Susanne Gerdom: Elidar – Magierin der Drachen

Susanne Gerdom: Elidar - Magierin der Drachen - Piper
Susanne Gerdom: Elidar - Magierin der Drachen - Piper
Rezension des Fantasy-Romans "Elidar - Magierin der Drachen" von Susanne Gerdom, bei dem die junge Magierin Elidar im Mittelpunkt der Handlung steht.

Zu den deutschen Autoren, die märchenhaft gut erzählen können, zählt Susanne Gerdom. Seit gut einem Jahrzehnt veröffentlicht sie Fantasy-Romane – ihr neuester Streich trägt den Titel „Elidar – Magierin der Drachen“ und ist bei Piper erschienen. Im Mittelpunkt steht die magisch begabte Elidar.

Elidar wird zur Magierin ausgebildet

Elidar wächst als Straßenkind in Yasaim heran. Wegen ihres knabenhaften Körperbaus wird sie von den meisten Menschen für einen Jungen gehalten. Als sie den ledonischen Soldaten Luca kennenlernt, ändert sich ihr Leben. Luca hilft ihr, in die ledonische Hauptstadt zu reisen, um dort zu lernen, mit ihren magischen Fähigkeiten umzugehen. Ausgerechnet der frauenfeindliche Spinnenorden, die Gemeinschaft der Dunklen Nigh, nimmt Elidar auf. In der Schule der Magier wird die Novizin in die Intrigen der Mächtigen verwickelt, doch erst zurück in der Heimat Yasaim erkennt sie ihre Bestimmung und erfährt mehr über ihre Herkunft.

Susanne Gerdom setzt nicht nur auf die Magie der Drachen

Die Welt von Elidar, der Magierin der Drachen, hat Susanne Gerdom (geboren 1958) nach dem Vorbild des römischen Reiches erschaffen. Ledon wird von Patrizierfamilien beherrscht, die miteinander zerstritten sind. Für die Stadt Yasaim scheint es hingegen eher orientalische Vorbilder gegeben zu haben, was zur märchenhaften Anmutung des Fantasy-Romans beiträgt. Yasaim ist zudem eine Stadt, in der mehrere Völker miteinander auskommen und ein Ort mit einer lange zurückreichenden Geschichte. Die Dkhev, die Drachenmenschen, sind der sichtbare Beweis dafür. Der Magie sind keine Grenzen gesetzt, doch kann sie auch nicht alle Probleme lösen, und sie fordert ihren Preis. Anders als die Werbung auf der Umschlagseite behauptet, weist „Elidar“ jedoch keine Parallelen zu den Eragon-Büchern von Christopher Paolini auf.

„Elidar – Magierin der Drachen“ ist für viele Altersgruppen geeignet

Die Handlung von „Elidar – Magierin der Drachen“ dürfte viele Leser ansprechen. Sie vereint eine Coming-of-Age-Geschichte mit einer Liebesgeschichte, ein Märchen mit einer Fantasy-Handlung (wenn man hier denn einen großen Unterschied sehen möchte). Die Erwähnung der Drachen im Titel sollte man dabei nicht überbewerten. Ähnlich wie in ihren Elben-Romanen stellt Susanne Gerdom auch in „Elidar“ Menschen in den Mittelpunkt und nicht mythische Fantasy-Wesen. Diese tragen jedoch entscheidende Wendungen zur Handlung bei. Mit blutigen Kämpfen und Gewaltszenen geht Gerdom sparsam um – dadurch bekommen die Szenen, die Gewalt enthalten, eine umso größere Bedeutung und Eindringlichkeit. Auch sprachlich ist das Werk wirklich gelungen.

Einzig das Ende vermag nicht restlos zu überzeugen, kommt es doch etwas zu rasch und bekommt zu wenig Raum in der Erzählung eingeräumt. Doch auch wenn es noch Möglichkeiten gibt, die Handlung weiterzuführen, ist das Buch nicht unbedingt auf eine Fortsetzung hin ausgelegt – die Geschichte wird abgeschlossen. Und das nach nicht einmal 500 Seiten, das passiert nicht gerade oft in der Fantasy.

Susanne Gerdom: Elidar – Magierin der Drachen. Piper 2011. Taschenbuch, 464 Seiten. Euro 9,95 (Österreich 10,30).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

rss