
- Crystal Matrix - K.Vyhnalek
Ein paar Schritte von Innsbrucks Goldenem Dachl entfernt liegt Swarovski Innsbruck, der Glitzershop, beheimatet in einem denkmalgeschützten Gemäuer mit langer Vergangenheit.
Was hat ein Wirtshaus mit den Kristallen von Swarovski zu tun?
Wer sich darüber wundert, dass am Hauseck beim Eingang zum neu gestalteten Swarovski Shop ein wunderschönes altes Wirtshausschild prangt, der darf sich belehren lassen. Da, wo es heute an kühlen weißgetünchten Wänden und Gewölben glitzert und funkelt, herrschte früher dunkler Rauch und Wirtshausgeruch.
Das Gasthaus zur Goldenen Rose wurde zum ersten Mal 1329 erwähnt. Es gehörte somit zu den ältesten Gaststätten Innsbrucks und lag an der gegen Wilten und zum Brenner hinführenden wichtigen Straßenverbindung in den Süden. Der erste nachweisbare Besitzer der „Eggwirtsbehausung zur gulden Rosen, zubenannt am Schrofen“, war der Haller Bürgermeister Ambros Hamerspacher, dem das Wirtshaus 1452 gehörte.
1985 verkauften es die Letztbesitzer an die Firma Swarovski. Seither befindet sich im historischen Gebäude die Swarovski Crystal Gallery, auch Swarovski Shop genannt. Das schmiedeeiserne Wirtshausschild wurde 1678 vom Goldschmied Hans Jakob Pfaundler hergestellt und 1908 restauriert.
Wo, wann und was findet man bei Swarovski Innsbruck?
Der Swarovski Shop befindet sich in der Altstadt von Innsbruck, Herzog-Friedrich-Straße 39. Geöffnet ist er täglich von 8:00 Uhr bis 19:30 Uhr. Vom bewährten Schmuck für jedes Budget, den wie immer bezaubernden kristallinen Figurinen, modernem Design und Accessoires für stilvolles Wohnen findet man alles, was nur glänzt und glitzert. Kristallbesetzte Kopfhörer, nicht unbedingt jedermanns Geschmack, aber auch Handytäschchen für It-Girls und bezaubernde Charms (Anhänger für Bettelarmbänder), Christbaumschmuck ebenso wie edel gestaltete Füller oder der ultimative Clou: trendige USB-Sticks. Es gibt keine Sprache, die vom international besetzten Personal nicht gesprochen wird, mit Ausnahme vielleicht vom Tirolerischen.
Wer erschöpft ist, kann sich an der Bar erfrischen oder wiederbeleben lassen mit international prämierten Spitzenweinen der traditionsreichen Bodega Norton, des argentinischen Weinguts von Gernot Langes Swarovski. Swarovski Innsbruck zu besuchen kann man getrost auch ohne etwas zu kaufen; man kann es auch als eine Art Museums- oder Galeriebesuch ansehen, auch wenn es besonders dem weiblichen Publikum eher schwer fällt.
Der Umbau vom Swarovski-Shop in Innsbrucks Altstadt
Der Umbau geschah optisch beherrschend, denn der dazu erforderliche Kran verbarg von der Maria Theresien Straße her imposant acht Monate den Blick in die Altstadt. Vom Beginn, dem 10. Jänner 2011 bis zur Fertigstellung am 25. August 2011 wurde zügig gearbeitet. Ein Investitionsvolumen von 8,5 Millionen Euro setzten die Architekten Hanno Schlögl und Daniel Süß (Schlögl & Süß Architekten) um. Bei der Umgestaltung des Shops schaute das Denkmalamt dem Bauherrn wie immer akkurat auf die Finger. Einpassung in alte Gemäuer: ja, aber das Ursprüngliche muss dennoch erhalten bleiben. Das Ergebnis sind helle, weitläufige, übersichtlich gestaltete Räumlichkeiten. Denn aller Avantgarde zum Trotz: das alte, schmiedeeiserne Wirtshausschild und das beeindruckende Tonnengewölbe erinnern daran, dass die Räume so manches zu erzählen hätten.
Zur Begrüßung bei Swarovski Innsbruck gibt es eine überdimensionale Fliege
„Im Facettenreich“ heißt der dreiteilige Werkszyklus des Tiroler Künstlers Thomas Feuerstein. Eine riesige Taufliege, die Drosophila melanogaster, das bestuntersuchte Lebewesen der Welt und Facettenaugen, die in ihrer Größe fast bedrohlich anmuten, beherrschen das Gewölbe vor den Verkaufsräumen: "Die Augen starren nicht nur in die Welt, sie erschaffen eine neue", erläutert der Künstler seine Installation. "Der kaleidoskopische Blick verleiht eine vielfältige, aber auch gebrochene Weltsicht." Der Werkszyklus umfasst die Kunstobjekte Superfly, Phantom und Pars pro Toto.
Weitere künstlerische Highlights bei Swarovski Innsbruck
Wer anschließend die lichtdurchflutete, kristallbesetzte Treppe betritt, wird von den Spiegeln, die optisch den engen Raum erweitern, genauso gefangen genommen wie von der „Cascade“, dem einem Wasserfall gleichenden Luster, der imposant über die Stockwerke reicht. Im oberen Stockwerk lädt ein kleiner Raum neben den Vitrinen ein, zu verweilen. Hier befindet sich die Installation Crystal Matrix von Erwin Redl, einem österreichischen Lichtkünstler, der in den USA lebt und arbeitet; eine mystisch-transzendente Welt aus Klang und Kristall.
Die Familie Swarovski – eine einzigartige Erfolgsgeschichte des Kristalls
Im Jahr 1895 siedelte sich der böhmische Unternehmer Daniel Swarovski im Tiroler Ort Wattens an. Dort gründete er ein Unternehmen zur Verarbeitung von Kristall. Seine neue, mechanische Methode zum Schleifen von Kristall-Schmucksteinen revolutionierte die Modeindustrie.
Dem Fleiß und Geschick der Familie Swarovski ist es zu verdanken, dass sich daraus eine weltweite Industrie des Glitzerns und Funkelns entwickelt hat.
Wem mit dem Glanz in Innsbruck so richtig Lust nach verzauberter Welt gekommen ist, der muss sich – ob als Tourist oder als Einheimischer, unbedingt in die Kristallwelten nach Wattens begeben. Das Motto: „Für einen Augenblick an Wunder glauben“ und sich verzaubern lassen, triff voll zu. Auch für Nichtromantiker.
Quellen: Forschungsinstitut Brenner Archiv; Swarovski;
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