Suspensethriller "Undocumented" - der Geheimtipp aus den USA

Undocumented  - IFC Films
Undocumented - IFC Films
"Was du auch denkst, dass es ist- es ist viel schlimmer". Ein verstörender Mix aus Milieubeschreibung & Horror, der das Heraufbrechen der Hölle verspricht

Der eingefleischte Horrorfan wird wahrscheinlich schon von "Undocumented" gehört haben, aber nicht nur für Horrorfreunde ist der in den USA bereits im September 2011 in den Kinos angelaufene IFC Suspensethriller ein echter Geheimtipp. Nachdem das Regiedebut von Chris Peckover im Rahmen der Fantastic Fest Selektion erstmals auf dem Mexiko Filmfest 2010 augestrahlt wurde, war es 2011 endlich auf der Leinwand ausgewählter amerikanischer Kinos zu sehen. Ein deutscher Releasetermin ist bisher nicht bekannt, in den USA ist der Streifen seit dem 17.01. bereits auf DVD verfügbar.

Die Story- "Man kommt nicht auf 11 Millionen Illegale, ohne ein neues Monster zu erschaffen."

Was Undocumented aus dem unendlichen Meer von Genreschockern herausschwappt ist vor allem die kräftige Welle, die sein sozial motivierter Plot mit Fokus auf illegalen Immigranten in die USA schlägt.

Die Story dreht sich zunächst um eine kleine Gruppe Dokumentarfilmer, die festhalten will, wie sich illegale Einwanderer aus Mexiko in den USA mit Gerichtsverfahren und Ungerechtigkeiten herumschlagen müssen. Als die Dokumentarfilmer ein paar Einwanderer bei deren gesetzloser Grenzüberschreitung begleiten wollen, um ihre Erfahrungen aus erster Hand mitschneiden zu können, wird der Truck, in dem sich Filmcrew und Einwanderer befinden, zur Seite gewunken und angehalten. Was dann passiert ist der absolute Horror für alle Beteiligten, der nicht jeden wieder gehen lässt. Eine Gang von sadistischen Radikalen, entführt sie und ein ultimativer Albtraum beginnt, während dessen das Land der Hoffnungen und Träume immer mehr zum Land des Grauens wird.

Sie wollten diejenigen begleiten, die dem Horror eines anderen Landes zu entfliehen versuchten, doch mit was sie am Ende erwartete, war der Horror des eigenen- recht metaphorisch für das, was Illegale in den USA im Grunde Tag für Tag erfahren.

Durch seine scheinbare filmersiche Orientierung an Orginalmaterial-Filmillusionen, seinen sozial motivierten Horror und der Darstellung einer sadistischen Folter wird "Undocumented" weitgehend als Mischung von Paranormal Activity und Saw bezeichnet- zu Unrecht, weil Undocumented ganz klar ein Film für sich ist, der nicht einfach als Homage an Früheres interpretiert werden sollte. Tatsächlich öffnet er eine neue Welt des Grauens und das mit einem Plot, der alles, woran er sich orientiert haben könnte, in Faktivität, Spannungsführung sowie Intelligenz weit übersteigt.

Letztlich ist Undocumented die einzigartige Momentaufnahme einer vorstellbaren, so ordinären Begebenheit in einem sozial brisanten Milieu- mit dem Extra des grenzüberschreitenden Horrors. Ein wirklich extraordinär unterhaltsamer Film, der seine vollen 96 Minuten lang unter die Haut geht und sie dabei von Innen heraus durch ansteigende Schübe von subtilem Druck in solche Spannung versetzt, dass sie hier und da zu reißen beginnt- Blutergüsse und Abschürfungen garantiert! Was am Ende zurückbleibt ist eine schleichende Übelkeit und eine seichte, aber anhaltende Verstörung über die andere Seite des American Dream und mit ihr die Erkenntnis: "Man kommt nicht auf 11 Millionen Illegale, ohne ein neues Monster zu erschaffen" (Undocumented)

Das Cast für den "Thriller wie eine Höllenfahrt" (FEARnet)

Mit einem geschätzten Budget von niedrigen 1,400,000 $ stützt sich die in SantaFe (New Mexiko) gedrehte Shepard Glen Produktion statt auf große Effekte wohl am allermeisten auf die Illusion der wahren Begebenheit- wie es vor "Undocmented" auch schon Rec und dessen Genreverwandte versuchten. Dabei zählt "Undocumented" am Ende zu nicht einmal einer Hand voll jener Filme, die es nicht nur versuchten, sondern gelungenermaßen den Anschein von Realität vermitteln. Vor allem die überzeugend natürliche Darbietung des Casts lässt den Zuschauer den durch das Gefühl der eigenen Involvierung und Materialsechtheit ausgelösten Schockeffekt erfahren.

Nachdem er durch Filme wie Eurotrip, Gone und Peaceful Warrior bereits seine Wandlungsfähigkeit und genreübergreifende, schauspielerische Eignung beweisen konnte, überzeugt vor allem Scott Mechlowicz in der Leadrolle des Travis. Mit einer einnehmenden, emotionalen Purheit und authentischen Präsenz bringt er die filmersiche Fiktion so sehr auf die Ebene von realer Begebenheit im Immigrantenmilieu, dass es fast schon illegal sein sollte. Neben Alona Tals (Nacht der Lebenden Toten 3D, Supernatural) Darstellung der Liz und Yancey Arias (CSI: NY, CSI: Miami, Revenge, Bloody Mary) Darbietung als Alberto sorgen auch Greg Serano (Terminator- die Erlösung) in der Rolle des Davie und Kevin Weismann (The Forgotten, Buffy, Charmed) als Jim dafür, dass man die Angst riechen, den Schmerz schmecken und den warmen Atem der Peiniger auf der eigenen Schulter spüren kann.

Alles in allem ist Undocumented ein Film, den man einfach gesehen haben muss. "Ein zeitgemäßer Film- mit Horrorwendung" so beschreibt es das Portal Beyond Hollywood, weitere Pressestimmen bezeichnen den Streifen als "Darstellung eines sozialen Brennpunktes- mit unerwartetem Ausgang" (FEARnet) und sogar als einen "der besten Filme des Fantastic Filmfests 2010" (firstscreening) Ein absolutes Filmerlebnis, dass "eine Nacht der heraufbrechenden Hölle verspricht" (bloody-disgusting.com) und "schockierend und hochunterhaltsam" (FEARnet) dafür sorgt, dass der Zuschauer sich keine Sekunde langweilt.

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Quellen:

Apple Itunes "Undocumented"

http://www.bloody-disgusting.com/

www.iMdb.com

www.FEAR.net

IFC Films

www.undoc.tumblr.com

Sima Moussavian , Vera Ilic

Sima Moussavian - Romanautorin "The Fringe Report" (2011) http://the-fringe-report.jimdo.com/ "Tauschgeschäfte" (2012) Verfasserin von ...

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