
- Logos DJV und Südkurier - Monika Hermeling
Wenn am Montag, die Verantwortlichen des Medienhauses „Südkurier“, den von der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgelobten Preis für die „beste Regionalzeitung Deutschlands“ in Empfang nehmen, könnten sich deren Macher, die Redakteure und Redakteurinnen, komisch fühlen. Einerseits ist eine Ehrung immer ein Anlass zur Freude, andererseits fühlen sie sich von ihren Verlegern hingehalten, denn ihre Bezahlung ist tariflich nicht gesichert.
Warum der Journallistenverband über die Auszeichnung nur teilweise erfreut ist
Eine Auszeichnung einer Zeitung ist eine Anerkennung der Arbeit, besonders der Redaktion und der darin arbeitenden Redakteure, Redakteurinnen aber auch der freien Mitarbeiter. Sie sind es, die bei jedem Wetter ohne Scheu, Politiker, Unternehmer, aber auch „den kleinen Mann auf der Straße“ befragen, Reportagen schreiben und dokumentierende Bilder fotografieren. Diese „Macher“ sind es, die, nach Meinung des Deutschen Journalisten Verband (DJV)-Bundesvorsitzenden Michael Konken, und er findet dabei wahrscheinlich die Zustimmung vieler Menschen, die Grundlage für den verliehenen Preis ausmachen. Konken ist aber auch der Ansicht, und tut sie in einem Brief der Geschäftsleitung der Stiftung kund, dass die Auszeichnung die Verleger der Zeitung dazu anregen sollte, endlich den tariflosen Zustand der Zeitungsmacher zu beenden.
Völlig losgelöst, im tariflosen Raum, von Tatsachen berichten
Wer täglich in der Redaktion und vor Ort, nahe am Puls der Zeit, für die Leser Neuigkeiten recherchiert und diese dann, in Text und Wort dokumentiert, braucht gültige Tarifabsprachen bezüglich der Entlohnung oder mindestens einen Haustarifvertrag. Nur wer diesbezüglich sorgenfrei arbeitet, kann Bestleistung erbringen. Von den Mitarbeitern wird erwartet, dass sie loyal, nicht allein die Qualität der Berichte und Bilder halten, sondern die eigene Leistung verbessern, um als Zeitung mehr als konkurrenzfähig zu bleiben. Den Verantwortlichen im Medienhaus Südkurier scheint das alles nichts wert zu sein, denn Redakteure und Redakteurinnen engagieren sich seit Monaten, bisher vergeblich, um endlich einen flächendeckenden Tarifvertrag zu erhalten. Dieser soll die Arbeitsbedingungen der Journalisten und ihre Bezahlung verbindlich regeln. Inzwischen wären sie, bescheidenerweise schon zufrieden, wenn sie einen Hausvertrag erhielten. Fraglich ist, ob es dem guten Ruf einer Zeitung förderlich ist, bewährte Mitarbeiter um ihren mehr als verdienten Lohn betteln zu lassen.
Von wem wird der Ruf nach einer neuen Regelung unterstützt?
Zuallererst sind es die Beschäftigten der Zeitung, die sich für einen neuen Tarifvertrag aussprechen. Unterstützt um die Forderung nach einem Hausvertrag werden sie von vielen Landes- und Kommunalpolitikern in Baden-Württemberg, aber auch vom DJV und von ihrem Bundesvorsitzenden Michael Konken.
Lob und Anerkennung selbstverständlich an die Verantwortlichen weiterreichen
Der DJV-Bundesvorsitzende erinnert daran, dass es die Journalisten in der Redaktion sind, die mit ihrer täglichen Arbeit und ihrer Einfühlsamkeit in regionale Themen den Preis ohne die tariflich gesicherte Entlohnung eigentlich doppelt verdient hätten. Bis zum Redaktionsschluss lag eine befriedigende Antwort auf das Schreiben von Michael Konken, der von den Herausgebern Monika Schöller und Stefan von Holzenbrinck erwartet wird, nicht vor. Bleibt die Hoffnung auf eine öffentliche Antwort bei der Preisverleihung.
Quelle: DJV, Konrad-Adenauer-Stiftung
