Symptome und Therapiemöglichkeiten des Sjögren-Syndroms

Informationen über das Sjögren-Syndrom  - Deutsche Rheuma-Liga
Informationen über das Sjögren-Syndrom - Deutsche Rheuma-Liga
An welchen Symptomen lässt sich das Sjögren-Syndrom erkennen und welche Therapiemöglichkeiten gibt es, um die Beschwerden zu lindern?

Sie haben es immer schwerer als Patienten, deren Erkrankung durch Laborwerte nachgewiesen werden kann: Viele Menschen leiden unter heftigen Symptomen, die sich nur schwer einordnen und messen lassen – so auch Betroffene des Sjögren-Syndroms. Da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, können hier wenigstens entsprechende Autoantikörper nachgewiesen werden. Doch einen Eindruck über die Schwere der Erkrankung vermitteln sie in diesem Fall nicht. Auch die Entzündungswerte ergeben keinen deutlichen Anhaltspunkt.

Ursachen des Sjögren-Syndroms bisher unklar

Die Forschung kommt dem Syndrom nur zögernd auf die Schliche, weil es zu wenige spezialisierte Einrichtungen gibt, die sich darum kümmern könnten. Dort, wo es Möglichkeiten gibt, Patienten zu untersuchen, sind kaum welche vorhanden, die an Studien teilnehmen. Die Ursachen für das Sjögren-Syndrom, das zur Gruppe der systemischen Bindegewebserkrankungen gehört, bleiben bis dato ungewiss. Hinweise auf erbliche Veranlagungen, hormonelle Einflüsse oder Umweltfaktoren sind denkbar, können aber noch nicht mit Sicherheit bestätigt werden. Das Sjögren-Syndrom tritt als eigenständige Krankheit (primäre) oder als Begleiterscheinung (sekundäre) anderer Erkrankungen des Immunsystems auf.

Die Symptome des Sjögren-Syndroms sind vielfältig

Meist sind es Frauen, die an der Autoimmunerkrankung leiden – sie sind zwanzigmal häufiger betroffen als Männer. Im Vordergrund steht eine starke Augen- und Mundtrockenheit und eine geradezu lähmende Müdigkeit, auch Fatigue genannt, die sowohl den Körper als auch den Geist belastet. Bei einem Fünftel der Patienten vergrößern sich die Lymphdrüsen. Bisher konnte man beobachten, dass sowohl frisch Erkrankte als auch längerfristig Betroffene gleich heftige Beschwerden haben. Ein schwacher Trost für diejenigen, die zumindest nicht befürchten müssen, dass sich die Symptome mit der Zeit verschlimmern könnten.

Leider kommen oft noch viele weitere gesundheitliche Probleme hinzu, die nichts mit einer Störung der Drüsenfunktionen zu tun haben: die bereits erwähnte Müdigkeit, Depressionen, Magen-Darm- oder Hauterkrankungen sowie Schmerzen und Entzündungen in den Gelenken. Typisch sind auch Durchblutungsstörungen an Fingern und Zehen, die unter dem Begriff Raynaud Syndrom bekannt sind. Etwas seltener sind begleitende Symptome wie Entzündungen in Lunge, Niere oder Blutgefäßen.

Therapiemöglichkeiten beim Sjögren-Syndrom

Da die Ursachen nicht gesichert sind, kann man lediglich die verschiedenen Symptome der Erkrankung lindern. Um den trockenen Mund und die Augen zu befeuchten, werden Präparate wie Gele, Cremes und Tropfen eingesetzt, die die Schleimhäute mit künstlicher Flüssigkeit versorgen. Sollten die Beschwerden sehr ausgeprägt sein, kann auch ein pilocarpinhaltiges Medikament in oraler Form beziehungsweise als Augentropfen die Tränen- und Speichelproduktion anregen. Auch die Haut benötigt besonders viel Feuchtigkeit, die mit entsprechenden Lotionen zugeführt werden kann.

Gegen den trockenen Mund sollten die Patienten immer wieder mal einen Schluck Wasser trinken, zuckerfreie Bonbons lutschen oder Kaugummi kauen, um die Speichelproduktion anzuregen. Das Kariesrisiko ist größer als bei anderen Menschen, daher sollte mit einer besonders sorgfältigen Mund- und Zahnpflege vorgebeugt werden. Der Zahnarzt wird hier spezielle Produkte empfehlen. Bei Gelenkschmerzen werden die Wirkstoffe Hydroxychloroquin und Ibuprofen eingesetzt. Wenn sich das Sjögren-Syndrom auf die inneren Organe oder Blutgefäße ausdehnt, werden Immunsuppressiva wie Glukokortikoide notwendig. Generell sollte sich der Betroffene regelmäßig Pausen gönnen und einen Mittagsschlaf machen, um der Müdigkeit und der Erschöpfung entgegenzuwirken. Unterstützung findet man auch in Selbsthilfegruppen und in speziellen Foren im Internet.

Quellen:

Deutsche Rheuma-Liga

Onmeda

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