
- LRS - täglich lautes Vorlesen - Silke Kaiser / Pixelio.de
Kinder mit LRS-Problemen sollten täglich 15 Minuten laut lesen. Lob des Fehlers sowie allgemeine anerkennende Worte führen erfahrungsgemäß zum Erfolg. Sobald die Kinder mit Buchstaben konfrontiert werden, ist es allgemein sehr förderlich, ABC-Spiele zwischendurch in den Alltag zu integrieren. Während der Autofahrt könnten die Kinder diverse Wörter buchstabieren, Silben trennen oder vielleicht auch laut vorlesen. Damit sie nicht die Lust daran verlieren, ist es schön, wenn die Jungen und Mädchen sich untereinander abwechseln. Natürlich können auch die Eltern selbst immer dabei „mitspielen“. Das löst die Spannungen sowie Blockaden, die sich im Kind aufbauen könnten. Beim Vorlesen werden 15 Minuten empfohlen. Dabei kann der Wechsel in Textabschnitten vollzogen werden. So wird es auch mit Kindern gehandhabt, die unter der Lese- und Rechtschreibschwäche (kurz: LRS) leiden.
DGKJP lädt zur 32. Jahrestagung vom 2. bis 5. März 2011 ein
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) rät den Eltern, die Kinder erst einmal leise lesen zu lassen. „Üben Sie nicht länger als 15 Minuten täglich, denn Ihrem Kind geht möglicherweise schnell die Motivation verloren. Es liest nur mit größter Mühe. Loben Sie Ihr Kind, unabhängig vom Ergebnis, schon allein für seinen Einsatz“, so die Experten. Die wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft erwartet vom 2. bis 5. März 2011 rund 1.500 Teilnehmer zu ihrer 32. Jahrestagung, die im Congress Center Essen, in der Grugahalle, veranstaltet wird. Der Organisator und Kongresspräsident Professor Dr. med. Johannes Hebebrand stellt das Spannungsfeld der Schule in den Mittelpunkt, aber auch die Wissenschaft sowie die klinische Praxis.
Gezielte Lerneffekte für Lese- und Rechtschreibschwäche
Die Experten empfehlen hierzu, die Schreibweisen einzelner Wörter in Form von Vokabel-Prinzipien zu lernen. Das Karteikarten-System könnte hierbei sehr nützlich sein. Die wichtigste Regel ist hierbei, täglich ein bisschen Rechtschreibübungen im Alltag zu integrieren. Schreibweisen werden nur durch intensives kontinuierliches Trainieren im Langzeitgedächtnis verankert. Um nun nicht nur am Tisch diverse Aufgaben zu lösen, können die Jungen und Mädchen zwischendurch auch häusliche Dinge übernehmen, wie Notizen oder Einkaufszettel zu schreiben. Dies hat den Vorteil, dass es eine zusätzliche Übung bietet. Selbstkontrolle ist dabei ebenfalls eine gute Methode. Wenn die Kinder etwas geschrieben haben, ist es nützlich, wenn sie anschließend das Wörterbuch in die Hand nehmen und das Geschriebene allein überprüfen. Sie müssen dabei Buchstabe für Buchstabe beleuchten und danach das Wort laut vorlesen.
Lesen in zweifarbige Silben
Leseanfänger sowie LRS-Betroffene lesen immer in Silben. Schwierig ist für sie allerdings, dies zu erkennen. Sie leiden ja unter einer Wahrnehmungsstörung. Deswegen benötigen sie Lesematerial, das in Silben gedruckt ist. Legasthenietrainer sowie mittlerweile auch einige Lehrer tippen deswegen diverse Texte für ihre Schüler so ab, dass diese zweifarbig erscheinen und obendrein größere Schriftzüge enthalten. Legasthene Erwachsene sowie LRS-Leidende haben es da schwerer. Für sie existieren gar keine Schriften dieser Art. Deswegen meiden sie dieses Feld komplett.
Wahrnehmungsstörung bei gesprochenen Wörtern
LRS-Betroffene tun sich schwer, die Laute zu zerlegen. Sie leiden unter einer Wahrnehmungsstörung bei gesprochenen Wörtern. Nur mit großer Mühe ordnen sie die Schriftzeichen zu. Ähnlich klingende Laute oder ähnlich aussehende Buchstaben werden am häufigsten verwechselt. Trotz intensiver Übungen machen sie deutlich mehr Fehler beim Schreiben und lesen langsamer. Meistens leiden sie unter sehr hohem Leistungsdruck. Ihnen fehlt zumeist die entsprechende Förderung und Unterstützung. „Versuchen Sie, Ihrem Kind den Druck zu nehmen, stärken Sie sein Selbstbewusstsein, betonen Sie seine Stärken“, empfehlen die Experten des DGKJP.
Probleme beim Lesen und Schreiben – Legasthenie ist eine besonders schwere Form
Die besonders schweren Fällen betiteln die Experten als Legasthenie, denn sie sprechen von einer sehr unterschiedlichen Ausprägung beim Lesen und Schreiben. Es sollen davon auch nur etwa zwei bis vier Prozent aller Kinder betroffen sein, dreimal häufiger die Jungen. Sie können alle individuell gefördert werden. „Ein Kinder- und Jugendpsychiater kann durch spezifische Diagnostik die Probleme richtig einordnen, Eltern und Lehrer fachlich beraten und ihnen speziell entwickelte Lernprogramme wie das Marburger Rechtschreibtraining vorstellen“, so die Experten. DGKJP bietet auf ihrer Homepage weitere Informationen zum Ablauf der 32. Jahrestagung.
Quelle: Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (kurz: DGKJP)
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