
- California Rolls - Pixelio
Japan ist ein Land, das von vielen Meeren umgeben ist. Da liegt es nahe, dass viel Fisch konsumiert wird - frittiert, gekocht, gebraten und auch roh.Japan selbst ist sehr bergig, die wenigen Anbauflächen werden überwiegend für den Reisanbau genutzt. Demzufolge ist Fisch, zusammen mit Reis, eine sehr beliebte Mahlzeit - genannt Sushi. Der Fisch wird auch gänzlich roh und ohne Beilagen gegessen, dies nennt man Sashimi.
Ursprung
Sushi entstand vor ein paar hundert Jahren aus einem Verfahren, das dazu diente, rohen Fisch haltbar zu machen. Hierzu wurde der rohe Fisch in Salz eingelegt und mit einem schweren Stein gepresst. Zum Salz kamen im 15. Jahrhundert noch Lagen von Reis hinzu, im 17. Jahrhundert wurde der Reis mit Essig getränkt, um die Gärung zu verkürzen.Der Legende nach hat im 18. Jahrhundert ein Fischhändler namens Yohei Hanaya als erster die heute weltweit bekannte Zubereitungstechnik von Sushi praktiziert, indem er ein rohes Fischfilet auf leicht gesäuerten Reis legte und als Häppchen servierte. Sushi gibt es in vielen Varianten, die bekanntesten sind Nigiri-Sushi und Maki-Sushi. Auch im religiösen Leben der Japaner spielt der Fisch, zusammen mit Reis, eine wichtige religiöse Rolle. Auf keinem shintoistischen Schreinfest fehlt Fisch als Opfergabe.Im Fischerdorf Toyohama wird einmal im Jahr eine riesige Meerbrasse aus Stoff und Bambus den Göttern geweiht und unter Gesang ins Hafenbecken getragen.
Weltweite Verbreitung
Wieviele Sushi-Lokale es weltweit gibt, ist kaum zu schätzen, aber in jeder größeren deutschen Stadt finden sich teilweise mehrere in einem Stadtteil.Gerade für kalorienbewusste Europäer ist dieses Essen eine schmackhafte und vor allem gesunde Alternative zum sonstigen Einerlei. Sogar im Kino wurde Sushi ein Denkmal gesetzt: Im 1991 gedrehten französischen Film Sushi Sushi mit André Dussolier in der Hauptrolle will ein Schriftsteller und Hochschuldozent nach einer Begegnung mit einem japanischen Geschäftsmann sein Leben durch Gründung eines Sushi-Lieferservices ändern.
Thunfischbestände stark bedroht
Seit auch in Europa, USA und Japan Sushi auf dem Speiseplan steht, sind die Bestände des Thunfischs, besonders des Blauflossenthunfischs gefährdet. Auf allen Weltmeeren werden sie gnadenlos gejagt, und nicht nur im Mittelmeer könnten sie in wenigen Jahren ausgerottet sein. Allein im Mittelmeer sind die Bestände des Blauflossenthunfischs in wenigen Jahren um 80 Prozent geschrumpft.
Es gibt zwar Fangquoten, aber an die halten sich die wenigsten Länder. Japan, das selbst jahrelang die Fangquoten überschritt, trägt mittlerweile, aufgerüttelt um die Sorge um das Leibgericht, die Einschnitte bei den Quoten mit. Erfahrungsgemäß dauert es jedoch seine Zeit, bis durch sorgfältige Aufzucht die Bestände wieder herangewachsen sind. Bis dahin müssen Händler und Kunden der raren Delikatesse Rechnung tragen: Der Preis für Thunfisch stieg in den letzten Jahren um bis zu 30 Prozent.
