
- Tage, die bleiben, Filmplakat - Alpha Medienkontor
Münster und der Bürgermeister sind stolz auf Andrea Dewenter (Lena Stolze): „Eine Stimme, die so kraftvoll ist, dass manch einer kaum glauben mochte, dass sie von einer einfachen, Münsteraner Hausfrau stammt. Ihr Buch „Wechselnd bewölkt“ – oberflächlich betrachtet, die Geschichte einer Frau, die spät im Leben einen Neuanfang wagt - steht mit der Wucht seiner Ausdruckskraft in der Tradition so wichtiger Bücher wie etwa „Ein Zimmer für sich alleine“ von Virginia Woolf.“ Andrea wird für ihr sprachliches, gesangliches und schriftstellerisches Talent öffentlich hochgelobt, mit dem Münsteraner Kulturpreis geehrt und verunglückt kurz darauf durch einen schauderhaften Autounfall.
Trauer hat viele Gesichter: untreu, entfremdet, pubertierend.
„Essen wir jetzt Gurken zum Frühstück?“ - Trauer hat viele Gesichter! Die Schreckens-Nachricht spricht und simst sich schnell in der kleinen Familie herum. Sohn Lars (Max Riemelt, "Tausend Ozeane"), der seit sechs Jahren nicht mehr zu Hause war, reist an – es herrscht absonderliche Stimmung zwischen Vater Christian Dewenter (Götz Schubert), der gleichgültigen Tochter Elaine (Mathilde Bundschuh) und Sohn Lars, die auf dem Weg zum Bestatter Benjamin (Michael Kranz) sind. „Es soll schnell gehen“. So wird ein Sarg ausgesucht und die Lebensdauer der „Erdmöbel“ beredet. Die Tochter wäre für ein rotes Sarg-Ufo, biologisch abbaubar, weil „in aller Regel nimmt man den Sarg, bei dem man denkt, dass er am besten zur Verstorbenen passt“. Die Hinterbliebenen werden sich nicht einig, so entscheidet sich Lars für den teuersten Sarg und lässt sich vom Bestatter eine Liste schreiben, über Musik, Kleid anbekommen oder einfaches Totenhemd, Sarg-Innenbezug, Kränze, Tiefen- oder Doppelgrab, Zeitungs-Annoncen, Musik und alle anderen Abläufe einer Beerdigung, da er „keinen Bock auf Small-Talk“ hat.
Die triviale Elaine will Lars erpressen. Sie bietet ihm an, bei den Beerdigungsvorbereitungen zu helfen, aber nur, wenn er ihr die Einverständniserklärung für ein Tattoo schreibt, die ihr ihre Mutter zu Lebzeiten nicht gegeben hätte. Christian Tränen um Andrea sieht man lange nicht. Er fährt einen Tag nach dem Tod „zum vögeln“ zur Geliebten, zu der er sagt: „irgendwie hätten wir doch jetzt eine Chance!“.
Freundin der Tochter weint um deren verstorbene Mutter
Merle (Lucie Hoffmann), die Freundin von Elaine, nimmt sie mit zum Picknick und bekommt einen Trauer-Wein-Anfall, der ihr als Unbetroffene nicht zusteht. Elaine gibt „nen Scheiß drauf“ und bleibt gleichgültig. Stattdessen kommt sie auf die Idee, eine Studie zu machen, bei dem es um die Potenz eines Lockenkopfs geht und sie fragt sich, was sie fühlen soll, damit es für ihren Bruder okay ist. Der Leichenbestatter macht Christian den Vorschlag zur Aufbahrung der Toten, um nach dem plötzlichen Schock beim Trauern zu helfen. Doch auch am Ort der Ruhe wird gestritten, übers hohe Roß und das neuen Tattoo: Trauer hat eben auch das Gesicht der Wut. Gleichgültiger wurde wohl keine andere gutbürgerliche Mutter, die mit dem Münsteraner Kulturpreis ausgezeichnet wurde, verabschiedet.
Die Münsteranerin Pia Strietmann (Drehbuch und Regie) schrieb an dem Drehbuch zu ihrem ersten langen Spielfilm „Tage, die bleiben“ über einen Zeitraum von sechs Jahren. Derzeit tourt sie mit “Tage, die bleiben“ zu nationalen und internationalen Filmfestivals und schreibt an ihrem nächsten Drehbuch.
Kino-Tour von "Tage, die bleiben" (mit Gästen) inklusive zwei Premieren
- 11. Januar 2012, 20:30 Uhr, Monopol München (Bayern-Premiere)
- 12. Januar 2012, 20:00 Uhr, Casablanca Nürnberg
- 13. Januar 2012, 20:45 Uhr, Filmgalerie Regensburg
- 14. Januar 2012, 19:00 Uhr, Liliom Augsburg
- 15. Januar 2012, 11:30 Uhr, Apollo Freiburg
- 16. Januar 2012, 19:30 Uhr, Capitol Marburg
- 17. Januar 2012, 19:00 Uhr, Orfeo Frankfurt
- 18. Januar 2012, 18:45 Uhr, Arsenal Tübingen
- 19. Januar 2012, 20:00 Uhr, Turmtheater Schwäbisch Gmünd
- 20. Januar 2012, 19:30 Uhr, Bambi Filmstudio Düsseldorf (NRW-Premiere)
- 21. Januar 2012, 17:30 Uhr, Filmstudio Glückauf Essen
- 22. Januar 2012, 19:00 Uhr, Schloßtheater Münster
- 23. Januar 2012, 19:30 Uhr, Filmhaus Köln
- 24. Januar 2012, 19:00 Uhr, Kinoklub Erfurt
- 25. Januar 2012, 19:30 Uhr, Lichthaus Weimar
- 26. Januar 2012, 20:00 Uhr, Dresden (Kino der Tagespresse entnehmen)
- 27. Januar 2012, 20:15 Uhr, Schauburg Leipzig
- 28. Januar 2012, 18:00 Uhr, Toni und Tonio Berlin
- 29. Januar 2012, 17:00 Uhr, Thalia Potsdam
„Tage die bleiben“ startet bundesweit am 26. Januar 2012 im Verleih der Alpha Medienkontor
