Didier Cuche: Super-G-Weltcupsieger 2011 im Schlaf

Didier Cuche - Melanie Bürkle
Didier Cuche - Melanie Bürkle
Der Schweizer Skirennläufer Didier Cuche gewinnt die Kristallkugel im Super-G und dass, ohne das letzte Rennen in Lenzerheide überhaupt gefahren zu sein.

Als Didier Cuche gestern Morgen um 7 Uhr aus dem Fenster seines Hotelzimmers blickte, ahnte der Schweizer schon wie der Tag verlaufen würde. Erfolgreich. Und das, gar ohne etwas zu tun. „Ich dachte mir, dass das Rennen abgesagt wird“, sagte er und schmunzelte: „Da hab ich mich innerlich schon ein wenig mit dem kampflosen Sieg im Super-G angefreundet.“

Plötzlicher Sieger

Ganz so schnell kam der erlösende Anruf dann allerdings nicht. Über eine Stunde musste der Weltcupsieger des Abfahrtslaufs noch gelangweilt im Zimmer ausharren. Dann läutete das Telefon abermals. „Als das Telefon zum zweiten Mal klingelte, war ich mir ganz sicher“, freute sich Cuche sichtlich. So war es dann auch. Das Rennen wurde abgesagt und Cuche durfte sich ganz plötzlich der beste Super-G-Fahrer der Welt nennen, ohne das letzte Rennen in Lenzerheide überhaupt gefahren zu sein.

Champagner zum Frühstück

Kaum hatte er den Hörer also wieder aufgelegt, standen auch schon seine zwei Physiotherapeuten mit drei Gläsern Champagner im Zimmer. „So früh habe ich noch nie ein Glas Schampus getrunken“, lächelte Cuche. Dabei trinkt der 36-Jährige eigentlich lieber Rotwein, wie er auf der Facebook-Seite seinen Fans eine halbe Stunde später mitteilte. Doch an solch einem erfolgreichen Tag macht eben auch mal ein Weltmeister eine kleine Ausnahme.

Keine Ruhe für den Weltmeister

Ein ruhiger Tag wurde es für den frisch gebackenen Weltmeister aber dennoch nicht. Neben Pressekonferenzen standen ein Meet&Great im VIP-Zelt und etliche weitere Medientermine auf dem Tagesplan. Dabei hatte der Schweizer für diesem Tag nur noch einen einzigen Wunsch: „Ich hoffe, dass ich mich um 17 Uhr endlich auf mein Fahrrad schwingen kann, um mich für morgen fit zu machen.“

Großzügiger Spender

Die Siegprämie von 8500 CHF (Schweizer Franken) die er einen Tag zuvor für den Gewinn des Abfahrtslaufes erhalten hatte, möchte der Schweizer übrigens spenden. Natürlich für die Opfer des verherenden Erdbebens und Tsunamis aus dem Norden Japans. Doch das Geld soll keineswegs an eine der großen bekannten Organisationen fließen. Schließlich hatte Cuche nach dem Sieg in Kitzbühl schon - über solch eine Organisation - seine gesamte Siegprämie von 20000 CHF an die Opfer von Haiti gespendet. Leider weiß er jedoch bis heute nicht wie das Geld verwendet wurde. Er habe mehrmals schon nachgefragt, aber ihm konnte nie eine Auskunft gegeben werden.

"Dieses Mal möchte ich vorher genau wissen wie es verwendet wird", erklärte Cuche. Zusammen mit der amerikanischen Rennläuferin Julia Mancuso sucht er deshalb zu Zeit ein kleines Projekt um das Geld auch gezielt einzusetzen. Mancuso habe da wohl auch schon etwas an der Hand. Didier Cuche: "Jetzt warte ich nur noch auf die genaue Prüfung ab und dann können wir das den Bedüfrtigen zukommen lassen."

Homepage von Didier Cuche: www.didiercuche.ch/

Melanie Bürkle, Melanie Bürkle

Melanie Bürkle - Hallo! Seit November 2008 gehöre auch ich als Freie Autorin zu den Suite101-Autoren. Nach meinem Abitur 1999 absolvierte ich ...

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