Symptome von Prüfungsangst

Bei Schülern sind Symptome von Prüfungsangst nicht selten.

Die Symptome der Prüfungsangst lassen sich einteilen in Probleme in der geistigen Leistungsfähigkeit, Anzeichen im seelischen Bereich, körperliche Symptome und Auffälligkeiten im Verhalten.

Probleme in der geistigen Leistungsfähigkeit

Vor einer Prüfung können Selbstzweifel, Grübelgedanken und Sich-Sorgen-Machen auftreten. Man sollte ausführlich mit Vertrauenspersonen darüber reden und gemeinsam Lösungen suchen. Das Grübeln kann unter anderem dazu führen, dass es zu Merkfähigkeits- und Konzentrationsstörungen während des Lernens kommt. Im Extremfall – wenn das Gehirn die Prüfung als starke Gefahr wahrnimmt - kann es in der Prüfung zu Denkblockaden (Blackout) kommen. Hier helfen positives Denken, Entspannungstechniken und natürlich gute Lern- und Vorbereitungsstrategien.

Ein Erste-Hilfe-Plan bei einem Blackout in der Prüfung kann wie folgt aussehen:

  • Wenn du während einer Prüfung Leere im Kopf fühlst und dir nichts mehr einfallen will, lege als erstes den Stift zur Seite.
  • Richte den Blick zur Seite – weg von den Prüfungsunterlagen – eventuell zum Fenster hinaus.
  • Atme jetzt mehrmals tief ein und noch tiefer aus. Führe dies etwa eine Minute fort. Du kannst auch eine zuvor erlernte progressive Muskelentspannung oder Atementspannung anwenden.
  • Lächle dann etwas und denke an eine für dich schöne Situation.
  • Befasse dich jetzt wieder mit der Prüfung. Mit großer Wahrscheinlichkeit fällt dir wieder alles ein.

Anzeichen im seelischen Bereich

Prüfungsangst äußert sich im seelischen Bereich oft durch große Unsicherheit und Gereiztheit. Sollte die Angst länger andauern, kann sie in Mutlosigkeit, Weinen und depressive Verstimmung, aber auch in Wut münden. Hilfreich kann sein, sich auf seine schulischen und außerschulischen Stärken zu besinnen und sich das Positive an dem angstbeladenen Fach gemeinsam mit einer Vertrauensperson bewusst zu machen. Auch Sport und Hobbys helfen, die seelische Mitte wieder zu finden.

Körperliche Symptome der Prüfungsangst

Die körperlichen Symptome von Prüfungsangst können sehr vielfältig sein. Meist verspürt man aber nur einen Teil der Anzeichen:

  • Die einen haben feuchte Hände, Zittern, Schwitzen, Erröten, Augenlidzucken oder Kloßgefühl im Hals.
  • Bei anderen macht sie sich durch Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall bemerkbar.
  • Bei einigen Menschen zeigen sich Schlafstörungen, innere Unruhe, Herzstechen, Schwindelgefühl, Appetitlosigkeit oder Heißhungerattacken.

Oftmals hilft das Einüben von Entspannungstechniken – wie beispielsweise der progressiven Muskelentspannung, weil der Körper dann von der Stresssituation etwas entlastet wird. Bei sehr starken körperlichen Anzeichen von Prüfungsangst sollte man sich bei einem Schulpsychologen und dem Hausarzt Rat holen.

Auffälligkeiten im Verhalten

Auffälligkeiten im Verhalten bei Prüfungsangst können sich beispielsweise in der Einnahme von Beruhigungstabletten ohne ärztliche Anordnung, in übermäßigem Rauchen, „krank machen“ und der Flucht in unwichtige Routinearbeiten zeigen. Auf Angst reagieren manche Betroffene mit zwanghaftem Hunger auf Schokolade und verstärktem Kaffeekonsum. Weiterhin können Auffälligkeiten wie Stottern, Nägelkauen, Zähneknirschen und Daumenlutschen auftreten. Manche Menschen greifen bei Prüfungsangst zu Alkohol. Er wirkt zunächst angstmindernd. Deswegen ist es verführerisch, auf Partys und an stressreichen Tagen vor Prüfungen übermäßig Alkohol zu trinken. Man benötigt jedoch mit der Zeit eine immer höhere Menge Alkohol, um die Nervosität und Angst zu mindern. Ein Teufelskreis beginnt. Stopp! Nach neueren amerikanischen Untersuchungen hilft es sehr bei Prüfungsangst, sich alles von der Seele zu schreiben und Gespräche mit vertrauten Personen zu suchen. Man kann so seine Ängste besser verarbeiten und gewinnt Klarheit. Auch der Glaube an einen ganz persönlichen Talisman, Glücksbringer oder ein Maskottchen kann helfen.

Stefan Dassler, Dipl.-Handelslehrer, Stefan Dassler

Stefan Dassler - Dipl.-Handelslehrer (Studium der Wirtschaftspädagogik mit Schwerpunkt Organisationspsychologie an der Universität ...

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