
- Anfängergruppe - morguefile.com
Wohl jeder, der das allererste Mal versucht hat auf einem Surfbrett zu stehen, wurde um ähnliche Erfahrung bereichert: Bevor man überhaupt zum Stehen kommt, muß man noch eine Reihe anderer Hürden überwinden. Es beginnt mit den brechenden Wellen, die einem ohne Pause entgegenkommen und immer wieder zum Strand zurück werfen. Ist man irgendwann bei den "Großen" im ersehnten "Line up" angelangt, geht die Tortour weiter: Wie krieg ich eine Welle? Und vor allem - wie erkenne ich sie? Dass Surfen nicht einfach sei, sagt ja jeder, aber ist es wirklich so schwer? Oder ist man einfach nur legasthenisch? Ja, vielleicht - trotzdem ist es eine der schwierigsten Sportarten der Welt.
Surflehrer können in der Anfangsphase mit ein paar Tipps und Korrekturen beistehen. Das Wrestling mit dem Ozean bleibt zwar immer noch das Gleiche, doch man lernt das Herauspaddeln mit und aus einer Strömung, Durchtauchen, Aufstehen, Surfersprache oder einfach nur sein Surfbrett lieben.
Surfcamps
Deutschsprachige Surfschulen sind überall an der südlichen Atlantikküste Europas verteilt: Frankreich, Spanien, Portugal und auf den Kanaren. In ein- bis zweiwöchigen Surfkursen wird neben der Praxis am Strand noch eine tägliche Theorieeinheit angeboten, in der ausgebildete Surflehrer über Wellenkunde, Wetter, Strömungen, Boardshapes, Surfgeschichte oder Surfreisen berichten. Dazu kommt meist noch eine Videoanalyse, bei der u.a. bewußt wird, dass die Wellen nicht so groß, die Fahrten nicht so lang und der Look nicht so cool waren, wie gefühlt.
In der Regel verläuft ein Surftag von 10-17 Uhr - hört sich lang an, geht aber schneller vorbei als gewollt! Wie es im Tagesprogramm weitergeht, hängt vom Surfcamp und einem selbst ab: Manche Camps bieten zusätzlich Yogakurse oder Verleih von Sportgeräten an, oft gibt es Filmabende, Pokerturniere oder Surfstories am Lagerfeuer, aber natürlich auch Trinkspiele, Mottoparties oder einfach Parties.
Für welche Surfschule entscheide ich mich?
Hat man sich nun entschieden, einen Surfkurs zu machen, gibt es natürlich viele Angebote, aber auch viel auszusieben: Welche Qualifikationen haben die Surflehrer (z. B. DWV oder BSA)? Gibt es Theorie- und Praxisunterricht? Was verspricht man sich von einem Surfurlaub: viel Sport, viel Party oder etwas dazwischen? Will man noch etwas Kultur abgreifen? Zeltlager, Hotel oder Deluxeversion? Wie soll die Altersgruppe sein? Möchte man mit seinen Kindern surfen lernen und nebenbei Familienurlaub machen? Ist man Anfänger oder kann man schon ein wenig Surfen?
Diese Fragen beeinflussen letztendlich die Entscheidung für ein Camp - man kann es aber auch einfach drauf ankommen lassen...
Wann, wer und wieviel?
Die europäische Surfcamp-Saison ist von Mai bis Oktober, wobei in der Zeit der Schulferien (Mitte Juni bis Mitte September) Hochsaison ist und mehr jüngere Kursteilnehmer zu erwarten sind als in der Nebensaison. Das durchschnittliche Alter der Kursteilnehmer geht von 14 bis 40 Jahre und hängt natürlich von Preisen und Komfort des Camps ab: So ist zum Beispiel im Zeltlager in Frankreich die Zielgruppe jünger als im Deluxehotel in Spanien.
Und damit wären wir auch schon beim Kostenpunkt: Die Preise zwischen den Reiseveranstaltern variieren, doch in etwa kann man mit einer Spanne von 250 bis 500 Euro pro Woche rechnen, abhängig von Saison sowie Art der Unterkunft und Verpflegung.
Wer lernt schnell?
Wie bei fast allen Sportarten gilt: Je jünger, desto leichter - Jungs schneller als Mädels. Aber zum Glück spielen noch andere Faktoren eine Rolle, wie z. B. Sportlichkeit und sportliche Vorerfahrung. Snowboarder, Wakeboarder und Skater besitzen bereits ein gewisses Brettgefühl. Aber auch Sportarten, in denen Körperspannung trainiert wird (z. B. Kampfsport und Tanzen), sind sehr hilfreich. Yoga hat sich bei Surfern nicht umsonst als Trend durchgesetzt: Die Mischung aus Körperspannung, Flexibilität, Gleichgewicht und Kraft sind eine ideale Ergänzung zum Surfen.
Wenn man mit all dem nicht so gut kann, bleibt noch die Möglichkeit, sich mit täglichen Liegestützen aufs Paddeln und Aufstehen vorzubereiten.
Surfen lernen ohne Kurs
Wasserschlucken macht zusammen mehr Spaß als allein, aber wer sich erst auf eigene Faust versuchen möchte, kann sich in den Camps gegen eine Gebühr (15 bis 30 Euro) Surfbrett und Neoprenanzug leihen.
Ein paar Surftipps vorweg:
- Wo keine Wellen brechen, treiben Strömungen raus! Wo Wellen brechen, ist meist eine Strömung zum Ufer
- Je mehr Wind, desto mehr Wellen, desto mehr Strömung
- Der Weg aus der Strömung: QUER zum Weißwasser paddeln und sich an Land spülen lassen (bloß nicht versuchen, gegen die Strömung anzukämpfen!)
- Immer beim Surfbrett bleiben, aber versuchen, es so wenig wie möglich ab zu bekommen (leicht gesagt...)
- Nicht hinter, sondern parallel zu anderen Surfern ins Wasser gehen - und Abstand halten!
- Surfbrett beim Reingehen nicht vorne, sondern seitlich führen
- Sogenannte "Waschgänge" in der brechenden Welle kommen einem länger vor, als sie sind. Grundregel: tief Luft holen, Ruhe bewahren und nur wenig untertauchen, wenn man wieder an Land gespült werden möchte
Weitere Links:
Surfen und Urlaub für die ganze Familie
