
- Jensen Ackles und Jared Padalecki - The CW
Unter dem Claim "Mystery Montag" startete der Münchener Sender ProSieben die Ausstrahlung von Serien aus den USA, die sich mit Mysteriösem beschäftigen oder Übersinnliches zum Inhalt haben. Die von Warner Bros. Television produzierte Serie "Supernatural" wurde vom kleinen US-Network The CW übernommen. Die Hauptrollen spielen Jensen Ackles und Jared Padalecki.
Worum geht es bei "Supernatural"?
"Supernatural" erzählt von der Jagd nach Dämonen. Die Brüder Dean und Sam (gespielt von Jensen Ackles und Jared Padalecki) suchen ihren Vater John Winchester. Dieser ist bereits seit Zeiten vor der Geburt der Brüder Dämonenjäger. Ein besonders gefährlicher Vertreter dieser Spezies hat die Mutter der beiden Jungs an die Schlafzimmerdecke geheftet und in Flammen aufgehen lassen, als Dean und Sam noch Kinder waren. Später trennten sich die Wege der beiden Brüder. Sam ist der Bodenständigere von beiden und studiert, während Dean in den Fußstapfen seines jedoch allein agierenden Vaters arbeitet. Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem auch Sams Freundin auf dieselbe Weise zu Tode kam, wie seine Mutter. Seitdem suchen Dean und Sam Winchester gemeinsam ihren Vater, der den Dämon bereits verfolgt.
Gegen Ende von Staffel eins treffen Dean und Sam ihren Vater John (gespielt von Jeffrey Dean Morgan) und gehen zu dritt auf die Jagd. Doch sie können den Kampf gegen den Dämon nicht gewinnen: Ein grausamer Autounfall - vom Dämon herbeigeführt - bringt die drei Winchesters an den Rand des Todes. In der ersten Folge von Staffel zwei ("Während ich starb") zeigt sich, dass Sam und sein Vater überlebt haben, Dean (Jensen Ackles) jedoch mit dem Tode ringt. Doch John ruft einen anderen Dämon zu Hilfe und tauscht sein Leben gegen das seines Sohnes: Dean kehrt somit ins Leben zurück und sein Vater stirbt. Die Jagd kann demnach weitergehen.
Dean wird von Jensen Ackles verkörpert; Sam Winchester wird von Jared Padalecki gespielt
Während Sam anfangs noch über den Tod seiner Freundin in der Pilotfolge hinwegkommen muß und der ruhigere, besonnenere der Brüder ist, gibt Dean den Cowboy der beiden, der erst schießt und dann fragt oder einen lockeren Spruch zum besten gibt. Folge für Folge kämpfen sie gegen böse Geister in Spukhäusern, jagen Vampire, bringen Hexen zur Strecke oder töten Dämonen, die Jahr für Jahr von den Bewohnern eines Dorfes ein Menschenopfer verlangen. Die beiden Filmfiguren ernähren sich durch Kreditkartenbetrügereien und die Annahme falscher Identitäten. Sich ohne Reue als Pfarrer verkleidet durch den Leichenschmaus einer Trauergemeinde zu fressen, ist kein Problem für die Brüder, wenn sie nebenbei noch todbringende Spiegel zerstören können. Die Jungs leben in meist dreckigen Motels und fahren einen alten Straßenkreuzer vom Typ Chevy Impala 1967. Frauengeschichten gibt es fast keine.
Gut anzusehen bei "Supernatural" ist vor allem Jensen Ackles, der bereits eine durchgehende Rolle in "Smallville“ hatte und auch beim Casting dieser Serie für die letztlich mit Tom Welling besetzte Rolle des Clark Kent im Gespräch war. Ackles hat darüber hinaus in zahlreichen anderen Serien, u.a. in "Dawsons Creek“ und "Dark Angel“ zum Hauptcast gehört; seine schauspielerische Leistung wird von Fachleuten vor allen Dingen seit Staffel zwei gelobt. Kollege Jared Padalecki war in "Gilmore Girls“ erfolgreich. Für die Fans der beiden Jungs ist die Konzentration der Geschichten auf deren Figuren jedoch von Vorteil: Ackles und Padalecki sind in der Handlung stets präsent. Die Effekte haben typisch amerikanische Klasse. Der Look der Serie ist genrespezifisch düster, aber hochwertig.
Ein paar Details näher betrachtet
Die Serie hat zwar mit der Jagd nach dem Dämon, der die Mutter von Dean und Sam sowie dessen Freundin tötete, einen roten Faden, doch die Folgen sind ineinander abgeschlossen. Das angespannte Verhältnis zu ihrem Vater ist ein Nebenkriegsschauplatz zwischen Dean und Sam - auch nach des Vaters Tod.
Etwas unrealistisch ist, dass niemand den Brüdern wegen ihrer Kreditkartenbetrügereien auf die Finger klopft; dies ist in Staffel zwei wenigstens in einer Episode zur Sprache gekommen. Doch dass es einen Fall der Woche gibt und in jeder Folge auch auf den durchgehenden, roten Faden eingegangen wird, fällt es dem Zuschauer leicht, auch später noch in die Serie einzusteigen.
Die Elemente Familie, Brüderliebe und das Bekämpfen der inneren Dämonen bilden den Kern der Fortsetzungshandlung. Unter dem Oberbegriff Familie sollen jedoch auch komplexere Konstellationen und nicht nur Blutverwandtschaft verstanden werden: Freunde gehören dazu. Und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Figuren untereinander zeigt sich auch in der Angst, nicht nur einander zu verlieren, sondern vor allem davor, zu dem zu werden, was sie im Grunde bekämpfen.
Blick in die USA: "Supernatural" geht in die vierte Staffel
The CW strahlt "Supernatural" am selben Abend wie "Smallville“ aus. Beide Serien sind in den USA sehr erfolgreich; "Smallville" läuft schon in der achten Season. Ganz offensichtlich lieben die Amerikaner solche Formate, während es in Deutschland schlechter läuft. Die Quoten der ersten Staffel auf ProSieben waren durchwachsen. Nach gutem Start ereilte "Supernatural" das Schicksal nahezu aller "Mystery-Montag-Serien": Die Quoten fielen. Selbst bei "Lost“: Weltweit ein Riesenerfolg – ein Problem für ProSieben. Doch gegen Staffelende erholten sich die Zahlen und Staffel 2 startete in Deutschland mit Zuschauerquoten, die über Senderschnitt lagen (bis 13,4 Prozent Marktanteil).
Das Format hat es in Deutschland nicht ganz einfach: Sind Dämonen bei uns nicht gefragt?
Auch die zweite Staffel hatte es in Deutschland nicht leichter, als die erste. Es ist offensichtlich, dass Mystery dieser Art beim deutschen Publikum nicht wirklich gefragt zu sein scheint. Erst recht nicht zur besten Sendezeit, wie die ähnliche Problematik bei "Smallville" und RTL II in Deutschland zeigt.
Im Gegensatz zu "Smallville" fehlt bei "Supernatural" mehr Gefühl; es fehlt Liebe, es fehlt Sex. Die weiblichen Fans, die Typen wie Jensen Ackles und Jared Padalecki gerne anschauen, erwarten sicher mehr, als nur gute Effekte. Und für Männer hierzulande wird oft zu wenig Spannung geboten. Dies wird sicher auch nicht der dritte Bruder der Winchesters ändern, der in den USA noch in der vierten Staffel eingeführt wird; die Staffel, die in den USA mit überragendem Erfolg ausgestrahlt wird und die Quoten ihrer Vorgängerstaffeln toppt. Ausführender Produzent ist McG, der auch für O.C., California verantwortlich zeichnete. Scheinbar sind die Amerikaner für dieses Genre eher zu begeistern, als die Deutschen.
