
- Dassault Super Mystere im Luftwaffenmuseum Gatow - Harald Rossa
Die Dassault Super Mystère war ein frühes französisches Kampfflugzeug mit einem Antrieb per Strahlturbine. Das Muster war der Endpunkt der Baureihe Mystère und das erste Flugzeug aus westeuropäischer Produktion, das die Schallmauer durchbrechen konnte und in größeren Stückzahlen zum Einsatz kam.
Geplant war ursprünglich ein Jagdflugzeug. Doch am Anfang der 1950er Jahre war die technische Entwicklung im Flugzeugbau rasant. So wurde diese Maschine von der Entwicklung überrollt und kam schließlich als Erdkampfflugzeug zum Einsatz.
Entwicklung der Dassault Super Mystère
Marcel Dassault wollte ein fortschrittliches Flugzeug realisieren. Den Maßstab lieferte die North American F-100 Super Sabre. Dassault wählte eine richtungsweisende Konstruktion der Tragflächen. Diese wurden um 45 Grad gepfeilt und ungewöhnlich dünn ausgelegt. Dennoch erhielt die Maschine die konventionellen äußeren Querruder und Klappen und eine starre Flügelvorderkante. Der Rumpf der Super Mystère erhielt einen charakteristischen ovalen Lufteinlauf. Dieser vergleichsweise flache Lufteinlauf und eine vergleichsweise höhere Cockpithaube verbesserten die Sichtverhältnisse für den Piloten deutlich. Das für das Flugzeug vorgesehene Triebwerk Rolls-Royce Avon RA.14R konnte nicht eingesetzt werden. So wurde es mit dem SNECMA Atar 101G ausgerüstet.
Ihren Erstflug absolvierte die Dassault Super Mystère am 2. März 1955. Sie erreichte die 1,2-fache Schallgeschwindigkeit. Die Erprobung konnte trotz Absturz des Prototyps relativ schnell abgeschlossen werden. Schon 1956 konnte die nun Dassault Super Mystère B2 genannte Maschine in Serie gehen.
Einsatz der Dassault Super Mystère
Ursprüngliche Planungen der französischen Luftwaffe sahen die Beschaffung von 150 Exemplaren vor. Diese Zahl wurde schließlich auf 370 Stück erhöht. Doch dann erwuchs der Super Mystere mit der Mirage III ein gewichtiger Konkurrent, der wesentlich höhere Geschwindigkeiten erreichte. So wurden tatsächlich 180 Maschinen gebaut. Von denen gingen 36 nach Israel.
Die Super Mystère B2 wurde von der französischen Luftwaffe bei den Geschwadern EC5 in Orange, EC10 in Creil und EC12 in Cambrai geflogen. Aus dem ursprünglichen Jagdflugzeug ohne Nachtflugeigenschaften wurde aber bald ein Erdkampfflugzeug. Bis 1977 blieb die Super Mystère im Einsatz.
Auch die Israelische Luftwaffe nutzte die Super Mystère B2 im Erdkampfeinsatz. Sie bewährte sich im Sechstagekrieg und im Jom-Kippur-Krieg. Ab 1972 rüstete die Israelische Luftwaffe diese Maschinen mit dem Triebwerk Pratt & Whitney J52 Turbojet aus. Das brachte mehr Schub und war schon in der Douglas A-4 Skyhawk im Einsatz. Verzichtet wurde auf den aufwendigen Nachbrenner. Das sparte Treibstoff und das Strahlrohr hatte eine schwächere Infrarotabstrahlung. Damit wurde die Gefährdung durch hitzesensitive Raketen reduziert. 18 Super Mystère B2 wurden ab 1977 von Israel nach Honduras verkauft. Sie blieben dort bis 1996 im Einsatz.
Dassault Super Mystere B2 im Museum
Das Luftwaffenmuseum der Bundeswehr auf dem ehemaligen Flugplatz Gatow in Berlin zeigt eine Dassault Super Mystere B2 mit der Kennung 10-SA. Eine Super Mystere B2 mit der Kennung 096 steht im Israelischen Luftwaffenmuseum in Hatzerim. Auch die Luftwaffe von Honduras hat eine Super Mystere für museale Zwecke abgestellt.
Die Daten der Dassault Super Mystère
- Hersteller: Avions Marcel Dassault
- Besatzung: 1 Pilot
- Antrieb: 1 SNECMA Atar 101G G-2/3 mit einem Schub von 43,7 Kilonewton
- Höchstgeschwindigkeit: 1040 km/h auf Meereshöhe
- Dienstgipfelhöhe: 17.000 Meter
- Steigleistung: bis 88 Meter pro Sekunde
- Reichweite: 870 Kilometer
- Länge: 10,52 Meter
- Höhe: 4,55 Meter
- Spannweite: 10,51 Meter
- Fläche der Tragflügel: 32 Quadratmeter
- Leergewicht: 6.400 Kilogramm
- Max. Startgewicht: 10.000 Kilogramm
- Bewaffnung: zwei 30-mm-DEFA-Kanonen, 55x68 mm Raketen in einfahrbarem Rumpfbehälter und bis zu 1.000 kg Waffenlast an Unterflügelstationen
Quellen:
- Luftwaffenmuseum der Bundeswehr
- Israeli Air Force: Super Mystere
- Flugzeuginfo – Super Mystere
- Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow: Super Mystere
