Symbole – Die Sprache der Religion

Bedeutung der Symbole im religiösen Bereich

Symbole erschließen den Zugang zu einer Wirklichkeit, die durch rationale Begriffe allein nicht erschlossen werden kann

Ob Kreuz, Davidstern oder Halbmond, alle Religionen benutzen Symbole, um entscheidende Aussagen ihres Kultes auszudrücken.

Symbole im Christentum

Das Christentum ist voll von Symbolen, die dazu dienen sollen, den Menschen ein größeres Verständnis den Dingen gegenüber zu erbringen, die man nur schwer erfassen kann. Man sollte Symbole aber immer im jeweiligen Kontext betrachten, wobei der Interpret eine ebenso große Rolle spielt. So besitzt das Brot, dass Jesus mit seinen Jüngern teilte, eine andere symbolische Bedeutung, als die Hostie, die wir heutzutage als Brot bezeichnen und in der Eucharistiefeier zu uns nehmen.

In den Anfängen der christlichen Gemeinde benutzten die Anhänger Jesu Symbole als Geheimzeichen zur gegenseitigen Erkennung. Diese Erkennungszeichen, welche nach und nach immer häufiger im Alltag Verwendung fanden, wurden auch auf Schmuck, Lampen, Gefäßen oder als Grabzeichen benutzt. Der Fisch ist wohl das bekannteste Symbol der damaligen Zeit.

Symbole können aber auch eine Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schaffen, so erinnern wir uns an die vollbrachten Taten Jesu, die uns heute zusammengebracht haben und die uns für Morgen motivieren.

Symbole als Gruppenorientierung

Als Orientierung helfen Symbole uns in eine Gemeinschaft hineinzufinden, die die gleichen Auslegungen vertritt wie wir. Solch ein Verlangen nach einer Gruppenzugehörigkeit bestimmt unser Leben weitestgehend, es ist gradezu ein Ur-Bedürfnis, das uns hilft, einen Sinn in unserem Leben zu finden. Der Sinn an sich ist Offenbarung und Geheimnis zugleich, deshalb lässt er sich nicht rational erklären.

Das Symbol als Ausdrucksform dieses Sinns verbindet unsere Eindrücke, unser Handeln und Kommunizieren mit den Dingen, die sich rational nicht erklären lassen und schafft somit eine aus der rationalen Welt übertragene religiöse Sichtweise.

Symbole in Ritualen

Als Bestandteile von Ritualen, die im Leben allgegenwärtig sind, dienen Symbole als Sprache für die Religion. Auf diese Weise bewahren sie vor Isolierung und individueller Ohnmacht, denn Symbole sind auch über Sprachgrenzen hinweg verständlich. Zur Stabilisierung der Religionen, führen wir Rituale durch, wie es auch im Tierreich üblich ist. Durch wiederholbare und immer wiederholte Bündelungen von Zeichenhandlungen verschaffen wir uns Halt im Leben und stärken unsere Gemeinschaft, beispielsweise durch die Taufe oder andere Sakramente.

Zu unserer Gemeinschaft gehört aber auch eine Identität der Gruppe, die sich hauptsächlich auf unsere Ahnen beruft. Dieser Ahnenkult orientiert sich an unseren Vorfahren und ihren Taten, aber je ferner diese liegen desto abstrakter wird ihre Darstellung, deshalb benötigen wir Symbole, um eine Veranschaulichung und Verständigung über den gemeinsamen Glauben zu ermöglichen. So erhalten Märtyrer und Heilige ihre eigenen Symbole, wie beispielsweise der Heilige Georg das Georgskreuz und den Drachen oder der Evangelist Markus, der oftmals als Löwe dargestellt wird.

Die Sprache der Religion muss aber eine für jeden selber auslegbare sein, die in der Spannung von Tradition und Situation mehrfach gedeutet werden kann. Sie ermöglicht aber gleichzeitig ein menschliches Zusammenleben, weil wir uns durch Symbole leichter verständigen können.

Barbara Wawrzyniak, Privat

Barbara Wawrzyniak - Momentan im Masterstudium der Sozialwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Davor Absolvierung des ...

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