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Superhelden gibt es wirklich – "The Real Life Superheroes"

Amerika und die Superhelden aus der Nachbarschaft - Andreas Bouloubassis - Pixelio.de
Amerika und die Superhelden aus der Nachbarschaft - Andreas Bouloubassis - Pixelio.de
In vielen Städten der USA und Kanada sorgen Menschen als Superhelden verkleidet für Recht und Ordnung. Ein Trend, der immer mehr Anhänger findet.

Superhelden - Wer kennt heute nicht Superman, Spider-Man, die X-Men oder Captain America? Seit den Terroranschlägen vom 9. September 2001 in den USA erleben die Comichelden ein Revival im Kino und lassen die Kassen kräftig klingeln. Bisher waren Superhelden nur Comicfiguren oder Helden auf der Leinwand. Mittlerweile gibt es sie aber auch in echt. In den USA und Kanada sind die realen Superhelden, meistens wenn es dunkel wird, auf den Straßen der Großstädte wie Seattle, Los Angeles oder Vancouver unterwegs und Sorgen für Recht und Ordnung.

Batman, Captain America und Spider-Man sind die Vorbilder

Sie heißen Thanatos, Citizen Prime, Phantom Zero, RazerHawk oder Dark Guardian. Und wenn die Dämmerung über die Städte hereinbricht, ziehen sie los, um dem Bösen Einhalt zu gebieten. Sie mischen sich in Schlägereien ein, patrouillieren in der Nachbarschaft, machen auf Ungerechtigkeit, häusliche Gewalt und Missbrauch aufmerksam und kümmern sich um Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Wie ihre Vorbilder aus den Comics von Marvel, DC und Co. tragen sie dabei fantasievolle Kostüme mit Masken, Tüchern oder Brillen, die ihre Mund- oder Augenpartien verdecken. So bleibt gewährleistet, dass sie im ansonsten gewöhnlichen Alltag nicht erkannt werden. Auf diese Weise schützen sie sich und ihre Familien vor Übergriffen. Das Outfit der realen Superhelden steht dabei dem ihrer Idole aus den Comicheftchen in nichts nach. Die reellen Helden des Alltags haben jedoch ihre Comicidole nicht einfach abgekupfert. Nein, sie haben eigene Figuren mit eigenen Charakteren und neuen kreativen Kostümen geschaffen.

Die wahren Helden Amerikas – die Comics von Marvel stand Pate

Wie die Helden aus den Comics haben Thanatos, RazerHawk und Co. sich einer Aufgabe verschrieben. Sie wollen den Menschen da draußen helfen. Und jeder der neuen Superheroes tut dies auf seine Weise. Phönix Jones zum Beispiel ist einer der ersten und bekanntesten Superhelden, der öffentlich in den Medien über sein Superheldendasein sprach. Er geht fünf Mal die Woche nachts auf die Straße. Während seiner Rundgänge durch Vancouver schlichtet er oft Streitigkeiten und mischt sich in Schlägereien ein. Dabei ist der verheiratete Familienvater bereits schon nieder gestochen worden. Aber dies tut seinem Willen der Menschheit zu helfen, keinen Abbruch. Wie ein Phönix aus der Asche ist er wieder auferstanden und geht weiter seiner Bestimmung nach. Auch die Tatsache, dass er enttarnt und seine wahre Identität Preis gegeben wurde, hält ihn nicht davon ab. Stattdessen wird er auch von seiner Frau nach aller Regeln der Macht in seinem Vorhaben unterstützt. Sie ist übrigens auch eine Superheldin. Ihr Name: Purple Reign. Und so verwundert es gar nicht, dass sie in ihrem Superheldendress als purpurne Heldin mit ihrem Mann des Nachts auf „Streife“ geht.

Die realen Superhelden eifern ihren Idolen aus den Comics nach

Doch was bewegt diese Menschen, ein „Real Life Superheroe“ zu werden? Die Gründe hierfür sind sehr unterschiedlich und von persönlicher Natur. Manche haben schon immer das Bedürfnis verspürt, Menschen zu helfen. Einige waren selbst in ihrer Vergangenheit Opfer von Gewalt und werden nun aktiv, um anderen das gleiche Schicksal zu ersparen. Wieder andere wollen nur ihren Idolen und Helden aus den Comics, mit denen sie aufgewachsen sind, nacheifern. Und die immer größer und populärer werdende Bewegung der „Real Life Superheroes“ gibt ihnen die Gelegenheit dazu. Die neuen Helden entstammen dabei aus allen Schichten der Gesellschaft und gehen in ihrem Alltagsleben den unterschiedlichsten Berufen nach. Phoenix Jones beispielsweise arbeitet tagsüber in einem Comicladen. Super Hero, ein glatzköpfiger Muskelprotz, war beispielsweise früher Wrestler. Dabei trat er unter den Namen Super Hero auf. Als er beschloss sich ebenfalls den kostümierten Aktivisten anzuschließen, entschloss er sich seinen Namen und das Kostüm, das er als Wrestler getragen hatte, für seinen Dienst an der Menschheit beizubehalten. Seine vorrangige Mission ist es in der Nachbarschaft zu patrouillieren und nebenbei Drogendealer zu verscheuchen.

Andere Helden der Nacht suchen nicht wie Phönix oder Super Hero die Konfrontation. Sie gehen zwar auch auf die nächtlichen Straßen, aber sie bieten sich als Gesprächspartner für Obdachlose, Nutten und Junkies an. Ihre Hilfe besteht bereits darin da zu sein, wo andere nur vorbeigehen. Einen Krankenwagen zu rufen, wenn jemand verletzt auf dem Gehweg liegt, dass ist auch eine edle Aufgabe für die wahren Helden.

Vereinigung der Superhelden wie die X-Men und die Avengers

Mittlerweile gibt es in den USA auch eine zentrale Anlaufstelle für die echten Superhelden wie bei den X-Men. Im wirklichen Leben heißt diese Vereinigung "The Real Life Super Heroe Project". Ins Leben gerufen wurde sie von Peter Tangen. Dieser ist in Hollywood ein Starfotograf und hat die Film-Superhelden angefangen von Batman bis hin zu Spider-Man für Filmplakate abgelichtet. Nun hat sich Peter Tangen, der Xavier der „Real Life Superheroes“-Bewegung, sich der Helden aus der Realität angenommen. Er setzte die Alltagshelden ins rechte Licht der Scheinwerfer und hat sie zu Ikonen der Popkultur gemacht. Auf den Fotos sind sie in ihren Super-Outfits kaum von den Filmhelden zu unterscheiden. Sie wirken ästhetisch, majestätisch und heroisch.

„The Real Life Super Heroe Project“ – Eine Hoffnung für die Welt

Peter Tangen ist davon überzeugt, dass ein Mensch etwas bewegen kann. Noch dazu, wenn er ein auffallendes Kostüm trägt. Die Superheroes sind in ihren Kostümen berühmt und sogar zu lokalen Legenden geworden. Die modernen, realen Superhelden machen die Hilfe für Bedürftige wieder salonfähig. Peter Tangen hat mit dem „Real Life Super Heroe Project“ für die Einzelkämpfer dort draußen eine Plattform geschaffen. Er hat ihnen die Möglichkeit gegeben, sich zu etwas Größerem zugehörig zu fühlen, mit etwas Einzigartigem verbunden zu sein. Und die Szene der Superheroes in den USA wächst.

Nach der von Krisen heimgesuchten Welt angefangen bei 9/11, dem Afghanistan- und Irakeinsatz bis hin zur Bankenkrise, sehnt man sich nach übergroßen Helden. Comics wie X-Men und The Avengers haben es vorgemacht. Sie halten die moralischen Werte hoch. Dort ist Gut und Böse noch klar abgegrenzt. Und in den Comics gewinnt zum Schluss immer das Gute, wenn man sich dafür engagiert. Und diese Sehnsucht spiegeln nun die „Real Life Superheroes“ wieder und geben Hoffnung auf eine bessere Welt.

Vincenzo Pascale, Foto: Marco Pascale

Vincenzo Pascale - Unsere (Lebens-)Zeit auf diesem Planeten ist begrenzt, so dass es schade wäre, sich nur mit einer Sache zu beschäftigen. Es gibt ...

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