhielten einige Ratten ausschließlich zuckerfreie Nahrung. Daraufhin zeigten die Tiere Anzeichen von Depression und Lethargie. Die trübselige Gemütsverfassung änderte sich jedoch sehr schnell ins Positive, als die Nager wieder zuckerhaltige Produkte verspeisen durften. Ein ähnliche Reaktion, sei auch bei Menschen zu beobachten, stimmten die beiden Wissenschaftler überein.

Fettleibigkeit aus wissenschaftlicher Sicht

Laut den Studien der beiden Forscher dürfe man jedoch nicht annehmen, dass jeder dicke Mensch zwangsläufig ein Fast Food-Junkie sei. Es gäbe durchaus Personen, deren Gewicht sofort ansteigt, sobald sie auch nur ein einziges Sandwich essen, während andere die doppelte Menge verzehren und kein Gramm zunehmen. Trotzdem sei es ratsam, hin und wieder das eigene Essverhalten kritisch zu überprüfen. Personen, die in Stresssituationen vorzugsweise Junk Food verspeisen, sollten sich Rat bei einem Therapeuten holen, noch bevor sie süchtig geworden sind, empfehlen Dr. Paul Kenny und sein Kollege Paul Johnson.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

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Scully van Funkel - Freiberufliche Autorin, Content-Managerin, OnlineRedakteurin Scully van Funkel: Naturwissenschaften / GrenzwissenschaftenScully van ...

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