Tätowierungen: ein Überblick über die verschiedenen Tattoo-Stile

Half-sleeve Tattoo im Irezumi-Style - Bur
Half-sleeve Tattoo im Irezumi-Style - Bur
Tattoo-Stilrichtungen - Ein kurzer Überblick über die unterschiedlichen Tätowierungen -von Oldschool- und Tribal-Motiven bis hin zum Fantasy- & Comic-Style.

Tätowierungen sind Body-Modifications, die in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewinnen, in der Öffentlichkeit eine immer breitere Akzeptanz erfahren und die damit verbundene Stigmatisierung nach und nach ablegen.

Tattoo-Stile & Motive

Man sollte aber natürlich nicht unüberlegt an ein Tattoo heran gehen – immerhin hat man vor, sein restliches Leben mit diesem Kunstwerk auf dem Körper zu verbringen. Vorher sollte man sich grundlegend über der Tätowierkünstler und die Möglichkeiten zur eventuellen Entfernung von Tattoos informieren. Dass man sich intensiv mit dem gewünschten Motiv auseinandersetzt, ist natürlich ebenso Voraussetzung. Gehen Sie in sich und verdeutlichen Sie sich, dass Sie das gewählte Bild auch noch in zwanzig Jahren auf Ihrer Haut tragen werden und mögen müssen. Das Tätowieren ist eine uralte Kunst, die schon seit Jahrhunderten praktiziert wird. Hier ein kurzer Überblick über die heutzutage bekanntesten Stile und Strömungen in der Tattoo-Szene.

Biomechanische Tattoos

Diese Stilrichtung ist an die surrealistischen Werke des aus der Schweiz stammenden Künstlers H.R. Giger angelehnt. Vielen dürfte er durch seine Malerei oder durch die Alienfilme bekannt sein. Die bildliche Darstellung der Verbindung von Technik mit lebendem Fleisch – gerne gepaart mit sexuellen Aspekten – wirkt gleichzeitig faszinierend wie verstörend.

Celtic Knotwork

Verschlungene keltische Knotenmuster, Triskelen, Triquetas und Spiralmotive, die meist auf vorchristliche Zeit zurückgehen, bieten wunderschöne Vorlagen für Tätowierungen.

Comic-Tattoos

Hier ist alles möglich, was das Herz des inneren Kindes höher schlagen lässt und gefällt. Bunte Tätowierungen mit Betty Boop, Garfield, Bart Simpson bis hin zum Pin up Girl im Comic-Style.

Fantasy-Tattoos

Die Tätowierungen, die dem Fantasy-Genre entstammen, sind eben einfach märchenhaft schön, können aber auch Stärke symbolisieren oder gruselig sein. Der Tolkien-Hype ist eben immer noch ungebrochen und von muskelstrotzenden und martialischen Helden, Zwergen, Trollen bis hin zu Schriftarten in Sindarin, überirdisch schönen Elfen oder Gottheiten kann man hier alles finden.

Natur-Tattoos

Tätowierungen in dieser Stilrichtung sind sehr weit verbreitet. Motive aus Flora und Fauna werden oft und gerne genutzt und sind meist mit einem starken Symbolgehalt versehen. Mit einem Panther oder Löwen will man vielleicht ein Sinnbild für die eigene Stärke darstellen, einen Schmetterling einfach nur seiner Schönheit wegen mit sich herum tragen. Kirschblüten, Orchideen und andere Blütenmotive aus dem japanischen Raum sind ebenfalls sehr beliebt.

Oldschool-Tattoos

Tätowierungen in diesem Retrostyle greifen die alten Motive der Seemänner auf. Anker, Banderolen, flammende Herzen, nautische Sterne, Pin Ups und auch die sich derzeit großer Beliebtheit erfreuenden Schwalben gehören zu beliebten Oldschool-Vorlagen.

Religiöse Tätowierungen

In diesem Bereich sind christliche Tattoo-Motive schon immer sehr weit verbreitet gewesen und auch heute noch aktuell. An Motiven hat man hier die breite Auswahl – angefangen beim gemarterten Christuskopf, Abbildungen von Marienstatuen, die betenden Hände bis hin zu Engeln aller Art oder simplen Kreuzen. Aber natürlich sind in dieser Sparte auch religiöse Symbole aus anderen Religionen und Kulturkreisen vertreten. Viele Menschen verspüren eben das Bedürfnis, ihrer Spiritualität so aus Ausdruck zu verleihen.

Realistic Portrait Tattoos

Bei den realistischen Tattoos geht es darum, möglichst fotorealistische Darstellungen in die Haut zu stechen. Ob man nun das Portrait der eigenen Kinder oder den Kopf von Elvis als Tattoovorlage auswählt – der Vorstellungskraft sind auch hier keinerlei Grenzen gesetzt.

Tribal Tattoos

Diese Klassiker werden meist nur mit schwarzen Pigmenten gestochen und sind noch am ehesten mit den ursprünglich polynesischen Wurzeln der Tätowierkunst verbunden. Auch die – inzwischen recht verpönten und umgangssprachlich als „Arschgeweihe“ bezeichneten – Tätowierungen über dem weiblichen Steißbein sind meist in diesem Design gestochen.

Tattoos im indianischen Stil

Hiermit sind keine original traditionellen Tätowierungen der amerikanischen Ureinwohner gemeint, sondern lediglich indianisch angehauchte Motive, die in westlichen Köpfen oft für die Sehnsucht nach der damit assoziierten Freiheit und Verbundenheit mit dem Land stehen. Federn, Perlen und Köpfe von Indianerhäuptlingen tummeln sich hier zusammen mit Darstellungen von Bären, Tomahaks oder Adlern auf der menschlichen Haut.

Japanische Tätowierungen

Tattoos haben auch in Japan unter der Bezeichnung „Irezumi“ eine uralte Tradition, allerdings waren sie hier von Anfang an stark gesellschaftlich stigmatisiert. Tätowierungen wurden hier als Zeichen für Bestrafungen verwendet und kennzeichneten später die Mitglieder der Yakuza (jap. Mafia). Wählt man Motive im japanischen Stil für sich aus, sollten auch die nachfolgenden Tätowierungen hiermit in logischer Korrespondenz stehen und die Bilder aufeinander aufbauen. Gängige Motive sind meist der japanischen Mythologie entnommen, beliebt sind Drachen, Kirschblüten, Landschaftsbilder, Dämonen, Kois aber auch blutig-abgeschlagene Köpfe.

Shermin Arif, Fotografin: T. Seifert

Shermin Arif - Shermin: eine deutsch-kurdische Mischung, in Leipzig geboren, aufgewachsen im tiefsten Ruhrgebiet und nach abgeschlossenem Studium ...

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