Suizid, eine Erklärung muss her!

Rasierklinge - www.chelsea-cain.de
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Was ist Suizid, wie häufig kommt er vor, und wie wird er durchgeführt? Was wissen wir über die Menschen, die ihrem Leben willkürlich ein Ende bereiten?

Der Begriff des Suizides, benennt den Selbstmord. Dieser bedeutet, dass ein Mensch sein Leben willentlich beendet. Unterschieden wird hierbei zwischen aktivem Handeln, der direkte Mord mit Hilfe einer Waffe o.ä., und dem passivem Handeln, beispielsweise durch einen Hungerstreik, oder das Nichteinnehmen von lebensnotwendigen Medikamenten. Der Begriff entstammt dem neulateinischem suicidium, der Tötung, und sui, seiner Selbst. Umgangssprachlich ist der Begriff des Selbstmordes, aber auch des Freitodes verbreitet.

Was bedeutet Suizidalität

Als suizidal, selbstmordgefährdet, gelten Menschen, die in belastenden Situationen, auch über Jahre hinweg, den Suizid als meist einzigen Ausweg empfinden. Meistens ist es der relativ spontane Entschluss, der letztendlich zum Versuch der Selbsttötung führt. Davon ausgehend, ist der Zeitrahmen zwischen der Erwägung, sich das Leben zu nehmen, und der Durchführung sehr gering. Statistisch betrachtet liegen nur wenige Stunden dazwischen.

Besteht jedoch eine jahrelange Gefährdung, werden die Suizidversuche meist genauer geplant und konsequenter durchgeführt.

Der Suizid in der Medizin

Aus medizinischer Sicht geht einem Selbstmord eine Krankheit, wie etwa die Depression, oder aber auch Behinderungen vor, mit denen der betroffene Mensch nicht mehr Leben möchte. Statistisch seltener hingegen, sind Gründe des Verlustes bzw. einer Lebenskrise.

Erfahrungsgemäß kündigt sich ein Suizidversuch durch Symptome an

Der Betroffene vernimmt eine Einengung des Bewusstseins, aber auch seiner Emotionen, zudem kommt es zu einem Rückzug aus der Gesellschaft, bzw. dem gewohntem Umfeld, bis hin zur völligen Isolation und Vereinsamung. Zumeist werden Betroffene an dieser Stelle aggressiv gegenüber sich selbst, aber auch gegenüber anderen Personen, nicht selten schließen sich dem Schuldgefühle an. Alarmierend sind letztendlich Suizidfantasien, die zwar vorerst noch nicht konkret sind, aber explizit auf ein dramatisches Vorhaben hinweisen; nicht in jedem Fall werden solche Fantasien geäußert! Weitere Symptome können aber auch Angstzustände sein, bedeutsam sind hier vor allem Panikattacken, Existenz- und Versagerängste.

Die Entwicklung der Suizidalität

Aus den vorangegangenen Symptomen entwickelt sich die Gefährdung in drei Stadien.

Zunächst spielt hier die Erwägung eine entscheidende Rolle. Das heißt, ein Selbstmord wird erstmals, oder aber über Jahr hinweg, erwogen. Er erscheint dem Betroffene als eine Lösung, all seiner Probleme.

Es folgt daraufhin die Ambivalenz (lateinisch ambo: beide, valere: gelten), die Unsicherheit und der Zwiespalt, zwischen einer Fantasie und dem Entschluss. Häufig äußert sich dieses Stadium durch einen Hilferuf des Betroffenen; beispielsweise wird hier der Selbstmord angekündigt.

Beginnt die dritte Phase, der Entschluss zum Suizid, wird er zumeist vorbereitet. Betroffene Personen erscheinen in diesem Stadium völlig unauffällig und viel weniger depressiv, sie geben sich sozusagen beruhigt, da ihnen die Lösung näher rückt. Man könnte somit sagen, es ist die Ruhe vor dem Sturm.

Erschütternde Zahlen, diverse Statistiken

Die WHO, Weltgesundheitsorganisation, schätzt die Zahl der weltweiten Suizide auf 1 Millionen pro Jahr, hinzu kommt, dass es wahrscheinlich bis zu 20 Prozent mehr Versuche gibt, welche allerdings scheitern. Glück im Unglück?

In Deutschland liegt die Zahl jährlich zwischen elf- und zwölftausend, wobei die Dunkelziffer unbegrenzt zu sein scheint. Diese Statistik zeigt auf, dass Selbstmorde 1,3 Prozent aller Todesfälle abdeckt, dieser Prozentsatz übersteigt somit die Zahl der jährlichen Verkehrsopfer!

Zudem ist es die zweithäufigste Todesursache, in der Altersgruppe zwischen 15 und 35.

Die Anzahl der Versuche ist bei Frauen höher, als bei Männern, allerdings mit dem Hintergrund, dass Männer häufig entschiedener vorgehen. Bei diesem Ansatz sind es somit 75 Prozent erfolgreiche Suizidversuche, die von Männern ausgehen.

Statistiken und Zahlen entstammen dem statistischen Bundesamt für Deutschland und der WHO.

Zusätzlich spricht man vom sogenannten Alters-Suizid

Die Rate der durchgeführten Selbsttötungen nehmen im Alter von über 60 Jahren drastisch zu. Besondere Gründe sind hier vor allem das Aufgeben, des Selbst, aber auch die Angst vor der Abhängigkeit und Seniorenheimen. Der ältere Mensch befürchtet häufig, sein Leben bald nicht mehr selbst kontrollieren zu können, hinzu kommen Erkrankungen, die ihn zusätzlich belasten und seine These, bzw. seine Befürchtung wahr zu machen scheinen. Betroffene hören an dieser Stelle oft auf, zu essen, oder lebensnotwendige Medikamente zu nehmen. Sie lassen sich, sprichwörtlich, gehen.

Erfasst wurden vom statistischem Bundesamt sechs der häufigsten Suizidmethoden

Erhängen und ersticken sind mit 50 Prozent die am häufigsten gewählte Methoden, dass eigene Leben zu beenden. Mit 10-prozentiger Wahrscheinlichkeit ist es ein Sturz in die Tiefe, dicht gefolgt von der Vergiftung durch Medikamente mit 8 Prozent. Das Erschießen, aber auch der Sprung vor einen Zug, liegt bei 5 Prozent und letztendlich bleiben 2 Prozent, bei denen Betroffene Abgase in ein Auto leiten.

Wie Angehörige nun helfen können

Sie finden in diesem Artikel; "Hilfe, ich bin selbstmordgefährdet!" detailierte Ansätze zur Hilfe bei Suizidalität.

Quelle:

- Fortbildung "Suizid", mit dem Dozent Christian Kolmberger, Juni 2009

- http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen /Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/AktuellSuizid.psml

- http://www.searo.who.int/en/Section1174/Section1199/Section1567/Section1824_8078.htm

Annegret S., Annegret

Annegret Schorrig - In Kinderschuhen begebe ich mich auf einen neuen Pfad. Es begleitet mich seit jeher mein Schreiben,doch drängt es nun zur ...

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