
- Swami ji in Indien - Swami ji
Swami Sri Balendu Ji ist klein und zierlich. In dem vom langen Bart und den dichten Haaren halb versteckten Gesicht dominieren die Augen: Sie leuchten schwarzbraun, warm und voller Güte. Swami ji ist Inder und gilt in seiner Heimatstadt Vrindavan als heiliger Mann. Dennoch verzichtet er auf die Anrede „Sri“ und lässt sich Swami ji nennen. Er will kein abgehobener Guru sein, sondern ein Mensch zum anfassen. Auch wenn seine Botschaft für Europäer schwer fassbar ist.
Yoga ist einfach nur Yoga
Swami ji predigt die Liebe, die so gern mit Lust, genauer noch: sexueller Lust, verwechselt wird. Swami ji unterrichtet Yoga, das wir so gern lehrmeisterspezifisch in einzelne Strömungen und Untergruppen unterteilen und von dem er erstaunt sagt: „Yoga ist einfach nur Yoga. In Indien machen wir es jeden Tag!“ Und Swami ji bietet spirituelle Heilungen an – in Indien, Neuseeland, Australien, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Spanien, Irland, England, auf den Fidschi Inseln und jetzt auch bei uns.
Spirituelle Heilung bedeutet für ihn, positive Energie zu nutzten, um alle Arten negativer Energie bewältigen zu können. Swami ji ist überzeugt davon, dass negative Energien all unsere Probleme und unsere Krankheiten erzeugen. „Durch den Segen meines Gottes und Dank der Kraft uralter Mantras habe ich genug positive Energie, die ich durch Berührung weiterleiten kann. Sobald ein Mensch meine positive Energie erhält, wird das Ungleichgewicht, das durch die negative Energie erzeugt wurde, durch positive Energie ersetzt“, erklärt Swami ji selbstbewusst. Er spricht englisch mit starkem Akzent, er spricht leise und drückt sich gewählt und präzise aus. „Im Allgemeinen gibt es zwei Arten negativer Energie. Die eine erzeugen wir selbst durch eine falsche und ungeordnete Lebensführung wie beispielsweise schlechte Essgewohnheiten, negatives Denken, Stress oder Anspannung. Andere negative Energie kommt von außen. Manchmal erzeugt allein der bloße Blick von jemandem, der neidisch oder eifersüchtig ist, eine Menge negative Energie.“
Swami ji hielt bereits im Alter von neun Jahren spirituelle Vorlesungen
Spirituelle Heilungen durch Gottes Segen, uralte Mantras und schließlich der böse Blick – harter Tobak für und Europäer. Vielleicht aber auch eine Chance, in einer Zeit der Perspektivlosigkeit den Blickwinkel zu erweitern. Auf jeden Fall aber Grund genug, sich diesen Swami ji einmal genauer anzusehen.
Swami Sri Balendu Ji wurde am 14. Oktober 1971 als Sohn von Goswami Sri Balak Ram Saran ji geboren, einer bekannten spirituellen Persönlichkeit Indiens. Auch Swami jis Großvater war ein weithin bekannter Gelehrter, Schriftsteller, Musiker und Dichter. Swami ji wuchs in einer tief geprägten spirituellen Atmosphäre auf und widmete sich von klein auf religiösen Studien. Er folgte der Familientradition und hielt bereits im zarten Alter von neun Jahren spirituelle Vorlesungen. Immer wieder gab es Zeiten, in denen er drei bis sechs Monate lang schwieg – ein religiöses Ritual, das in Indien Moun genannt wird.
Drei Jahre und drei Monate zog Swami ji sich zurück und meditierte
Als Swami ji 25 Jahre alt war, war ihm das Schweigezeremoniell nicht mehr genug. „Während man schweigt“, erklärt er, „hat man seine Zunge unter Kontrolle, nicht aber die anderen Sinne. Sie können noch immer von Gott ablenken!“ Damit er sich ohne Ablenkung Gott hingeben kann, wurde auf dem Gelände seines Ashrams in Vrindavan eine Höhle gebaut, in die er sich am 10. September 1997 einmauern ließ. „In der Höhle waren alle Sinne unter Kontrolle und alle meine Gewohnheiten und Wünsche konnte ich in der Meditation auf Gott richten!“
Drei Jahre und drei Monate lang lebte Swami ji in der Höhle, ohne dass er einen einzigen Menschen sah oder hörte. Auch seine Verwandtschaft war angewiesen, ihn in diesen Jahren der Meditation nicht zu stören – egal was mittlerweile mit seinem Dorf oder seiner Familie passiert. Helfer durften ihm lediglich seine Nahrung - ausschließlich Früchte und Milch - zu festgelegten Zeiten an eine kleine Höhlenöffnung stellen. Diesen spirituellen Rückzug nennt man im Indischen tapasya. Er wurde mit einer großen Feier begleitet, bei der das ganze Dorf auf den Beinen war.
Am Morgen des 24.12.2000 wurde Swami ji in einer großen Zeremonie aus seinem selbst gewählten Gefängnis befreit. Wieder hatten sich Tausende von Menschen um die Höhlenöffnung versammelt. Dieses Mal nicht, um sich mit besten Wünschen zu verabschieden, sondern um durch Swami jis Anblick gesegnet zu werden. Filmkameras dokumentieren seinen guten mentalen und gesundheitlichen Zustand, als Swami ji aus der Höhle kroch – unvorstellbar für den westlichen Betrachter.
Dankschreiben aus aller Welt bezeugen seine Fähigkeit, zu heilen
Mit diesem Tag begann Swami Ji seine Tätigkeit als spiritueller Heiler. Dazu reist er von Land zu Land, unterrichtet Yoga, leitet Chakra Workshops, besucht Krankhäuser, hält Vorträge und organisiert Puja-Zeremonien, die ein positives Karma erzeugen sollen. Und er bietet seine Heilbehandlungen an. „Man muss nicht krank sein oder schwerwiegende Probleme haben, um von meinem spirituellen Heilen zu profitieren“, erklärt Swami ji. Tatsächlich kommen viele Menschen zu ihm, um eine positive Aura aufzubauen, die wie ein Schutzschild wirken soll. Doch der Heiler kann mehr. Hunderte von Dankesschreiben hat er schon von Menschen aus allen Kontinenten erhalten, ein paar davon stehen mit Namen und Foto im Internet.
„Während einer Heilbehandlung erfahren Menschen oft verschiedenste Gefühle. Manchen ist danach, von ganzem Herzen zu lachen, andere müssen weinen und ihr Herz ausschütten. Manche fühlen ein haarsträubendes Kribbeln im Laufe der Behandlung. Verschiedene Menschen hatten wunderbare Erfahrungen; sie sahen z.B. die unterschiedlichen Farben der verschiedenen Chakras oder fühlten sich, als würden sie in der Luft schweben. Alle diese Erlebnisse werden von der Kraft des positiven Energieflusses ausgelöst“, erklärt Swami ji.
Eine Heilbehandlung dauert etwa 20 – 30 Minuten. Für manche Probleme benötigt man mehr als eine, doch Swami ji ist der Meinung, dass drei Behandlungen genug sind, um jedes Problem zu lösen.
